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Schweizer Erdgas-Wirtschaft will Gasmarkt weiter öffnen

Zürich (ots) - Die Schweizer Erdgas-Wirtschaft wird die Anfang Oktober 2012 in Kraft gesetzte Verbändevereinbarung mit den Grosskunden weiterführen und schrittweise weiteren Kreisen öffnen. Sie ermöglicht es grösseren Verbrauchern, ihr Prozessgas beim Lieferanten ihrer Wahl zu beziehen und über das bestehende Netz durchzuleiten. Neu an die Spitze des Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) wählte die Generalversammlung in Bern den Bündner FDP-Ständerat Martin Schmid. Er löst den ehemaligen Zuger Nationalrat Hajo Leutenegger ab, der 13 Jahre lang die Branchenorganisation leitete.

"Die Verbändevereinbarung mit den Grosskunden hat sich für beide Seiten bewährt und soll deshalb weiterentwickelt werden", erklärte der abtretende Präsident Hajo Leutenegger. Auch wenn der Bund plane, eine Gasmarktgesetz zu schaffen, so sei noch nicht absehbar, bis wann dieses in Kraft treten werde. Es gelte deshalb, die bestehende Vereinbarung weiter auszubauen. Der Bund unterstütze diesen Weg und sehe in der Verbändevereinbarung eine wichtige Grundlage für spätere gesetzliche Regelungen, erklärte Gastreferent Walter Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), vor den Mitgliedern. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder für eine Fortführung der Vereinbarung und eine schrittweise weitere Öffnung sowie weitere Vereinfachungen im Netzzugang aus.

Schweiz erfüllt Versorgungsstandards

"Die Schweiz erfüllt den Infrastruktur- und Versorgungsstandard", betonte der BFE-Direktor mit Blick auf die Resultate des Berichts "Risikobewertung Erdgas-Versorgung Schweiz", der sich auf EU-Normen stützt. In allen Szenarien der Energieperspektiven 2050 des Bundes gehe der Verbrauch von Erdgas als direkt eingesetzte Energie zwar zurück. Je nach Entwicklung der Nachfrage nach Strom und dem Anteil von Erdgas für dessen Produktion sei dadurch jedoch auch ein beachtlicher Zuwachs zu erwarten.

Bündner Ständerat Martin Schmid neuer Präsident

Für den zurücktretenden Präsidenten Hajo Leutenegger wählte die Versammlung neu Martin Schmid. Der 45-jährige vertritt seit 2011 den Kanton Graubünden im Ständerat. Seit Frühjahr 2014 ist er auch Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek-S). 2002 war der FDP-Politiker in den Bündner Regierungsrat gewählt worden. Von 2003 bis 2008 leitete er das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit. Von 2008 bis 2011 war er verantwortlich für das Departement für Finanzen und Gemeinden. Seine politische Karriere begann 1994 mit der Wahl in den Grossen Rat des Kantons Graubünden. Schmid hat an der Universität St. Gallen in Jurisprudenz promoviert und war zwischen 2000 und 2002 als selbständiger Rechtsanwalt mit dem Schwergewicht Steuer- und Finanzrecht tätig. Er arbeitet heute wieder als Anwalt und hat Mandate in verschiedenen Verwaltungsräten inne, auch in der Energiebranche.

Rücktritt nach 25 Jahren Engagement für die Branche

Mit dem Rücktritt von Hajo Leutenegger als Präsident des VSG geht eine Ära zu Ende. Er stand dem Verband 13 Jahre lang als Verwaltungsratspräsident vor, insgesamt kann er auf 25 Jahre gaspolitische Tätigkeit in Bundesbern zurückblicken. Während vier Jahren sass er für die Zuger FDP zudem im Nationalrat, knüpfte Kontakte und sammelte Erfahrungen, von denen der Verband bis heute stark profitiert. Von 1986 bis 2009 leitete er die Wasserwerke Zug und realisierte dort als Pioniertat den Anschluss ans Erdgas-Netz. Leutenegger verfügt über ein ausgesprochen feines politisches Sensorium und Urteilsvermögen, sei dies verbandsintern, aber vor allem auch in der nationalen, kantonalen und kommunalen Politik.

Neuer Verwaltungsrat aus Basel

Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Edwin van Velzen, Verkaufschef und Mitglied der Geschäftsleitung von IWB Basel. Er ersetzt den aus beruflichen Gründen zurückgetretenen Jörg Ryser aus Bern.

Absatz-Rekord im letzten Jahr

2013 erreichte der Absatz von Erdgas und Biogas aus dem Leitungsnetz in der Schweiz 39'965 Gigawattstunden (GWh). Das sind 5,4% mehr als im Vorjahr (37'914 GWh) und knapp 3% mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010 (38'893 GWh). Auch Biogas wird immer beliebter. 97 GWh (+12% gegenüber Vorjahr) aus 17 Schweizer Anlagen wurden genutzt, 49 GWh davon als Treibstoff. Knapp 48 GWh sowie 81,5 GWh zertifiziertes Biogas aus dem Ausland wurden für Heizzwecke eingesetzt.

Der Verband der Schweizerischen Gasindustrie vertritt die branchen- und energiepolitischen Interessen der rund 100 Versorgungsunternehmen und Netzbetreiber des Landes auf nationaler und internationaler Ebene und informiert über Erdgas/Biogas.

Legende zu Bild (download 
http://www.erdgas.ch/medienstelle/medienmitteilungen/2014/) 
Martin Schmid (rechts) übernimmt das Präsidium der Erdgas-Branche von
Hajo Leutenegger. Bild VSG 

Kontakt:

Daniel Bächtold, Mediensprecher VSG, 044 288 32 62, 
baechtold@erdgas.ch, www.erdgas.ch


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