Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB

SBB drohen Gewerkschaftsbund – Tagesanzeiger und Basler Zeitung kuschen

      Bern (ots) - Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat mit
einem Inserat im „Bund“ und in der „Berner Zeitung“ darauf
aufmerksam gemacht, dass SBB-Generaldirektor Benedikt Weibel fĂĽr
sich selber den freien Sonntag schätzt: „Am Sonntag arbeite ich in
der Regel nicht – da halte ich mich an die Bibel“, hatte der
SBB-Chef in einem früheren Bund-Interview erklärt. Das hindert ihn
allerdings nicht daran, heute an einer Medienkonferenz fĂĽr eine
Ausdehnung der Sonntagsarbeit zu werben.

    Weibel hat sich sehr darĂĽber geärgert, dass er vom SGB als Wasserprediger und Weintrinker entlarvt wurde, und seinen Anwalt beauftragt, in seinem Namen und im Namen der SBB gegen den SGB vorzugehen. Ultimativ fordert dieser den SGB und die Medien auf, das Weibel-Inserat nicht mehr abzudrucken. Diesem Druck haben der Tagesanzeiger und die „Basler Zeitung“ nachgegeben. Die beiden Verlage weigern sich, das vom SGB gebuchte Inserat morgen und ĂĽbermorgen zu publizieren.

    Der SGB bedauert, dass die beiden Verlage die Meinungsäusserungsfreiheit in ihren Inseratespalten dem Druck der mächtigen SBB geopfert haben. Zumal es dem Gewerkschaftsbund nicht in erster Linie um die Person Weibel, sondern um die Grundsatzfrage der Ausdehnung Sonntagsarbeit geht. Neben Weibel gibt es noch eine ganze Reihe Spitzenmanager und Politiker, die fĂĽr sich einen freien Sonntag reklamieren und anderen Sonntagsarbeit zumuten.

    An der Pressekonferenz von Bendedikt Weibel zur Abstimmung ĂĽber die Ausdehnung der Sonntagsarbeit sind falsche Informationen verbreitet worden: • Nicht ein Ja am 27. November sichert den Status quo, wie behauptet, sondern nur ein Nein verhindert die Ausdehnung der Sonntagsarbeit, • Kein Bahnhofladen, der heute am Sonntag legal geöffnet hat, muss bei einem Nein schliessen, • Ein Ja gefährdet massiv die bestehenden Zulagen fĂĽr Sonntagsarbeit, gerade bei den Eisenbahnern. Wenn der Sonntag nach Arbeitsgesetz wie ein Werktag behandelt wird, gibt es keine Sonntagszulagen mehr.

SCHWEIZERISCHER GEWERKSCHAFTSBUND

Auskunft: Pietro Cavadini, 079-353 01 56



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