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economiesuisse - Zukunft der Mobilität

Zürich (ots) - Tag der Wirtschaft von economiesuisse in Zürich

Die diesjährige Jahresversammlung von economiesuisse stand unter dem Motto «Zukunft der Mobilität». «Mit dem Wandel der Mobilität müssen auch die politischen Rahmenbedingungen Schritt halten», sagte economiesuisse-Präsident Heinz Karrer in seiner Präsidialansprache. Gastreferent Lars Thomsen wagte einen Ausblick auf die Veränderungen der Mobilität in den nächsten zehn Jahren. Bundesrätin Doris Leuthard erinnerte daran, dass sich Mobilität nicht mit einfach mehr Schiene oder mehr Strasse bewältigen lasse. «Es braucht eine Vernetzung mit der Raumpolitik und Ideen, wie wir die Mobilitätsspitzen am Morgen und am Abend glätten können.» Am Tag der Wirtschaft wurde zudem die neue Direktorin, Monika Rühl, willkommen geheissen.

Das Verhältnis zwischen der Schweiz und Europa sei komplizierter geworden und sorge heute für sehr grosse Verunsicherung. Die Konsequenzen eines allfälligen Wegfalls der Bilateralen I seien zwar nicht abschliessend zu beziffern. Schon heute sei aber klar, dass unseren Unternehmen dadurch der Zugang zum europäischen Binnenmarkt massiv erschwert werde, hielt Heinz Karrer fest. Aus Sicht der Wirtschaft seien drei Kriterien bei der Umsetzung der Zuwanderungs-Initiative zentral: die aussenpolitische Akzeptanz, eine grösstmögliche Flexibilität für Unternehmen und dass der Verfassungsauftrag respektiert, dabei aber der Spielraum ausgenutzt wird. Eine schnelle Lösung sei kaum realistisch, umso wichtiger sei es darum, dass die Verhandlungspartner kooperativ und gewillt seien, eine Lösung zu finden. Um unsere Handlungsfreiheit zu wahren und die Beziehungen zur EU nicht weiter zu belasten, sei ein klares NEIN zur Ecopop-Initiative am 30. November nötig.

Dialog zwischen Bevölkerung und Wirtschaft fördern In seiner Rede rückte Heinz Karrer auch die wachsende Herausforderung ins Zentrum, Mehrheiten für wirtschaftsfreundliche Anliegen in der Bevölkerung zu schaffen. Es sei noch nicht gelungen, dem Vertrauensverlust in die Wirtschaft gezielt entgegenzuwirken. Die Wirtschaft muss sich noch aktiver um einen respektvollen Dialog mit der Bevölkerung und der Politik bemühen. Deren Anliegen, Interessen und Bedürfnisse müssen besser aufgenommen werden und in die Überlegungen und Handlungen der Wirtschaft einfliessen. Es muss gelingen, die Funktionsweisen einer globalisierten Schweizer Wirtschaft und deren Bedeutung für den Wohlstand der Schweizer Bevölkerung auf einfache und nachvollziehbare Art zu vermitteln. Beispielsweise auch, indem sich wieder mehr Unternehmerinnen und Unternehmer in die Politik einbringen, indem sie politische Ämter übernehmen oder ihren Mitarbeitenden ermöglichen, sich politisch zu engagieren.

Mobilitätstrends bis 2024

Einen Blick in die Zukunft wagte Gastreferent Lars Thomsen. Im Bereich der Mobilität verändere sich in den kommenden zehn Jahren mehr, als in den letzten 50 Jahren zusammen. Technische und gesellschaftliche Entwicklungen werden neue Formen der Mobilität ermöglichen, die sowohl Fahrzeughersteller, Logistiker, Stadtplaner und die Nutzer des öffentlichen und individuellen Verkehrs betreffen. So beispielsweise die künstliche Intelligenz von Fahrzeugen, die bald schon autonom besser und sicherer fahren werden, als wenn sie von Menschen gelenkt würden. Auch das Konsumentenverhalten werde sich stark verändern. Immer mehr werde nicht der Besitz eines Fahrzeugs entscheidend sein, sondern der Zugang zu einer Mobilitätsressource. Smartphones und Apps werden damit die Wahrnehmung und Nutzung von Mobilität massgeblich prägen.

Vernetzung mit der Raumpolitik nötig

In einem wirtschaftlichen Umfeld mit Risiken und Unsicherheiten brauche die Politik starke Partner in der Wirtschaft. Mit Blick auf die zunehmende Mobilität erklärte Bundesrätin Leuthard: «Mobilität lässt sich nicht mit einfach mehr Schiene oder mehr Strasse bewältigen. Fünf Minuten schneller von Zürich nach Bern - auch das bringt nichts. Es braucht eine Vernetzung mit der Raumpolitik. Das setzt voraus, dass man an den Gemeinde- und Kantonsgrenzen nicht aufhört zu denken und zu planen.» Um die vorhandenen Verkehrsinfrastrukturen besser zu nutzen, seien innovative Lösungen nötig. Dabei sei die Wirtschaft für Technologiesprünge verantwortlich. Um die Frage einer vermehrten Nutzerfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur zu diskutieren, sei das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) derzeit daran, einen Konzeptbericht zuhanden des Bundesrats zu erarbeiten, in dem mögliche Ausgestaltungen sowie Vor- und Nachteile von Mobility Pricing dargelegt werden.

Die Zukunft der Mobilität wurde auch während eines Panels mit Regula Rytz, Nationalrätin und Co-Präsidentin Grüne, Markus Hutter, alt Nationalrat und Unternehmer, Thomas E. Kern, CEO Flughafen Zürich AG, und Dr. Daniel Müller-Jentsch, Projektleiter Avenir Suisse, lebhaft diskutiert.

Ab 18.00 Uhr sind unter www.photopress.ch/image/Aktuell/August+14/Tag+der+Wirtschaft+2014 Bilder des Tags der Wirtschaft verfügbar.

Kontakt:

Roberto Colonnello, Leiter Kommunikation a.i.
Telefon: 078 806 36 96



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