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comparis.ch zur Steuerung der Zulassung von Spezialärzten - Zulassungsstopp wenig versichertenfreundlich

Zürich (ots) - Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch begrüsst, dass der Bundesrat etwas gegen drohenden Kostenwachstum aufgrund der stark gestiegenen Anzahl Zulassungen für Spezialärzte unternehmen will. Allerdings hält comparis.ch die vorgeschlagenen Massnahmen für wenig versicherten- und patientenfreundlich. Stattdessen schlägt der Internet-Vergleichsdienst eine Steuerung via Taxpunktwerte vor.

Der Bundesrat hat heute bekannt gegeben, wie er ab nächstem Jahr die Zulassung der Spezialärzte steuern will. Der Vorschlag sieht vor, den Zulassungsstopp für Spezialärzte wieder einzuführen. Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch begrüsst, dass der Bundesrat etwas gegen den drohenden Kosten- und somit auch Prämienanstieg unternimmt, der aufgrund der steigenden Anzahl Zulassungen droht. Dieser Kostenanstieg ist erheblich: Von Januar bis September haben 1285 Spezialärzte eine Zulassung für eine Arztpraxis erhalten. Würde jeder dieser Ärzte eine Praxis eröffnen, hätte das zusätzliche Kosten von über 640 Millionen Franken zu Lasten der Grundversicherung zur Folge.

Die Massnahmen des Bundesrates erachtet comparis.ch für die Versicherten und die Patienten als wenig ideal. «Die vorgeschlagene Regelung verwehrt jungen talentierten Ärzten den Zugang zur Selbstständigkeit», erklärt Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte von comparis.ch. Letztlich werde so das Angebot für die Versicherten und die Patienten unnötig eingeschränkt, ohne das sich am bestehenden Überangebot etwas ändere, sagt Schneuwly. Zudem sei die Qualität der ärztlichen Leistungen kein Kriterium bei der Zulassung.

Steuern, aber nicht zahlen

Störend ist zudem, dass die Zulassung zukünftig durch die Kantone gesteuert wird. Die durch die neuen Arztpraxen verursachten Kosten müssen nicht von den Kantonen, sondern von den Kran-kenkassen und somit den Versicherten finanziert werden. «Wer am Ende die Kosten finanzieren muss, sollte auch an der Steuerung der Zulassung beteiligt sein», fordert Schneuwly. Die Versicherten bezahlen am Ende zwar die zusätzlichen Ärzte, sind sich aber den dadurch entstehenden Kosten nicht immer bewusst. So wünschen sich viele Schweizerinnen und Schweizer mehr Ärzte, selbst wenn in ihrem Kanton die Ärztedichte bereits überdurchschnittlich ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine gestern von comparis.ch veröffentlichte repräsentative Umfrage. (1)

Steuerung über Taxpunktwerte

Als Alternative zum Ansatz des Bundesrates schlägt comparis.ch eine Steuerung mittels den Taxpunktwerten vor. Die Taxpunkte regeln, wie ärztliche und arztnahe Leistungen entschädigt werden. Bei der von comparis.ch vorgeschlagenen Regelung würden die Taxpunkwerte ja nach Facharztgebiet der kantonalen Versorgungssituation angepasst. Hat es in einer Region viele Ärzte eines Fachgebiets, sänken die Taxwertpunkte. Hat es hingegen wenige Ärzte, stiegen sie. Anstatt sturer Regeln würden so Anreize für die Ärzte gesetzt, und junge talentierte Ärzte könnten weiterhin eine Praxis eröffnen. Zudem wäre diese Regelung sofort umsetzbar. Im Gegensatz zum Vorschlag des Bundesrates braucht es dafür keine Gesetzesänderung. Dank der schnellen Umsetz-barkeit würde nicht weiter wertvolle Zeit vergehen. «Generell muss man sich auch fragen, wieso der Bundesrat erst jetzt handelt: Seit dem Nein zur Managed-Care-Umfrage ist klar, dass es eine Steuerung der Zulassung der Spezialärzte braucht», sagt Schneuwly. «Nach Monaten führt man jetzt eine Regelung ein, die es bereits einmal gegeben hat und die man bewusst nicht verlängert hat.»

(1) Die wichtigsten Resultate der Umfrage sind abrufbar unter: http://bit.ly/S0pxX2

Kontakt:

Felix Schneuwly
Krankenkassen-Experte
Handy: 079 600 19 12
Telefon: 044 360 34 00
E-Mail: media@comparis.ch
www.comparis.ch



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