SVV Schweiz. Versicherungsverband

Versicherungsverband: Naturkatastrophen - Sind wir ausreichend versichert?

    Rüschlikon  (ots) - Naturkatastrophen ereignen sich immer häufiger - auch in der Schweiz. Nach den äusserst schweren Unwettern vom letzten August wäre es unverantwortlich, nach der Beseitigung der Schäden zur Tagesordnung überzugehen. Vielmehr müssen die Präventions- und Versicherungskonzepte den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Zu einem ausreichenden Schutz gehört auch die Versicherung gegen Erdbeben, die Naturgefahr mit dem grössten Schadenpotenzial.

    Die Naturkatastrophen-Tagung des Schweizerischen Versicherungsverbandes im Swiss Re Centre for Global Dialogue in Rüschlikon wurde von Bundespräsident Moritz Leuenberger eröffnet. Er erinnerte in seiner Rede daran, wie wichtig Solidarität und Prävention bei Naturkatastrophen sind. Beide seien Ausdruck der politischen Vernunft: "Schutzmassnahmen mögen etwas kosten, sie zahlen sich aber aus". Die Politik habe das Risiko auch dann zu begrenzen, wenn - wie etwa beim Klimawandel - Ursache und Wirkung noch nicht bis in die letzten Details bewiesen seien: "Politik erfolgt vor der Katastrophe". Als Beispiel nannte Leuenberger die Idee des Hochwasserpräventionsfonds, die der Bundesrat prüfen will: "Langfristig können wir mit einem solchen Fonds sparen". Die politischen Repräsentanten hätten heute vorzusorgen - auch, damit ihre Nachfolger "nicht wieder an denselben Ort nach derselben Katastrophe eilen müssen".

    Schweizer wollen sich gegen Erdbeben versichern

    Im Auftrag des SVV ist sechs Monate nach dem Hochwasser eine repräsentative Volksbefragung über die Wahrnehmung von Naturkatastrophen durchgeführt worden. Im Fokus stand das Erdbebenrisiko, gegen dies in der Schweiz zumeist kein Versicherungsschutz besteht. 3 von 4 Schweizerinnen und Schweizern sind der Meinung, dass Naturkatastrophen in den letzten Jahren zugenommen haben. Knapp die Hälfte der Befragten ist durch die Naturkatastrophen der letzten Jahre mehr oder weniger stark beunruhigt. 39% der Wohneigentümer waren fälschlicherweise der Meinung, in jedem Fall gegen Erdbeben versichert zu sein. 43% konnten dies schlicht nicht beurteilen.

    Olivier Lateltin, Bundesamt für Umwelt, zeigte in seinem Referat auf, dass Erdbeben unter Fachleuten als das grösste Risiko für nationale Katastrophen überhaupt gelten. In der Bevölkerung wird dieses Risiko unterschiedlich beurteilt. Die grosse Mehrheit der Schweizer misst der Gefahr durch Erdbeben eine kleine bis gar keine Wahrscheinlichkeit bei. 24% der Umfrageteilnehmer schätzten die Erdbebengefahr hingegen als hoch oder sehr hoch ein.

    Die Schadenpotenziale durch Erdbeben sind enorm. Der SVV setzt sich daher seit längerem dafür ein, diese gravierende Deckungslücke in der Elementarschadenversicherung zu schliessen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Privatversicherungen und den kantonalen Gebäudeversicherungen ist er derzeit mit der Ausarbeitung einer Lösung für eine flächendeckende Erdbebenversicherung beschäftigt.

    Verstärkte Anstrengungen in der Schadenprävention notwendig

    Naturkatastrophen haben im letzten Jahr weltweit Rekordschäden verursacht. Es war das weltweit teuerste Jahr, das je registriert wurde. Auch in unserem Land haben die Hochwasser vom letzten August noch nie da gewesene Schäden angerichtet. Alleine die Privatversicherer haben Leistungen in der Höhe von rund 1,3 Milliarden Franken an die Betroffenen ausbezahlt. Sieben Monate später sind viele Schäden behoben, doch eine Rückkehr zur Tagesordnung ist nicht angebracht.

    SVV-Präsident Albert Lauper qualifizierte das Schweizer Versicherungssystem - auch im Vergleich mit dem nahen Ausland - mit seiner flächendeckenden Elementarschadenversicherung zwar als hervorragend. Er zeigte aber auch die Grenzen der Versicherbarkeit auf, sollten die Naturkatastrophen und damit die Schäden in Zukunft weiter steigen. Besondere Bedeutung mass Albert Lauper daher neben dem Klimaschutz der Schadenprävention zu: "Zwar sind auf dem Gebiet der Raumplanung und des Objektschutzes bereits grosse Anstrengungen unternommen worden. Nach wie vor ist aber die Erstellung von Gefahrenkarten sehr unterschiedlich fortgeschritten, immer noch werden Überbauungen in Gefahrenzonen bewilligt und immer wieder entstehen in bekannten Gebieten mit hoher Gefährdung grosse Schäden".

    Die Schweizer Privatassekuranz setzt sich dafür ein, dass die Schweizer Bevölkerung weiterhin auf eine vorbildhafte Elementarschadenversicherung zählen kann. Aufgrund des Hochwassers von letztem Jahr und früherer Naturkatastrophen überprüft der SVV derzeit mit dem Bundesamt für Privatversicherungen die Rahmenbedingungen der Elementarschadenversicherung, um diese auf eine nachhaltige Basis zu stellen.

    Hinweise an die Redaktion: Der Schweizerische Versicherungsverband SVV ist die Dachorganisation der privaten Versicherungswirtschaft. Dem SVV sind über 80 kleine und grosse, national und international tätige Erst- und Rückversicherer mit über 40'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Schweiz angeschlossen. Auf die Mitgliedgesellschaften des SVV entfallen über 95% der im Schweizer Markt erwirtschafteten Prämien der Privatversicherer.

    Die vorliegende Medienmitteilung finden Sie auf www.svv.ch. Ebenso die Resultate der Umfrage.

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