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Kein Frühlingserwachen für Eigenkapitalbeteiligungen - Abwarten und Ausharren! Aktuelle Ergebnisse des VC Barometers und der Private Equity Umfrage von Deloitte & Touche

      Düsseldorf (ots) - Der Markt für Eigenkapital befindet sich noch
immer in einer brisanten Lage. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die
von Deloitte & Touche vierteljährlich durchgeführte Studie VC
Barometer und Private Equity Umfrage. Ein Expertenteam untersuchte
die Antworten von 1'826 befragten Investmentmanagern der
Private-Equity- und Venture-Capital-Szene in Deutschland, Österreich
und der Schweiz. "Ein merklicher Stimmungsumschwung im Vergleich zum
Vorquartal ist nicht zu spüren", sagt Daniel Rudolf, verantwortlicher
Leiter der Studie bei Deloitte & Touche.

    Eine mögliche Erholung des Marktes wird sowohl von der Mehrheit der Private-Equity- als auch der Venture-Capital-Investoren frühestens Ende dieses Jahres erwartet. Die gesamtwirtschaftliche Lage wird sich nach Meinung der Mehrheit der Investoren für die nächsten 6 Monate nicht ändern. Sowohl die auf wagnis- und frühphasenspezialisierten VC Investoren als auch die in Spätphasen und damit meist etablierten Unternehmen investierenden Private Equity Investoren hängen sehr von der gesamtwirtschaftlichen Lage hinsichtlich Exitstrategien, der Entwicklung der Beteiligungen und dem Fund-Raising ab. Jedoch gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen und in der Entwicklung der beiden Sektoren.

    Für die VC Branche, die erhebliche Altlasten aus der letzten Boomperiode mitträgt, bestehen pessimistischere Aussichten als für die PE Branche. In Deutschland erwarten 49% der VC Investoren die Abschreibung als den häufigsten Exit. 27% der VC Investoren in allen drei untersuchten Ländern erwarten einen niedrigeren Wert ihrer Beteiligungen gegenüber dem Kaufpreis. Die Neuordnung der DtA und KfW Programme in der Mittelstandsbank führen nach Einschätzung der Mehrheit der Investoren zu keinen (43%) oder negativen Auswirkungen (26%) auf die Branche.

    "Eine Erholung des VC Marktes ist also nicht in Sicht. Die Ursachen liegen in der Konzentration früherer Aktivitäten auf den jetzt kränkelnden TMT Sektor", so Daniel Rudolf. Die aktuelle Umfrage zeigt, dass Investoren aus dieser Entwicklung gelernt haben. 56% der Investoren würden "heute" Deal-Picking dem Market-Picking vorziehen.

    Eine Mehrheit von 74% der Investoren gab an, in den TMT Sektor zu investieren. Jeweils 20% von ihnen gehen von steigenden oder sinkenden Investitionen aus und 60% von gleichbleibenden Investitionen in diesem Bereich. Diese Einschätzung würde weitere Finanzierungsrunden erfordern, neue Investments werden in diesem Sektor aber nur selten eingegangen. Laut Studie ist dieser Widerspruch nicht auf fehlende neue Produkte oder Technologien zurückzuführen, sondern auf die gesamtwirtschaftliche Lage (31%) und die niedrigeren Investitionen in IT (23%). Daniel Rudolf meint: "Der Branche bleibt in der aussenpolitisch und konjunkturell brisanten Lage nur die Hoffnung, dass sich das Umfeld in naher Zukunft wieder positiv entwickeln wird. Auch die VC Branche wird von der aktuellen Diskussion um einen möglichen Irak-Krieg und Sicherheitsniveaus in westeuropäischen Staaten mitgezogen", so Rudolf weiter. Überraschende 64% der Investoren gehen von steigendem Transaktionsvolumen im Markt für Sicherheitstechnik und -software aus.

    Die Private Equity Branche ist durch einen käuferdominierten Markt gekennzeichnet. Dies beweist die Einschätzung von 46% der Investoren, die von einem zu erwartenden Anstieg der Deal- Aktivitäten ausgehen. Weitere 72% rechnen damit, mehr Käufe als Verkäufe abzuwickeln. Die Einschätzung steht allerdings im Widerspruch zu zunehmenden Schwierigkeiten im Fund-Raising; 65% der PE Investoren rechnen mit einer Verschlechterung in dem Bereich. Ausserdem erwarten 97% der Befragten eine erschwerte oder gleichbleibende Zugänglichkeit zu Fremdkapital für die nächsten zwei Quartale.

