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GBI: Vertrag ist Vertrag - auch für den Holzbau Schweiz

Zum Versuch von Holzbau Schweiz sich aus der Sozialpartnerschaft zu verabschieden Zürich (ots) - Holzbau Schweiz, die Vertretung des Zimmergewerbes im Schweizerischen Baumeisterverband (SBV), will aus dem SBV austreten und somit aus den bestehenden Gesamtarbeitsverträgen mit den Baugewerkschaften rausschleichen. Insbesondere wollen die Holzbauer sich aus dem GAV-FAR, dem Gesamtarbeitsvertrag für das Rentenalter 60 auf dem Bau, abschleichen und so ihren Arbeitnehmenden die bereits zugesagte Frühpensionierung gleichsam vor der Nase wieder wegschnappen. Der entsprechende Entscheid der heutigen Generalversammlung des SBV ist aber nicht nur statutenwidrig und daher nicht wirksam, sondern schädigt das Image der ganzen Branche, weil die Arbeitgeber einmal mehr ihre Vertragstreue selber in Zweifel ziehen und erneut für Konflikte auf den Baustellen sorgen. Mit erstaunlichen juristischen Tricks haben die Holzbauer heute versucht, sich aus der Frühpensionierung auf dem Bau rauszuschleichen. Denn grundsätzlich war die heutige GV des SBV gar nicht berechtigt, über den Antrag von Holzbau Schweiz, aus dem SBV auszutreten, zu befinden. Gemäss SBV Statuten muss ein solcher Antrag erst von einer Delegiertenversammlung beschlossen werden, was nie stattfand. Der GBI nahe stehende Unternehmungen im SBV werden folglich diesen Entscheid juristisch anfechten. Selbst wenn es denn beim Austrittsentscheid von Holzbau bleiben sollte, bleiben die Holzbau Schweiz angeschlossenen Betriebe bis 2005 dem Landesmantelvertrag im Bauhauptgewerbe und bis 2008 dem GAV-FAR unterstellt. Denn Holzbau Schweiz hat gleich dem Mutterverband SBV die entsprechenden Verträge gutgheissen, ja im Falle des GAV-FAR die Frühpensionierung als sozialpolitischen Meilenstein für die Branche und ihre Mitarbeiter gefeiert. Gemäss gültiger Rechtsauffassung kann sich ein Unterverband nicht einfach durch Austritt aus dem Dachverband aus für beide gültigen Vertragsverpflichtungen verabschieden. Auch hier haben die Holzbauer in ihrem Bestreben, das Rad der Geschichte zurückdrehen zu wollen, verrechnet. Am schwerwiegendsten wiegt der unhaltbare Entscheid von Holzbau und SBV in Bezug auf die Mitarbeitenden in den Zimmereien und auf das Branchenimage. Denn Holz ist jetzt nicht nur modern und ökologisch sondern auch noch unsozial und vertragsbrüchig. Insbesondere die Zimmerleute, die mit dem heutigen Entscheid um ihre Frühpensionierung betrogen werden sollen, werden wohl kaum motiviert für ihre vertragsbrüchigen Patrons weiter arbeiten wollen und ein offenes Ohr für den gewerkschaftlichen Widerstand haben. Denn es ist selbsverständlich, dass die GBI diesen Austrittsentscheid nicht nur auf juristischem Weg anfechten wird, sondern auch auf den Baustellen für den notwendigen Widerstand sorgen wird. ots Originaltext: Gewerkschaft Bau & Industrie GBI Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: Gewerkschaft Bau & Industrie GBI Strassburgstrasse 11 8021 Zürich Hansueli Scheidegger Zentralsekretär GBI Mobile: +41-(0)79-441'74'35 Rolf Beyeler Abt. Kommunikation GBI Mobile: +41-(0)79-603'27'22 E-Mail: rolf.beyeler@gbi.ch

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