film20 - Interessengem. Filmproduktion

film20-Doppelkongress "PRO ERWEITERUNG in der Filmwirtschaft - Herausforderungen und Chancen der EU-Osterweiterung" in Wien - Perspektiven durch Kooperation

    Berlin (ots) - 120 hochkarätige Teilnehmer aus Österreich, Deutschland und den EU- Beitrittsstaaten trafen sich heute in der Wirtschaftskammer Österreich zum ersten Teil des von film20 veranstalteten Doppelkongresses "PRO ERWEITERUNG in der Filmwirtschaft".

      In seiner Begrüssung erklärte Prof. Peter A. Mayer, Präsident des
Verbandes der österreichischen Filmproduzenten aafp,
selbstverständlich befinde man sich in der Filmwirtschaft nicht am
Nullpunkt internationaler Kooperation: Seit Jahren gebe es gemeinsame
Projekte mit den Nachbarn am Ostrand der EU. Die Vernetzung mit der
deutschen Produzentenvereinigung film20 im vergangenen Mai habe aber
jetzt den Weg dafür frei gemacht, nicht nur den deutschsprachigen
Raum, sondern auch gleich die EU- Erweiterung als Aufgabe für
strategische Zukunftsüberlegungen zu erkennen. Die neue Zeit biete
neue Entwicklungsmöglichkeiten für die Filmwirtschaft, aber auch eine
neue und härtere Konkurrenz: "Wir müssen offen aufeinander zugehen
und uns ganz klar werden, was wir brauchen und was wir wollen - auf
beiden Seiten. Unvoreingenommenheit und Analyse sind jetzt gefragt,
wer weichspült, bekommt kein solides Fundament!"

    Dr. Reinhold Mitterlehner, Stellvertretender Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, betonte, neben der politischen Arbeit in Brüssel gebe es auch auf nationaler Ebene noch einen Nachholbedarf bei der Entwicklung der Fimwirtschaft: "Wir haben diese Industrie zu lange stiefmütterlich behandelt und es damit versäumt, ihr ganzes Potenzial zu nutzen." Für Österreich sei der jetzt erstmals erstellte "Kreativbericht" - eine Übersicht über die Kreativ-Industrien Österreichs und ihre Bedeutung - ein wichtiger Schritt dazu, diese Zukunftsindustrie richtig zu positionieren.

    film20-Generalsekretärin Georgia Tornow stellte fest: "Wir sind die moderne Industrie, die die Vielfalt Europas Film für Film demonstriert, einem Massenpublikum gegenüber propagiert und damit für die europäischen Bürger lebbar macht. Damit wir das wirtschaftlich leisten können, brauchen wir den gemeinsamen europäischen Verwertungsmarkt - und den kann sich die Branche nur gemeinsam erarbeiten!"

    In der zentralen Keynote Speech warnte Dr. Michael Paul, Ökonom und Unternehmensberater bei paul und collegen, vor einem ruinösen Wettbewerb durch die Etablierung nationaler Filmindustrien auch in den kleinsten Ländern. Bei der anschliessenden Diskussionsrunde zum Thema, ob Deutschland und Österreich als Vorbilder für die Beitrittsländer geeignet sind, sah FFA-Vorstand Rolf Bähr die Gefahr der Übertragung des deutschen Regionalförderungssystems, bei dem es hauptsächlich auf Regionaleffekte ankomme, auf Europa. Ebenfalls zu vermeiden sei eine Wiederauflage der Europudding-Filme, sagte "Good- Bye-Lenin"-Produzent Stefan Arndt: "Lieber Kofinanzierungen statt sinnloser Koproduktionen."

    Auf den anschliessenden Panels standen die neuen Partner im
Zentrum des Interesses: Kleine Beitrittsländer - die baltischen
Staaten, Malta und Zypern - und die etablierten Player Polen, die
Slovakei, Tschechien und Ungarn. Unter dem Titel "Die gefürchtete
Konkurrenz" ging es dann um die Kandidatenstaaten Bulgarien und
Rumänien.      Zum Schluss nahm Danny Krausz, Produzent aus Österreich
und film20- Vorstandsmitglied, das Fernsehen als zentralen Akteur der
Bewegtbild- Wirtschaft in die Pflicht: "Gerade für den europäischen
Raum ist es besonders wichtig, hier zu einer koordinierten,
vernünftigen Art und fairen Art der Kooperation zu kommen." Die
Ergebnisse des Kongresses zusammenfassend sagte er: "Es soll um eine
wirtschaftliche und kreative Zusammenarbeit gehen, nicht um
Ausbeutung. Natürlich hoffen alle auf neue Möglichkeiten und Chancen.
Die wird es aber für den europäischen Film nur geben, wenn man die
Erfahrungen, die hier in Wien entstanden sind, strategisch bündelt
und zuspitzt." Dies kündigte Georgia Tornow für den zweiten
Kongressteil am 20. Oktober in Berlin an.

Wien, 15. September 2003 Der zweite Teil des film20-Doppelkongresses "PRO ERWEITE-RUNG in der Filmwirtschaft" findet am 20./21. Oktober 2003 in Berlin statt. Anmeldung bei film20 (info@film20.de / Tel. +49-30-61 68 18-00 / Fax: -88)

    Die Liste der Unterstützer, weitere Informationen und das aktuelle Programm mit den Namen aller Top-Referenten auf der film20-Website: www.film20.de.

ots Originaltext: film20
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
Jens Steinbrenner
Tel.         +49/30-61-68-18-01
E-Mail:    j.steinbrenner@film20.de
Internet: http://www.film20.de



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