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economiesuisse - Nein zu energiepolitischen Schnellschüssen

Zürich (ots) - economiesuisse unterstützt den Entscheid des Bundesrates, die bestehenden Kernkraftwerke weiterlaufen zu lassen, solange die Sicherheit gewährleistet ist. Ein vorzeitiger Ausstieg und ein pauschales Technologieverbot gefährden den geordneten Umbau der Energieversorgung.

Die Grünen haben heute die Volksinitiative "Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie" eingereicht. Das Volksbegehren verlangt eine vorzeitige Abschaltung der Schweizer Kernkraftwerke; Beznau 1 soll bereits ein Jahr nach Annahme der Initiative vom Netz gehen, die anderen vier Kernkraftwerke spätestens bis 2029. Danach soll ein absolutes Nutzungsverbot der Kernkraft zur Strom- und Wärmeerzeugung gelten.

economiesuisse lehnt die Initiative mit dem trügerischen Titel ab. Denn ein vorzeitiger Atomausstieg verhindert den geordneten Umbau der Energieversorgung. Sofern die Sicherheit gewährleistet ist, sollen die fünf bestehenden Kernkraftwerke bis zum Ende ihrer Betriebsdauer weiterlaufen. Das schafft mehr Zeit für die Umstellung auf andere Energiequellen. «Die Schweizer Wirtschaft ist auf eine sichere, wettbewerbsfähige und umweltschonende Energie- und Stromversorgung angewiesen - ein vorzeitiger Atomausstieg gefährdet diesen zentralen Standortfaktor», beurteilt Pascal Gentinetta, Vorsitzender der Geschäftsleitung von economiesuisse, die Initiative der Grünen.

Das geforderte absolute Nutzungsverbot der Kernenergie zur Strom- und Wärmeproduktion ist zudem unnötig und forschungsfeindlich. Bereits nach geltendem Recht besteht kein Anspruch auf Erteilung einer Rahmenbewilligung für ein Kernkraftwerk. economiesuisse teilt auch in diesem Punkt die Ansicht des Bundes: Künftige Generationen sollen selber entscheiden, ob dereinst eine neue Technologie zum Einsatz kommen darf. Deshalb muss die Energieforschung in allen Bereichen intensiviert werden. «economiesuisse wird sich bereits in der laufenden Vernehmlassung zur Energiestrategie 2050 gegen Technologieverbote wehren», so Gentinetta weiter.

Die Initiative lässt die ökologischen Probleme eines vorzeitigen Atomausstiegs ausser Acht. Trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien produziert Deutschland nach dem raschen Atomausstieg mehr Strom aus fossilen Energiequellen und dürfte deshalb seine Klimaziele verfehlen. Auch die Internationale Energie-Agentur (IEA) hält in ihrem «World Energy Outlook 2012» fest, der Verzicht auf Nuklearenergie in verschiedenen Ländern sei vor dem Hintergrund der drohenden Erderwärmung besorgniserregend.

Kontakt:

Kurt Lanz, Mitglied der Geschäftsleitung, 079 772 33 58 


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