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MS-Therapie: Antikörper als Spielverderber!

Schaffhausen/London (ots) - Fachleute warnen anlässlich des Weltkongresses für Neurologie: Bei der Therapie der Multiplen Sklerose kann das allmähliche Auftreten von sogenannten neutralisierenden Antikörpern die Therapie zunichte machen! Interferon-Beta ist heute für die Therapie der Multiplen Sklerose (MS) unerlässlich. Jetzt häufen sich Hinweise für eine Abschwächung der Wirksamkeit von Interferon-Beta. Eine Studie mit Rebif(r) belegt: Patienten, die Antikörper gegen Interferon-Beta entwickelten, hatten nach vier Jahren weitaus schlechtere Therapieergebnisse als Patienten ohne Antikörper. Gleichzeitig nahm bei den Patienten mit Antikörper auch die Invalidität bedeutend stärker zu. Laut dem Spezialist für Neuroimmunologie Gavin Giovannoni vom National Hospital, London, muss bei allen Formen von Interferon-Beta mit dem Auftreten von neutralisierenden Antikörpern (NA) gerechnet werden. Die Konsequenzen können drastisch sein: Je höher ihr Anteil, desto schlechter sieht es für die Therapie aus, das Präparat wirkt kaum mehr. Das Problem ist ernst, denn die Antikörper treten häufig auf. Vergleicht man die drei auf dem Markt befindlichen Substanzen, so wurden für Betaferon(r) (Interferon-beta 1 b) nach drei Jahren Therapie bei 45-47 Prozent der Patienten NA gefunden. Für Rebif(r) (Interferon-beta la) betrugen die Werte nach zwei Jahren 13-24 Prozent. Am besten schneidet Avonex(r) (Interferon-beta la) ab: Nur zwischen 2 und 5.8 Prozent der Patienten entwickeln solche Antikörper. Folgende Eigenschaften dieses Präparates sorgen laut dem MS-Spezialisten Professor Dusan Stefoski vom Rush Medical College, Chicago, dafür, dass weniger Antikörper auftreten: Avonex(r) ist eine mit dem menschlichen Interferon-Beta identische Substanz. Deshalb reagiert das Immunsystem kaum darauf. Da sie nur einmal wöchentlich via Muskel verabreicht wird, kann zudem das Immunsystem im Hautbereich umgangen werden. Schliesslich muss weniger Substanz weniger oft gespritzt werden. Dies sind zwei weitere Gründe, die die Entstehung von Antikörpern bremsen. Da sich gemäss einer Umfrage gut die Hälfte aller Patienten Sorgen um das Auftreten von Antikörpern machen, ist es sinnvoll, wenn man dieses Thema bei der Therapiewahl gebührend berücksichtigt. (TF) Kürzlich wurde eine Vergleichsstudie mit zwei Formen von Interferon-Beta publiziert und die Resultate zugunsten des einen Präparates teilweise in der Laienpresse hochgejubelt. Bei seriöser Betrachtung aller Umstände wird klar, dass den Patienten als Endverbraucher mit einer solchen Informationsvermittlung wenig gedient ist. Sie laufen Gefahr, verunsichert zu werden und damit kommt auch die therapeutisch wertvolle Arzt-Patient Beziehung unter Druck. Für in der Multiplen Sklerose erfahrene Fachleute ist es offenkundig, dass nicht zuletzt wegen dem Auftreten von Antikörpern Resultate von Behandlungsstudien erst nach mindestens zwei bis drei Jahren eine verlässliche Basis für eine vernünftige Interpretation abgeben. Denn die Multiplen Sklerose ist ein chronisches Leiden, bei dem therapeutisch sehr langfristig geplant werden muss. Somit macht es aus ärztlicher Sicht absolut keinen Sinn, nach einer nur 24-wöchigen Studiendauer aufgrund der Behandlungsergebnisse Schlüsse zugunsten eines der beteiligten Präparate zu ziehen. ots Originaltextservice: Public Health Consulting GmbH Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: Dr. med. Thomas Ferber Public Health Consulting GmbH Postfach 412 8201 Schaffhausen Tel.: +41 (0)52 630 00 78 Fax: +41 (0)52 630 00 77 E-Mail: info@ferber-medical.ch Internet: www.ferber-medical.ch [ 003 ]

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