    Die PE Branche sammelte in den letzten Jahren hohe Summen an Kapital ein, konnte diese jedoch noch nicht voll investieren. Die Bewertungen sind auf ein "realistisches" historisches Tief gefallen und werden nach Angaben der Investoren dort auch bleiben (54%) oder sogar weiter fallen (44%). Der Fokus der Branche liegt auf der Identifikation der richtigen Investitionsobjekte, um ein späteres Auflegen von neuen Fonds durch Ergebnisse zu untermauern. Aufgrund dessen handelt die Branche sorgfältiger, in längeren Zeiträumen bis zum Deal-closing und unter Einsatz von Due Diligence Teams. Hierbei messen 94% der Investoren dem Feedback des Due Diligence Teams hinsichtlich der Management Prozesse und der Mitarbeiter des untersuchten Unternehmens grossen Wert bei.

    Die Studie nennt die Faktoren, die der Branche Auftrieb geben könnten, waren sie jedenfalls die Hoffnungsträger der letzten Quartale. Trotz Basel II und Generationswechsel im Mittelstand bezeichnet eine Mehrheit der Investoren die Erholung der gesamtwirtschaftlichen Lage (33%) und die weitere Ausgliederung von Nicht-Kerngeschäftsfeldern grösserer Unternehmen (22%) als die wichtigsten Faktoren. Nur 24% der befragten Investoren rechnen mit einem Anstieg der Aktivitäten bei Dachfonds, was wiederum der Fund- Raising Seite Auftrieb geben könnte. Die Securitization (Verbriefung) von Beteiligungen wird von der Mehrheit der Investoren (80%) nicht als alternativer Exit gesehen.

    Trotz der unterschiedlichen Entwicklungen in den Bereichen Venture Capital und Private Equity besteht in der gesamten Branche immer noch erheblicher Konsolidierungsdruck. Die Mehrheit der Investoren (VC:92%; PE:94) geht daher von weiteren Konsolidierungen in der Branche in den nächsten 6 Monaten aus. Die Frage bleibt offen, wie viele Investoren den "harten Winter" überleben werden und wann in der Branche ein neues "Frühlingserwachen"zu erwarten ist.

    Ende

    Die Umfrage

    Das Private Equity und das Venture Capital Team von Deloitte & Touche untersuchen die Erwartungen und Aussichten der beiden Branchen durch zwei sektorspezifische und regelmässig vierteljährlich durchgeführte Studien, dem Private Equity Survey und dem Venture Capital Barometer. Zu ihren Markteinschätzungen für die nächsten zwei Quartale wurden 1'826 Investmentmanager der Venture Capital und der Private Equity Szene direkt mittels Fragebogen befragt. Deloitte & Touche Private Equity und Venture Capital Umfragen werden durchgeführt in den Ländern Australien/Neuseeland, Deutschland, Grossbritannien, HongKong/China, Israel, Italien, Kanada, Niederlande, Polen, Österreich, Schweiz, Tschechische Republik, Ungarn, USA.

    Daniel Rudolf ist im Bereich Financial Advisory Services in Düsseldorf tätig und ist verantwortlich für beide Umfragen - die Private Equity Umfrage und VC Barometer- in Deutschland, Österreich, und der Schweiz.

    DELOITTE & TOUCHE

    Deloitte & Touche ist eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Seit mehr als 90 Jahren profitieren unsere Mandanten von einem umfassenden und hochqualitativen Dienstleistungsspektrum. 17 Niederlassungen gewähren bundesweit die für effiziente Prüfungs- und Beratungsleistungen erforderliche Nähe zum Mandanten. Entsprechend unserer Marktstellung betreuen wir Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Grösse aus nahezu allen Wirtschaftszweigen. International sind wir im Verbund Deloitte Touche Tohmatsu mit 100'000 Mitarbeitern in mehr als 140 Ländern vertreten.

ots Originaltext: Deloitte & Touche GmbH
Internet: www.newsaktuell.ch

Kontakt:
Daniel Rudolf
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