Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB

Stipendien - SGB verlangt mehr Stipendien für Lehrlinge

Bern (ots) - Der SGB unterstützt den Entwurf eines interkantonalen Abkommens der EDK zur Harmonisierung der Stipendienpraxis. Er fordert dabei landesweit gültige Minimalstandards. Die unterschiedliche Behandlung je nach Kanton ist schockierend und unberechtigt. In seiner Antwort auf die von der EDK durchgeführte Vernehmlassung fordert der SGB insbesondere: - Die Stipendien sind nicht nur zu harmonisieren, sondern auch zu erhöhen. Die heutigen Beträge sind oft klar ungenügend und erlauben keine wirkliche Bildungsdemokratisierung. Die im Konkordatsentwurf vorgesehenen Grenzbeträge liegen unter dem Existenzminimum. Für den SGB darf der Zugang zu einer postobligatorischen oder einer tertiären Ausbildung nicht vom Portemonnaie der Auszubildenden oder dem ihrer Eltern abhängen, sondern einzig und allein von den persönlichen Fähigkeiten und Zielen. - Die Stipendien für Lehrlinge [aktuell erhalten rund 10'000 Vollzeit-Berufschüler/innen und rund 10'000 Lehrlinge ein Stipendium] sind zu erhöhen. Obwohl Lehrlinge einen Lohn beziehen, sind sie auf Stipendien angewiesen: Eine am 22. Mai publizierte Studie der Gewerkschaft Unia hat gezeigt, dass 51,9% der Lehrlinge mit ihrem Lohn nicht zufrieden sind; 55% glauben, die geleistete Arbeit werde zu schlecht entschädigt. Im Schnitt deckt der Lohn, den Lehrlinge erhalten, nur 35 % ihrer Ausgaben. Deshalb ziehen immer noch viele Jugendliche irgendeinen Job der Lehre vor, auch wenn dies die künftigen Chancen auf dem Arbeitsmarkt schmälert. Der SGB, dessen Verbände gut 20'000 Lehrlinge vereinigen, fordert ein Recht auf berufliche Ausbildung. Dieses kann jedoch nur mit genügenden Stipendien durchgesetzt werden. - Die Stipendien sind ebenfalls wichtig für alle Jugendlichen, die keine Lehrstelle, sondern lediglich « Übergangslösungen » finden. Mehr als 20'000 Jugendliche sind alljährlich davon betroffen. - Der SGB widersetzt sich entschieden dem Ersatz von Stipendien durch Darlehen, dies unabhängig der Ausbildung. Darlehen schränken die Chancengleichheit ein, denn Jugendliche aus tieferen Schichten müssen sich so zur Ausbildung verschulden. Die Verschuldung von Jugendlichen nimmt immer mehr beunruhigende Ausmasse an. Die Unia-Studie zeigt, dass mehr als 12% der Lehrlinge bereits verschuldet sind. Kontakt: Weitere Auskünfte: Jean Christophe Schwaab, SGB-Zentralsekretär, 078 690 35 09

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