Greater Zurich Area AG

Greater Zurich Area AG - Sessionsanlass Juni 2014 Unternehmenssteuerreform III: «Unternehmenssteuern - Push oder Pullfaktor?»

Zürich (ots) - Die Standortmarketingorganisation Greater Zurich Area AG (GZA) erläuterte an ihrem traditionellen Treffen mit nationalen Parlamentariern die Unternehmenssteuerreform III (USTR III). Im Zentrum stand die Frage, wie ein Unternehmenssteuerregime zu gestalten ist, damit die Bedürfnisse eines wettbewerbsfähigen Unternehmensstandortes erfüllt werden.

Mit der USTR III erneuert die Schweiz die nationalen und die kantonalen Steuerregeln für Unternehmen. Die Unternehmenssteuerreform setzt neben möglicher Förderung von Finanzierungs- und Headquarter-Funktionen auf neue Boxen-Modelle. Die konkrete Ausgestaltung der USTR III ist von weitreichender Bedeutung für die Schweiz, für den Wirtschaftsraum Zürich und insbesondere für alle Unternehmen, die sich in der Greater Zurich Area und in der Schweiz niedergelassen haben oder die einen Standortwechsel evaluieren. Referent Dr. Peter Brülisauer, International Tax & Transfer Pricing bei Ernst & Young AG, Zürich, führte vor den Parlamentariern aus, welche neuen Regeln es der Greater Zurich Area und der Schweiz erlaubten, ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Standortattraktivität nicht nur halten, sondern mit neuen Steuerregeln auch ausbauen zu können. Brülisauer betonte, wie wichtig ein politischer Konsens in dieser Frage sei: «Die USTR III wird wegen der regionalen und kantonalen Spezialitäten allen Politikern, sowohl auf kantonaler als auch auf nationaler Ebene, einiges abverlangen. Es ist daher wichtig, dass alle am gleichen Strick ziehen.» Wohl sei die USTR III nur ein Mittel zum Zweck und werde zum Wohle aller durchgeführt. «Wegen der notwendigen Standortattraktivität ist die USTR III aber für uns alle ein entscheidendes Projekt: Wenn wir keine Einigung finden, werden alle verlieren.»

Die Schweiz und die Greater Zurich Area sind nicht allein

Eine erste Analyse des Entwurfs der Vorlage zeigt: Neu dürften allgemeine Unternehmenssteuern für Kantone zwischen 13 bis 16 Prozent zu liegen kommen. Eine Absenkung unter die 13-Prozent-Grenze würde für viele eine Überforderung darstellen. Zudem zeigt der Blick auf das internationale Umfeld: Das Steuer- bzw. Abgabeniveau verändert sich in anderen Ländern zusehends. Die Bewegung zeigt tendenziell nach oben. Anders als noch vor wenigen Jahren gilt damit künftig: Das allgemeine Steuerniveau wird international nicht sinken, sondern eher steigen.

Aufwand und Ertrag ausgewogener gewichten

Die neue Schweizer Unternehmenssteuer-Gesetzgebung soll unter anderem über die Einführung neuer Boxen-Modelle die Forschungs- und Entwicklungsfunktionen möglichst nachhaltig fördern. Steuerabzüge auf der Aufwand-Seite (Input-Förderung: Abschreibungen, Abzüge, Steuergutschriften) stehen dabei Lösungen gegenüber, welche je nach dem verwertbaren Ergebnis, welche ein Unternehmen ausweisen kann, zum Tragen kommen sollen (Output-Förderung: Lizenz-Box, Patent-Box, Innovations-Box). Demnach liesse sich steuerliche Förderung dann rechtfertigen, wenn Unternehmen etwa für eine Lizenz-Box-Lösung genügend Substanz ausweisen können (Personal, Know-how, technische Kompetenz, Entscheidungsbefugnisse). Brülisauer sagte: «Es ist davon auszugehen, dass Firmen mit nur geringer Substanz nicht in den Genuss von Lizenzboxen kommen werden.» Im Rahmen der USTR III sei jedoch auch zu überlegen, welche Massnahmen zur «Input»-Förderung eingeführt werden können. Gerade wer im Wirtschaftsraum Zürich und in der Schweiz innovative und hochstehende Forschung und Entwicklung betreibe, käme dann allenfalls in den Genuss von Abzügen oder einer zu bemessenden steuerlichen Begünstigung von Förderungsprogrammen, die in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft betrieben werden. Die GZA begrüsst diesen konzeptuellen Ansatz. Es ist sinnvoll, Unternehmen allfällige steuerliche Anreize mitunter dann zu bieten, wenn diese in der Greater Zurich Area Forschung und Entwicklung als substanzielle Grundlagen jeglicher Innovation fördern.

Dr. Balz Hösly, Verwaltungsratspräsident der GZA folgerte für den Wirtschaftsraum Zürich: «Unsicherheit ist Gift für einen Standort. Je rascher wir definitive Neuregelungen erklären können, desto besser. Wir zählen auf die Politik, welche die herrschende Verunsicherung möglichst rasch abbauen und wieder Rechtssicherheit schaffen kann. Die Attraktivität jedes Wirtschaftsraumes, auch die der Greater Zurich Area, ergibt sich immer aus einer Gesamtheit von wichtigen Standortkriterien. Faire und moderate Steuerbedingungen sind eines dieser Kriterien. Wenn diese wieder langfristig berechenbar werden, hat die Greater Zurich Area - und damit auch die Schweiz - im Wettbewerb mit anderen Metropolitanregionen sehr gute Karten.»

Ernst Stocker, Zürcher Volkswirtschaftsdirektor und Präsident der Stiftung Greater Zurich Area Standortmarketing: «Mit der im Rahmen der Unternehmenssteuerreform angestrebten steuerlichen Privilegierung von Lizenzerträgen liessen sich die Forschungs- und Entwicklungsfunktionen von Unternehmen nachhaltig fördern. Dies könnte gerade dem Wirtschaftsraum Zürich neuen Schub verleihen, weil hier bereits heute zahlreiche Unternehmen innovative und hochstehende Forschung und Entwicklung betreiben.»

Die GZA schafft mit ihrem traditionellen Sessionsanlass in Bern zusätzliche Gelegenheiten zur Diskussion und zum Networking zwischen den National- und Ständeräten und GZA-Vertretern aus den sieben Mitglied-Kantonen sowie der Region Winterthur und der Stadt Zürich.

Die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen um die Effekte der Zuwanderung, anstehende Volksabstimmungen und vor allem die Verhandlungen zu Steuerfragen sorgten im Wirtschaftsraums Zürichs, in der Schweiz und international in den Zielmärkten seit rund zwei Jahren für Verunsicherung und teilweise Zurückhaltung. Dennoch erzielte die GZA 2013 ein sehr solides Ergebnis, welches im Mittel der vorangegangenen Jahr die Stabilität der Organisation und eine kontinuierliche Vorwärtsstrategie unter Beweis stellt: Die GZA weist für das vergangene Jahr 362 geschaffene Arbeitsplätze und eine Bilanz von 89 Ansiedlungen im Wirtschaftsraum Zürich aus.

Die GZA fokussiert ihre Tätigkeiten auf die Schwerpunktmärkte USA, China und Europa. Sie unterstützt die nachhaltige Entwicklung und Erneuerung des Wirtschaftsraums Zürich, indem sie multinationale Unternehmen für eine Ansiedlung gewinnt.

Kontakt:

Lukas Sieber
Verantwortlicher Kommunikation
lukas.sieber@greaterzuricharea.ch
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