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SWISSMEDIC: Seminar des Europarats: Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen auf internationaler Ebene

      (ots) - Arzneimittelfälschungen wirksam zu bekämpfen, ist das Ziel
des von Swissmedic mitinitiierten Europaratsseminars vom 21. bis 23.
September 2005 in Strassburg. Gefälschte Medikamente stellen
international eine wachsende Bedrohung der öffentlichen Gesundheit
dar. Damit ausschliesslich geprüfte Qualitätsprodukte in die
offiziellen Vertriebskanäle gelangen, ist eine verstärkte
internationale Zusammenarbeit notwendig.

    Swissmedic hat beim Europarat angeregt, eine Arbeitsgruppe „Arzneimittelfälschungen“ einzusetzen und ein europäisches Seminar der Behörden mit ihren Partnern zu organisieren. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter der pharmazeutischen Industrie, des Grosshandels, der Ärzteschaft und Apotheker. Der Europarat hat beiden Vorschlägen zugestimmt. Das erste europäische Seminar über Arzneimittelfälschungen findet nun vom 21. bis 23. September in den Gebäuden des Europarats in Strassburg statt.

    Ziel des Seminars ist, Lücken bei der Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen aufzudecken und die dazu nötigen gesetzlichen Grundlagen und Abmachungen zwischen den Partnern vorzuschlagen. Nebst Fälschungen werden weitere Präparate berücksichtigt, welche ebenfalls eine Bedrohung der Gesundheit darstellen. Beispiele dafür sind Arzneimittel ohne behördliche Zulassung, die für wichtige Indikationen angepriesen werden oder Nahrungsergänzungsmittel, welche pharmazeutische Wirkstoffe enthalten. In Workshops sollen hierzu Thesen erarbeitet werden. Diese werden dem Europarat vorgelegt, der entscheiden muss, welche Schritte mit welchen Prioritäten realisiert werden sollen.

    In der Schweiz wurden bislang in den behördlich kontrollierten Vertriebskanälen (Spital, Apotheken, Drogerien, Arztpraxen) keine gefälschten Medikamente festgestellt. Dennoch müssen Behörden, Medizinalpersonen, Hersteller und Grosshändler sich dem Problem stellen und alles unternehmen, damit auch künftig möglichst keine Fälschungen in den Handel gelangen. Wesentlich dabei ist, die Kräfte der beteiligten Partner zu bündeln und eng zusammenzuarbeiten. Swissmedic hatte in den Jahren 2002 und 2004 Kenntnis erhalten von zwei grossen Fällen von Arzneimittelfälschungen in Europa. Beim einen belieferte ein kleiner Schweizer Grossist mehrere andere europäische Länder mit gefälschten Arzneimitteln. Beim anderen wurden an einer Schweizer Zollstelle grosse Mengen AIDS-Medikamente beschlagnahmt, die ebenfalls für den EU-Raum bestimmt waren. Swissmedic hat deshalb Arzneimittelfälschungen als ein Risiko für die Gesundheit eingestuft und ihre Strategie durch Schaffung einer Task Force den neuen Herausforderungen angepasst.

Auskunft: Paul J. Dietschy, Mitglied der Direktion, Tel. 031 324 91 99



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