comparis.ch zu Alter, Beweggrund und Wohnort bei der ersten eigenen Wohnung - Früher Auszug aus der elterlichen Stube

Zürich (ots) - Information: Die Grafiken "Alter beim Auszug aus dem elterlichen Haushalt" und "Hauptgrund für den Auszug" können unter www.presseportal.ch/de/pm/100003671 kostenlos heruntergeladen werden.

Jede zweite junge Schweizerin und jeder zweite junge Schweizer ziehen spätestens mit 21 Jahren aus dem elterlichen Haushalt aus. Die meisten erhoffen sich mit ihrer ersten eigenen Wohnung zwar mehr Privatsphäre. Gleichzeitig bleiben aber 70 Prozent im selben Kanton und nahe bei den Eltern wohnhaft. Frauen ziehen deutlich häufiger mit einem Partner oder einer Partnerin zusammen als die Männer. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch unter mehr als 1000 jungen Erwachsenen.

Irgendwann zwischen 18 und 30 Jahren schliessen junge Erwachsene in der Regel ihre Ausbildung ab, starten ins Berufsleben - und irgendwann in diesen Jahren ziehen sie auch aus dem elterlichen Haushalt aus. Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch hat diesen wichtigen Schritt in einer repräsentativen Umfrage näher erforscht. An der Online-Befragung teilgenommen haben 1005 junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren, die bereits von zu Hause ausgezogen sind. Die Befragten stammen aus der Deutschschweiz und der Romandie. Die Umfrage wurde Anfang Februar im Auftrag von comparis.ch durch das Marktforschungsinstitut GfK durchgeführt.

Mit 21 Jahren ist die Hälfte ausgezogen Der Auszug aus dem elterlichen Haushalt erfolgt verhältnismässig früh. Mit 21 Jahren hat die Hälfte der jungen Schweizerinnen und Schweizer den elterlichen Haushalt verlassen (Grafik 1). Das duale Bildungssystem der Schweiz dürfte einer der Gründe sein, dass sich die jungen Erwachse-nen im europäischen Vergleich in eher jungen Jahren vom Elternhaus verabschieden. Wer eine Berufslehre macht, kann danach sofort ins Berufsleben und in die finanzielle Selbständigkeit starten. Und die Berufsbildung ist weiterhin die am meisten verbreitete höchste abgeschlossene Ausbildung. Tatsächlich werden die Lehrlinge früher als Studenten flügge: Jeder zweite Lehrabsolvent gründet mit spätestens 21 Jahren seinen ersten eigenen Haushalt.

Die Studenten lassen sich länger Zeit: Erst mit 24 Jahren ist die Hälfte der Absolventen von Hochschulen und Fachhochschulen von daheim ausgezogen. Wer also den Weg einer mehrjährigen Hochschulausbildung einschlägt, zieht eher spät von daheim aus. «Für die Gründung eines Haushalts braucht es ein regelmässiges Einkommen, das Studenten häufig fehlt», sagt Jonas Grossniklaus von comparis.ch. Nebst der Wohnungsmiete fallen regelmässige Kosten für Lebensmittel, Versicherungen oder das Auto an.

Wunsch nach Selbständigkeit und Privatsphäre Doch die administrativen und finanziellen Hürden nehmen die jungen Erwachsenen offenbar gerne in Kauf, um sich ihre Wünsche zu erfüllen. Als Hauptgrund für ihren Auszug nennen die meisten Befragten den Wunsch, selbständig zu leben und mehr Privatsphäre zu haben. 36 Prozent gaben diese Antwort (Grafik 2). Ähnlich wichtig ist die Absicht, mit dem Partner oder der Partnerin zusammenzuziehen (31 Prozent). Näher am Arbeitsort oder der Ausbildungsstätte zu wohnen, wird mit 22 Prozent bereits von deutlich weniger jungen Erwachsenen als ausschlaggebend genannt, aber dennoch häufiger als Probleme mit den Eltern: Bei bloss 4 Prozent haben die Eltern genervt, und 1 von 100 jungen Schweizern wird von den Eltern zum Auszug gedrängt.

Dominiert also die ersehnte Selbständigkeit die Gründe für einen ersten eigenen Haushalt, so ziehen die meisten jungen Erwachsenen mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin zusammen. 38 Prozent wählen diese Wohnform. Ein Drittel zieht alleine in eine Wohnung. «Die klassischen Wohnformen sind weiterhin am meisten verbreitet», sagt Jonas Grossniklaus. Denn die Wohngemeinschaft ist weniger beliebt. Ein Viertel der Befragten entscheidet sich für eine WG. Allerdings bestehen wohntechnisch erhebliche Unterschiede zwischen Mann und Frau: Während 30 Prozent der befragten Männer mit der Partnerin oder dem Partner zusammenziehen, tun dies die Frauen mit 44 Prozent weitaus häufiger. Umgekehrt ziehen 41 Prozent der Männer und bloss 28 Prozent der Frauen alleine in eine Wohnung. Bei den WG zeigen sich Unterschiede dies- und jenseits des Röstigrabens: 28 Prozent der Deutschschweizer wählen diese Wohnform bei ihrem Auszug aus dem elterlichen Haushalt - und bloss 18 Prozent der Romands. Dafür ziehen die französischsprachigen jungen Schweizer eher mit dem Partner zusammen (45 Prozent) als die deutschsprachigen (37 Prozent).

Tief in der Heimat verwurzelt Bezüglich der Sprachregionen zeigt sich, dass nur wenige den Sprung in einen anderen Landesteil wagen. Ohnehin sind die jungen Schweizerinnen und Schweizer offensichtlich sehr tief in ihrer Herkunftsgegend verwurzelt. 96 Prozent der Befragten bleiben in ihrer Sprachregion wohnhaft. 70 Prozent bleiben innerhalb ihres Kantons, 47 Prozent - oder knapp die Hälfte - verlassen auch ihren Bezirk nicht, 28 Prozent bleiben in derselben politischen Gemeinde wie ihre Eltern, und 25 Prozent sogar in derselben Ortschaft. «Obwohl in der modernen Arbeitswelt immer mehr die Rede von Mobilität ist, bleiben die jungen Schweizer in der Gegend sesshaft, wo sie aufgewachsen sind», sagt Jonas Grossniklaus. Das heisst aber nicht, dass sie Angst vor der grossen, weiten Welt hätten. Praktische Gründe dürften ebenso eine grosse Rolle spielen: «Der Arbeitsort oder die Ausbildungsstätte sind in der Regel bequem zu erreichen, so dass für einen Umzug in eine weiter entfernte Gegend gar kein Anlass besteht - oder ein solcher Umzug sogar noch zusätzliche Kosten für einen längeren Arbeitsweg bedeuten könnte», sagt Grossniklaus.

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