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Marketing-Sünden ausmerzen

Eine Fachtagung zum Thema "Erfolgreiches Marketing in der IT-Branche" im KKL Luzern

    Luzern (ots) - Richard Kuehn, Professor an der Uni Bern, brachte es in seinem Referat auf den Punkt: "Aus Fehlern können wir vieles lernen." Eine Umfrage hatte im vergangenen Herbst ergeben, dass die Schweizerische Softwareindustrie ihre grösste Schwäche noch immer nicht losgeworden ist. Das kundenorientierte Handeln wird eindeutig zu wenig gepflegt. Die soft(net)-Tagung im Auftrag des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie vom 31. Januar im KKL Luzern war der gelungene Versuch, Fehler zu analysieren und mögliche Lösungswege aufzuzeigen. Kuehns Fazit: "Das eine tun und das andere nicht lassen ist die grösste Sünde, die wir uns im Bereich Marketing überhaupt leisten können".

    Die Lösung eines Problemes beginnt damit, dass man es überhaupt erkennt. Insofern ist die Tatsache, dass für die Tagung im KKL Luzern aus Kapazitätsgründen über hundert Interessierte abgewiesen werden mussten, beruhigend. Zeit zum Zürucklehnen gab es für die Vertreterinnen und Vertreter der Schweizerischen Softwareindustrie dann allerdings kaum. soft(net), das Aktionsprogramm des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, das Prof. Dr. Beat Hotz-Hart eingangs der Tagung vorstellte, ist ambitiös und anspruchsvoll zugleich. Das Ziel lautet, durch Entwicklung, Vermarktung und Anwendung von Software "made in switzerland" mehr Umsatz und Ertrag am Standort Schweiz zu erwirtschaften. Mit einer Doppelstrategie, die nicht nur auf die Förderung einer starken CH-Softwareszene, sondern auch auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Förderung der IT-Anwendungen setzt.

    Was bereits die erste Umfrage im vergangenen Frühling angedeutet hatte, bestätigte die zweite Ausgabe im Herbst 2001. Zwar hat die Schweizerische Softwareindustrie den Druck des Marktes erkannt und dazugelernt, die momentane Situation ist aber noch bei weitem nicht optimal. Stefan Hitz, CEO der Jeko AG, wies in seinen Auslegungen der Umfrage deutlich auf die industriellen Schwächen hin: "Auch nach einer deutlichen Verbesserung der Werbemassnahmen ist die Kundenorientierung nach wie vor rudimentär. Zudem mangelt es an einer wirklichen Wahrnehmung des Preis-/Leistungsverhältnisses." Sein Ratschlag: Mehr und bessere Kommunikation.

    In seinem mit Spannung erwarteten Referat strich Prof. Dr. Richard Kuehn, Direktor des Instituts für Marketing und Unternehmensführung der Uni Bern, gleich von Beginn weg heraus, wo er generell Handlungsbedarf sieht. "Niemand sagt von sich, er sei nicht kundenorientiert. Das Problem besteht darin, dass jene, die es nicht sind, dieses Defizit nicht bemerken." Gemäss Kuehn hat gutes Marketing zwei Aufgaben: Kundengewinnung und Kundenbindung. Sein Beispiel mit dem Kellner im deplatzierten lila Frack, der in einem Bierkeller serviert, brachte ihm nicht nur einige Lacher, sondern illustrierte auch seine nachfolgende Warnung  aufs Beste: "Im Dienstleistungssektor ist es schlimmer als anderswo, zuviel oder das Falsche zu versprechen."

    Nach diesem kleinen aber äusserst spannenden Ausflug ins Allgemeine führte Thomas Kohler, Chief Commercial Officer von Orange Communications, wieder ins "Kerngeschäft" zurück. Kohlers Erfolgsrezept: Dem Kunden ein einheitliches Firmenbild abzugeben. Als entscheidenden Zukunftsfaktor strich der ausgewiesene IT-Spezialist - wenn wunderts - die Bedeutung des Kundendienstes heraus. "Der Kunde muss sich auf den Anbieter verlassen können, wo immer er ist."

    "Die Wichtigkeit der Marke kann gar nicht überschätzt werden". Diese Erkenntnis von Christoph Brand, CEO von Bluewin, liess sich auch bestens auf die Ausführungen von Gabriele Zedlmayer, Vice President Marketing Communications für Europa, Mittelasien und Afrika der Compaq Computer Corporation, übertragen. Zedlmayer zeigte anhand von Compaq-Werbefilmen eindrücklich, wie ein unverwechselbarer, starker Brand geschaffen wird und wie dieser Brand Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben kann. "Die Angestellten sollen auf ‚ihre' Marke auch stolz sein können."

    Thomas Stämpfli, CEO bei Deltavista, setzte mit seinen Gedanken zu einem kundengerechten Marketing den morgendlichen Schlusspunkt. "Auch das beste Produkt kann sich nur dann verkaufen, wenn der Kunde davon weiss." Eine Absage erteilte Stämpfli dem vielerorts praktizierten "Vierfrüchte"-Marketing, das zwar gut aussieht aber nirgendwo richtig greift. "Wir müssen uns auf unsere Qualitäten konzentrieren und den Kunden und seine Bedürfnisse ins Zentrum rücken."

    Die sechs Workshops vom Nachmittag brachten einen noch direkteren und vor allem praxisorientierten Kontakt mit der Aufgabestellung, erfolgreiches Marketing für die IT-Branche zu entwickeln. Und sie schürten die Hoffnung, die von Professor Kuehn am Morgen formulierte "Gretchenfrage" "Machen wir ein gutes Marketing?" in naher Zukunft mit "Ja" beantworten zu können.

ots Originaltext: cosmic
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