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economiesuisse - Einheitskasse verhindert modernes Gesundheitswesen

Zürich (ots) - Mit der Einreichung der «Initiative für eine öffentliche Krankenkasse» steht fest, dass die Schweizer Stimmbevölkerung erneut über die Schaffung einer staatlichen Monopolversicherung abstimmen wird. Der Kostenanstieg im Gesundheitswesen wird mit einer Umsetzung der Initiative aber nicht gestoppt. Ausgebremst werden hingegen Wettbewerb und Innovation. Mit den Leistungen ihres Gesundheitssystems sind die Schweizerinnen und Schweizer insgesamt sehr zufrieden. Sorgen bereitet ihnen jedoch der jährliche Anstieg der Kosten und damit auch der Prämien für die Grundversicherung. Die Urheber der «Initiative für eine öffentliche Krankenkasse» wollen dieses Problem mit einem staatlichen Monopol lösen: Ein einziger Anbieter für alle rund acht Millionen Versicherten soll an die Stelle der heutigen Vielfalt treten. Davon versprechen sich die Initianten hohe Einsparungen, insbesondere bei den Verwaltungskosten. Fakt aber ist: Für ihre eigenen Kosten benötigen die Schweizer Krankenversicherer lediglich 5,4 Prozent der Prämiengelder. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren sogar gesunken: 1996 lag er noch bei 8,1 Prozent. Im Bestreben, ihren Kunden guten Service zu möglichst günstigen Konditionen zu bieten, haben sie selbst ein grosses Interesse an tiefen Kosten. Die medizinischen Rechnungen werden von den Versicherern entsprechend kontrolliert. Das führt zu Einsparungen, die den Prämienzahlenden zugute kommen. Für eine Einheitskasse besteht dieser Anreiz nicht. Egal, ob ihr Service nachlässt oder ihre Kostenbasis steigt - ihre Kunden können nicht zur Konkurrenz wechseln, weil es eine solche gar nicht mehr gibt. Aus Sicht der Versicherten ist dieser Verlust der Wahlfreiheit höchst unbefriedigend. Die Innovation sinkt - die Gefahr von Defiziten steigt Auch die medizinischen Leistungserbringer wären neu mit einem Monopolisten konfrontiert. Dieser kann ihnen die Preise diktieren, was jeglichen Wettbewerb ausschaltet. Wettbewerb aber ist eine Grundvoraussetzung für Innovation - nur dort, wo kreative Ideen in Konkurrenz zueinander stehen, setzt sich am Ende die beste Lösung durch. Eine weitere Gefahr der Einheitskasse sind finanzielle Defizite. Die Erfahrung zeigt, dass staatliche Monopolversicherer dazu neigen, Prämien aus politischen Gründen nicht kostendeckend anzusetzen. Den so entstehenden Schuldenberg erben die künftigen Generationen. Für economiesuisse muss eine moderne Gesundheitspolitik deshalb einen anderen Weg einschlagen. Der heute allzu stark regulierte Wettbewerb zwischen den Leistungserbringern muss freier gestaltet werden. Ein wichtiges Mittel hierfür ist die Verbesserung der Transparenz bezüglich Kosten und Qualität. Diese bessere Vergleichbarkeit stärkt die Wahlfreiheit und dadurch auch die Selbstverantwortung der Patientinnen und Patienten.

Kontakt:

Fridolin Marty, Leiter Gesundheitspolitik economiesuisse
Telefon: 079 257 47 86
E-Mail: fridolin.marty@economiesuisse.ch



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