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ETH-Studie zur Wirtschaftlichkeit des Brandschutzes in der Schweiz
Erste Ergebnisse der Studie liegen vor

Bern (ots) - Dank dem Brandschutz werden Menschenleben gerettet und wirtschaftliche Schäden verhindert und begrenzt. Die Schweiz belegt mit jährlich nur drei Brandtoten pro eine Million Einwohner im internationalen Vergleich eine Spitzenposition bei der Personensicherheit. Die Mitte Juni an der ETH-Zürich vorgestellte Forschungsarbeit "Wirtschaftliche Optimierung im vorbeugenden Brandschutz" beurteilt erstmalig nach wissenschaftlichen Methoden Kosten und Nutzen der Brandschutzmassnahmen in der Schweiz. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit fliessen in die eingeleitete Revision der Brandschutzvorschriften ein.

Im heutigen soziopolitischen Umfeld wird der Brandschutz zunehmend als Kostenfaktor wahrgenommen. Kosten und Nutzen von Brandschutzinvestitionen werden vermehrt hinterfragt. Der vorbeugende Brandschutz in der Schweiz richtet sich unter Nutzung technischer Grundlagen und gestützt auf die reiche Schadenerfahrung der Kantonalen Gebäudeversicherungen und von Brandschutzbehörden am öffentlich-rechtlichen Prinzip der Verhältnismässigkeit aus. Bei der Neufassung von Brandschutzvorschriften sind jeweils auch die technischen Entwicklungen, die Veränderungen der Gefährdung und die Nutzungsanforderungen zu berücksichtigen. Die Massnahmenkosten im Brandschutz sollen in einem angemessenen Verhältnis zur Verminderung der Gefahren und potentiellen Wertverlusten stehen. Bislang fehlten aber wissenschaftliche Methoden zur Berechnung von Kosten und Nutzen der Brandschutzmassnahmen.

Deshalb hat die ETH Zürich eine wissenschaftliche Studie zu dieser Thematik erstellt. Die vorliegende Studie leistet einen methodisch und inhaltlich neuartigen Beitrag zur wissenschaftlich gestützten, alle relevanten Aspekte umfassenden Bewertung von Kosten und Nutzen im vorbeugenden Brandschutz. In zahlreichen Fallstudien werden konkrete Fragen beispielsweise zu Brandabschnitten in Einfamilienhäuser, kleinen Bauten ohne Brandabschnitte, Rauchmelderpflicht für Wohnbauten, Kompensation von Fluchtweganforderungen mit technischem Brandschutz untersucht.

Aktuell werden die Schweizerischen Brandschutzvorschriften VKF einer Revision unterzogen. Der Projektauftrag beinhaltet einerseits die Übernahme der europäischen Normen und andererseits die Anpassungen an den aktuellen Stand der Technik. Die heute geltenden Schutzziele in Bezug auf Personensicherheit bleiben unverändert. Hingegen besteht die Absicht im Sachwertschutz primär die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Konzeptionell sollen weiterhin 80 bis 90 Prozent der Bauten mit Brandschutzmassnahmen nach Standardkonzept abgedeckt sein. Für die übrigen 10 bis 20 Prozent werden die massgeschneiderten Ingenieur-Brandschutzschutzkonzepte konkreter definiert und erhalten inskünftig einen höheren Verbindlichkeitswert. Somit leistet die vorliegende Forschungsarbeit einen wichtigen Beitrag für die angelaufene Revision der Brandschutzvorschriften. Die wissenschaftlich gestützten und umfassenden Bewertungen von Kosten und Nutzen im vorbeugenden Brandschutz beeinflussen die Revisionstätigkeit massgebend. Sie sind somit ein entscheidender Schritt zur künftigen Gestaltung des Brandschutzes als Teil des dreifachen Auftrags der Kantonalen Gebäudeversicherungen. Dieser umfasst neben der Effektivität von Schadensvorsorge, -bekämpfung und Versicherung in zunehmendem Masse auch die Verpflichtung zur effizienten Leistungserbringung. Zudem eröffnen die Erkenntnisse den Brandschutzbehörden neue Möglichkeiten zur Erarbeitung, Bewertung, Begründung und damit auch Durchsetzung effektiver und effizienter Brandschutzvorschriften.

Kontakt:

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Präsident Technische Kommission VKF
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Medienstelle VKF
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E-Mail: rolf.meier@vkf.ch



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