SFZ Schweizerische Fachstelle für Zweiradfragen

Irreführende Angaben der bfu betreffend schwere Personenschäden bei Motorradunfällen

Solothurn (ots) - Die Motorradbranche wehrt sich gegen Statements der bfu

Die schweren Personenschäden mit Schwerverletzten oder Todesfolge bei Motorradunfällen gingen im Zeitraum 2004-2014 trotz einem um 20% erhöhten Motorrad- und Rollerbestand um 24% zurück. Diese Zahlen sind der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu bekannt. Um die angebliche Dramatik des Unfallgeschehens hochzuhalten, suggeriert sie dem unbedarften Leser in ihrem Website-Communiqué zum SINUS-Report 2015 jedoch eine Zunahme solcher Unfälle. Die Motorradbranche wehrt sich in aller Form gegen diese irreführende Kommunikation.

"Seit 2009 erleiden jährlich mehr Motorradfahrer als PW-Insassen schwere oder tödliche Verletzungen. Anteilsmässig nimmt damit das Sicherheitsproblem im Motorradverkehr zu."

Diese beiden Sätze im Communiqué enthalten eine missverständliche Botschaft. Sie suggerieren eine Zunahme der schweren Motorradunfälle, obschon diese in den letzten zehn Jahren bei einem deutlich höheren Motorradbestand deutlich zurückgegangen sind.

2004 wurden insgesamt 582'058 Motorräder und Roller gezählt, 2014 waren es insgesamt 699'219, was einer Zunahme um 20% (www.motosuisse.ch/de/statistik_gesamt.html) entspricht. Die Zahl der schwerverletzten Motorrad- und Rollerfahrer sank im gleichen Zeitraum von 1'543 auf 1'199 und jene der tödlich verletzten von 114 auf 53. Die Zahl der Schwerverletzten ging somit um 22% und jene der Todesfälle um 54% zurück (vgl. den SINUS-Report 2005, S. 29, mit dem SINUS-Report 2015, S. 43).

Die irreführende Kommunikation der bfu dient dazu, die Notwendigkeit weiterer Sicherheitsanstrengungen zu begründen. Die Motorradbranche ist ebenfalls an der Sicherheit der Motorradfahrer interessiert. Sie unterstreicht jedoch, dass die Unfallsituation (auch international gesehen) keineswegs dramatisch ist, weshalb sich Massnahmen, welche die Freiheit und Selbstverantwortung der Motorradfahrer zu stark einschränken, nicht gerechtfertigt sind.

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