Eidg.Materialprüf.- u. Forschungsanstalt

EMPA: Die Zukunft liegt in intelligenten, adaptiven Brückensystemen

Dübendorf (ots) - Mit einem Aufrichtefest wurde in der Empa-Bauhalle in Dübendorf am 22. Januar 2004 ein einzigartiges Brückenmodell eingeweiht. Es dient der Forschung und Entwicklung von neuen Systemen, die intelligent auf unerwünschte Brückenschwingungen reagieren. Auf Schrägseilbrücken herrscht ein andauernder Kampf gegen lästige, aber auch gefährliche, durch Wind und Verkehr verursachte Schwingungen. Mit ermüdungs- und korrosionsbeständigen, faserverstärkten Kunststoffen als tragenden Materialien wird diesen entgegengewirkt. Zukünftig sollen auch Dämpfsysteme an den Brückenseilen die Brückenschwingungen und die daraus entstehenden Ermüdungsschäden bekämpfen. Wichtige Komponenten sind dabei in die Bauteile integrierte Sensoren, die den Zustand der Brücke permanent drahtlos überwachen. Wenn nötig, kann das System aufgrund der laufend ausgewerteten Daten "reagieren" und die Schwingungen mit Dämpfern "intelligent" auffangen. Um die Dynamik und den Einsatz von passiven, semi-aktiven und aktiven Dämpfungen zu erforschen, hat die Abteilung Ingenieur- Strukturen in den letzten Monaten ein modulares Fussgängerbrücken- System mit 20 Metern Spannweite errichtet. Das einzigartige Schrägseilbrücken-Modell im Massstab 1:1 wird zu Forschungszwecken und zur Ausbildung von Studierenden und Baufachleuten in der Baudynamik herangezogen. Neben der Finanzierung durch die Empa wurde der Bau mit Geldern vom ETH-Rat sowie mit Materialien und Know-how der dänischen Firma Fiberline Composites und Maag Technic AG unterstützt. Internationale Forschungsprojekte am Brückenmodell Bereits sind einige Forschungsprojekte angelaufen, die mit Geldern vom ETH-Rat, aus dem 6. EU-Programm und von der Gebert Rüf Stiftung mitfinanziert werden. Die Ergebnisse werden in den nächsten Monaten laufend in das Brückenmodell integriert werden. Während sich ein Projekt der semi-aktiven Dämpfung von Schrägseilschwingungen widmet, werden im Rahmen einer Dissertation, die in Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne entsteht, sensitive Beschleunigungssensoren entwickelt. Aus den über die ganze Brücke verteilten Sensoren entsteht ein Netzwerk, das es zu jedem Zeitpunkt erlaubt, den Bewegungszustand des Bauwerks abzufragen. Eine weitere Dissertation, die an der Technischen Universität Lulea in Schweden geschrieben wird, beschäftigt sich mit der Zustandsüberwachung durch faseroptische Sensoren. Ansprechperson für inhaltliche Auskünfte Dr. Daniel Gsell, Abteilung IngenieurStrukturen/Structural Engineering, Tel. 01 823 44 19, daniel.gsell@empa.ch Redaktion Martina Peter, Abt. Kommunikation/Marketing, Tel. 01 823 49 87, martina.peter@empa.ch Fotos sind elektronisch erhältlich bei martina.peter@empa.ch Legenden: Bild 1 Anlieferung der ersten Elemente für die Brückenplatte Bild 2 Einbau des ersten Elementes der Brückenplatte Bild 3 Die Kabel des Brückenträgers werden gespannt und ausgerichtet Bild 4 Die fertiggestellte Brücke beim ersten Belastungsversuch. Die Fahrbahn wurde mit 4 Betonwürfeln à je 1000 kg beschwert.

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