Schweizerischer Nationalfonds / Fonds national suisse

SNF: Jahresbericht 2010 des Schweizerischen Nationalfonds

Bern (ots) - Grundlagenforschung: 17 Prozent mehr Projekte eingereicht

Forschende haben 2010 deutlich mehr Projektgesuche beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) eingereicht als in den Vorjahren. Mit einer Zunahme von 17 Prozent gegenüber 2009 stieg die Nachfrage sprunghaft an, was den Wettbewerb um Forschungsgelder weiter verschärft. Mit 726 Mio. Franken hat der SNF 2010 so viele Förderungsbeiträge wie noch nie zugesprochen (+2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Der SNF sieht sich seit mehreren Jahren mit einer zunehmenden Nachfrage nach Finanzierung vonseiten der Forschenden konfrontiert. Bei seinem Hauptinstrument, der Projektförderung, erhöhte sich die Anzahl der eingereichten Gesuche seit 2007 pro Jahr um durchschnittlich zehn Prozent. Dabei ist die Wachstumskurve steiler geworden: Gemäss dem eben veröffentlichten Jahresbericht 2010 stieg die Anzahl Gesuche letztes Jahr sprunghaft an, um 17 Prozent auf 2784 Gesuche im Gesamtwert von 1,1 Mia. Franken. Nicht nur in der Projektförderung wachsen die Gesuchszahlen, auch die für den Nachwuchs reservierten Mittel der Personenförderung werden stärker nachgefragt.

Forschung läuft auch Hochtouren 2010 bewilligte der SNF insgesamt so viele Forschungsgelder wie noch nie: total 726 Mio. Franken (+2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Mit diesen Mitteln wurden rund 3100 Forschungsvorhaben unterstützt. 24 Prozent der bewilligten Finanzmittel entfielen auf die Geistes- und Sozialwissenschaften, 34 Prozent auf die Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften und 42 Prozent auf die Biologie und Medizin.

Gute Beurteilung - keine Garantie für Finanzierung Das Mittelwachstum des SNF kann mit der laufend steigenden Nachfrage nicht mithalten. Der SNF ist deshalb immer mehr gezwungen, qualitativ gut eingestufte Forschungsvorhaben abzulehnen oder zu kürzen. In der Projektförderung fiel 2010 die Erfolgsquote der Forschenden markant um 5 auf 56 Prozent, nachdem sie bereits im Vorjahr gesunken war. Von den beantragten Beiträgen konnten noch 42 Prozent bewilligt werden (Vorjahr 45 Prozent), obwohl die Forschenden pro Projekt durchschnittlich nicht mehr Mittel beantragten.

Bei wichtigen Instrumenten der Personenförderung, den Förderungsprofessuren und den Ambizione-Beiträgen, lag die Erfolgsquote 2010 bei 22 bzw. 28 Prozent.

Gründe für die Zunahme Der SNF sieht die Gründe für die wachsenden Gesuchszahlen in der Zunahme des wissenschaftlichen Personals an den Schweizer Hochschulen, in der hohen Aktivität der Forschenden in der Schweiz und im anhaltenden Leistungsdruck zum Einwerben von kompetitiven Drittmitteln. Die 2009 eingeführten Overhead-Beiträge des SNF, mit welchen indirekte Projektkosten teilweise abgegolten werden, dürften einen zusätzlichen Anreiz geschaffen haben.

Schwerpunkte 2012-2016: Nachwuchsförderung und Forschung mit Anwendungsbezug 2010 hat der SNF den Bundesbehörden seine strategischen Ziele für 2012-2016 vorgestellt. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den Forschungsplatz Schweiz für den Nachwuchs attraktiver zu gestalten und die internationale Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Forschenden zu stärken. Ausserdem will er die anwendungsorientierte Grundlagenforschung und den Wissens- und Technologietransfer vermehrt unterstützen.

Massnahmen des Mehrjahresprogramms, die ohne zusätzliche Finanzmittel umgesetzt werden können, hat der SNF bereits eingeleitet. Für die Umsetzung aller anderen Massnahmen, insbesondere bei der Nachwuchsförderung, ist er auf zusätzliche Finanzmittel angewiesen. Ohne ein substanzielles Wachstum des Bundesbeitrags wird es dem SNF nicht gelingen, sowohl die nötigen Neuerungen zu realisieren als auch die Erfolgsquoten für die Gesuchstellenden zu stabilisieren.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) Der SNF ist die bedeutendste Schweizer Institution zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Er fördert im Auftrag des Bundes alle Disziplinen, von Philosophie über Biologie bis zu Nanowissenschaften und Medizin. Die Gesuche stehen in gegenseitiger Konkurrenz und werden durch nationale wie internationale Experten («peer-reviews») geprüft. Mit diesem Verfahren gewährleistet der SNF die Qualität der mit staatlichen Geldern finanzierten Projekte.

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