Epilepsie-Liga

Tag der Epilepsie: Eine Krankheit als Ungeheuer

    Zürich (ots) - Wie ein Ungeheuer in eine heile Welt ist die Epilepsie seines Bruders in das Leben von Pierre-François Beauchard alias David B. hereingebrochen. Szenen seines Comic-Bandes "Die heilige Krankheit" wurden am 5. Oktober in Zürich von Schauspielstudenten auf eindrückliche Weise theatralisch umgesetzt.

    Auf der Grossleinwand ein Hirn, davor eine Reihe weiss gekleideter junger Menschen in sehr unbequemer Stellung, jeder mit einem Glas Wasser in der Hand: So präsentierte sich die erste Szene einer ergreifenden Darstellung von Emotionen, wie sie eine Familie angesichts schwerer epileptischer Anfälle eines Sohnes und Bruders durchtoben. "Warum muss ich so viele Pillen schlucken?", "Weiss der Herr Professor Rat?", "Wie kann ich meinen Bruder beschützen?", solche und noch viel mehr Fragen finden keine Antwort. In der zweiten Szene führte ein Schattenspiel direkt in das Auge des Hurrikans. Mediziner, Gurus, Fantasietiere und Behandlungsgerät tanzen um den Epilepsie-Betroffenen herum und bringen ihm doch keine Linderung. Die 22 Studierenden der Hochschule für Musik und Theater, Zürich, hatten sich in einer Studienwoche mit dem Thema "Epilepsie" befasst und die Anspannung, Sorge und Verletztheit einer betroffenen Familie für die Bühne in lebendige Bilder verwandelt.

    Krankheit als Ungeheuer

    "Es war, als ob ein Drache mit uns am Esstisch sässe", schilderte David B. seine Erinnerungen an eine belastete Kindheit. Jederzeit konnte sein Bruder einen schweren Anfall erleiden, sei dies bei Mahlzeiten, beim Spielen oder auf der Strasse, wo sich sofort mehr Neugierige als Helfende um ihn scharten. Im Gespräch mit Moderator Christian Gasser, Verlag edition moderne, welcher die französischen Aussagen des Comic-Autoren auf Deutsch übersetzte, legte David B. offen, wie viel Tragik im Schicksal seines Bruders immer noch liegt, und wie schwer für die Geschwister der Umgang mit der Krankheit war. Auch die Eltern gingen durch ein Wechselbad der Gefühle. Die Betroffenheit des Publikums im voll besetzten Saal des Museums für Gestaltung war spürbar, das Interesse für das neu auch auf Deutsch erschienene Comic-Buch "Die heilige Krankheit" gross. Der Autor zeichnete auf Wunsch für jeden Käufer ein Bild. Die von edition moderne, Epi-Suisse und Epilepsie-Liga zum Tag der Epilepsie gemeinsam organisierte Vernissage schloss mit einem Apéro.  

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