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comparis.ch zu den Medikamentenpreisen und -margen - Höchstens 14 Prozent teurer als im Ausland

Zürich (ots) - Kassen, Pharma, Apotheker, Ärzte und Politik streiten über Medikamentenpreise und Margen. comparis.ch hat bei den Versicherten nachgefragt, denn diese bezahlen die kassenpflichtigen Medikamente. Für die Versicherten ist bei Originalpräparaten im Durchschnitt eine Preisdifferenz im Vergleich zum Ausland von 14 Prozent akzeptabel, bei Generika sind es 10 Prozent. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage von comparis.ch vom Sommer.

Heute hat der Krankenkassen-Branchenverband Santésuisse die jüngsten Ergebnisse des Auslandsvergleichs der Medikamentenmargen veröffentlicht. Santésuisse rechnet vor, dass Herr und Frau Schweizer 410 Millionen Franken mehr Margen bezahlen als im Ausland. Neben den Handelsmargen wird auch über die Fabrikabgabepreise der Medikamente immer wieder heftig diskutiert, insbesondere im Zusammenhang mit dem Euro-Wechselkurs. Ein weiterer Bestandteil des Endpreises der Medikamente sind die Beratungsgebühren. «Für den Versicherten sind die einzelnen Preisfaktoren irrelevant», sagt Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte von comparis.ch. «Entscheidend ist, was der Prämienzahler am Ende total bezahlt.»

Die Meinung der Prämienzahler

comparis.ch hat diesen Sommer in einer repräsentativen Studie untersucht, was der Versicherte bereit ist, im Vergleich zum Ausland mehr zu bezahlen. (1) Die Untersuchung zeigt: Grundsätzlich haben die Versicherten wenig Verständnis für die Preisunterschiede im Vergleich zum Ausland, akzeptieren aber höhere Preise aufgrund des höheren Preis- und Lohnniveaus in der Schweiz. So wäre es für den Durchschnitt der Befragten vertretbar, für Originalpräparate im Ausland 14 Prozent weniger zu bezahlen als in der Schweiz. Bei Generika wäre eine Differenz von 10 Prozent im Vergleich zum Ausland in Ordnung. Diese Einschätzung bezieht sich jeweils auf den Publikumspreis, also den Preis inklusive Margen und Gebühren.

Preise im Interesse der Versicherten aushandeln

«Die Resultate zeigen: Der Prämienzahler wünscht sich wesentlich tiefere Preisdifferenzen und zwar beim Publikumspreis», erklärt Schneuwly. In der Schweiz müsse das gesamte System der Festsetzung der Medikamentenpreise überdacht werden, denn aktuell würden die Interessen der Prämienzahler nicht berücksichtigt, sagt der Krankenkassen-Experte. Schneuwlys Vorschlag: Das Bundesamt für Gesundheit sollte nur Höchstpreise und -margen für kassenpflichtige Medikamente festlegen und die Preise von den Akteuren wie Krankenkassen, Herstellern und Handel aushan-deln lassen. «Dabei müssten die Krankenkassen zeigen, dass sie wirklich die Interessen der Prämienzahler vertreten können», betont Schneuwly.

(1) Die Resultate der Studie sind abrufbar unter: http://bit.ly/OVQ2Zc

Kontakt:

Felix Schneuwly
Krankenkassen-Experte
Handy: 079 600 19 12
Telefon: 044 360 34 00
E-Mail: media@comparis.ch
www.comparis.ch



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