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economiesuisse - Verkehrsprobleme mit Innovation und Intelligenz lösen Gut besuchte Mobilitätstagung von economiesuisse in Zürich

Zürich (ots) - Die Schweizer Verkehrsinfrastruktur kann nur effizient und leistungsfähig bleiben, wenn vermehrt auf intelligente und innovative Lösungen gesetzt wird. Dieses Fazit zogen die Referenten der heute von economiesuisse in Zürich durchgeführten Tagung "Mobilität 2030". Bereits heute stossen Schienen und Strassen zu den Stosszeiten regelmässig an ihre Kapazitätsgrenzen und bis 2030 wird ein massives Wachstum der Verkehrsströme prognostiziert. Markus Hutter, FDP-Nationalrat, plädierte deshalb für eine neue Verkehrspolitik, die sich an den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, des Verursacherprinzips und einer transparenten Finanzierung orientieren muss. Peter de Haan, Experte für Mobilitätsverhalten bei Ernst Basler+Partner und ETH-Dozent, zeigte die Trends auf, die zu einer effizienteren, öfter als heute auch kombinierten Mobilität führen, die aber auch in Zukunft vom Auto dominiert werden wird. Die grössten Schwachstellen der heutigen Verkehrspolitik ortet Daniel Müller-Jentsch von der Denkfabrik Avenir Suisse im Finanzierungsbereich. Mit den richtigen Markt- und Preismechanismen könnten die heutigen Verkehrsspitzen geglättet und dadurch die Kapazität gesteigert werden. Dazu müssten langfristig alle fixen Verkehrsabgaben abgeschafft und durch Mobilitätspreise ersetzt werden, die sich je nach Zeit und Strecke differenzieren.

Solche Lösungen sind technisch machbar, wie die verschiedenen Referenten aus der Industrie an der Tagung aufzeigten. So bietet Siemens eTicketing-Lösungen an, die über eine einzige Karte die hürdenfreie Nutzung des öffentlichen Verkehrs ermöglichen und den Kauf von einzelnen Tickets oder Abonnementen überflüssig machen. Wie Heinz Hügle, Leiter Rail IT, Mobility and Logistics von Siemens Schweiz AG darlegte, bieten solche Systeme nicht nur die Möglichkeit, die Preise je nach Nachfrage zu differenzieren, sondern auch die Vertriebskosten für die öV-Unternehmen markant zu senken. Vergleichbare Systeme sind auch für den Individualverkehr möglich, wie Josef A. Czako von Kapsch TrafficCom am Beispiel der intelligenten Vignette zeigte. Diese könnte die heutige Vignette ersetzen und würde eine entfernungsabhängige Tarifierung ermöglichen. Dadurch könnte nicht nur zwischen Viel- und Wenigfahrer unterschieden werden, es würden auch Verkehrsdaten gewonnen, die mittels Echtzeitinformationssystemen zur Verkehrslenkung und Stauprävention verwendet werden könnten. Gerade solche Systeme werden zentral sein, um das Verkehrsaufkommen in den wachsenden Städten und Agglomerationen zu bewältigen, wie Raimon Christiani von IBM anhand von verschiedenen Beispielen aufzeigte. So helfen in Singapur Echtzeit-Daten von Sensoren und Rechenmodellen das Verkehrsgeschehen mit 90-prozentiger Sicherheit vorherzusagen.

Die Schweizer Verkehrspolitik setzt demgegenüber heute noch zu stark auf Beton statt Innovation. Angesichts der begrenzten finanziellen Möglichkeiten und des umfangreichen Wunschprogramms für Ausbauprojekte im Strassen und Schienenverkehr müssen auch hierzulande wo immer möglich neue Systeme und Innovationen evaluiert und wo sinnvoll eingesetzt werden.

Kontakt:

Kurt Lanz, Mitglied der Geschäftsleitung
Telefon: 079 772 33 58
E-Mail: kurt.lanz@economiesuisse.ch


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