Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB

Gleichstellungsdebatte im Nationalrat: Leider nur wenig Lichtblicke

Bern (ots) - Die heutige Debatte im Nationalrat hat gezeigt, dass der Handlungsbedarf für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben nur ungenügend erkannt ist. Zwar hat der Nationalrat mit seiner Zustimmung zu einem Vaterschaftsurlaub ein starkes Zeichen gesetzt. Der SGB begrüsst diesen Entscheid, der dazu angetan ist, die „Familienarbeit“ auch den Männern zuzuweisen. Ein fortschrittliches Bekenntnis hat die grosse Kammer auch beim Thema „Gewalt an Frauen“ und mit ihrem Ja für einen Massnahmenplan für die Durchsetzung der Gleichstellung gezeigt. An letzterem wird künftig anzuknüpfen sein. Schmerzlich hingegen ist, dass die Durchführung einer Lohngleichheitskonferenz zusammen mit Behörden, Wissenschaft und Sozialpartner/innen verweigert wurde. Als ebenso verächtlich gegenüber den Frauen wie gegenüber der Verfassung ist zu werten, dass alle vorgeschlagenen Massnahmen zur Erreichung von Lohngleichheit von der bürgerlichen Mehrheit des Rates torpediert worden sind. Während die SVP hier einem Frauenbild des vorletzten Jahrhunderts verhaftet bleibt, anerkennen FDP und CVP zwar den Handlungsbedarf, setzten aber rein auf Freiwilligkeit und Anreize – wohl im Wissen darum, dass genau diese Freiwilligkeit bisher nur sehr magere Resultate gebracht hat. Das ist doppelzüngig – und ein Appell dafür, im Herbst Rät/innen zu bestimmen, die die Anliegen der Gleichstellung und der Arbeitnehmerinnen wirklich respektieren. Die Gewerkschaften werden ungeachtet dieses weitgehend tauben Verhaltens gegenüber den Frauen die Gleichstellungsanliegen im Erwerbsleben weiterhin mit Verve vertreten - sowohl in der Politik wie in der Vertragspraxis. SCHWEIZERISCHER GEWERKSCHAFTSBUND Auskunft: Natalie Imboden, Natel : 079/706 62 84 Ewald Ackermann, 031/377 01 09

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