SKO Schweizer Kader Organisation

Vaterschaftsurlaub ist Gebot der Stunde

Zürich (ots) - Die SKO unterstützt einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Er setzt ein familienpolitisches Zeichen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und das Ziel, Frauen als eigenständige Erwerbstätige zu fördern. Lesen Sie hier mehr zur Erwartungshaltung der Schweizer Kader Organisation und welche Möglichkeit bestehen, die zu beratende Vorlage noch zu optimieren.

Die SKO postuliert in ihrer Sozialcharta die Unterstützung für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Dabei sollte der Fokus auf Lösungen in Gesamtarbeitsverträgen oder auf Betriebsebene liegen und auch die Eigenverantwortung im Sinne von Ferienbezug oder von unbezahltem Urlaub eingefordert werden. Der Bedarf ist ausgewiesen denn eine im Sommer 2015 erstellte repräsentative Umfrage zeigt, dass ein schweizweit über 80 Prozent der Bevölkerung einen Vaterschaftsurlaub befürwortet.

Aktuell steht die parlamentarische Initiative von CVP-Nationalrat Martin Candinas zur Diskussion, welcher zwei Wochen Vaterschaftsurlaub einführen will. Die Finanzierung soll analog zur Mutterschaftsversicherung über die Erwerbsersatzordnung (EO) erfolgen.

Die Haltung der SKO

Die zuständige Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Nationalrates hatte im April 2015 der Initiative zugestimmt. Die Medienmitteilung zu diesem Entschied hält fest, ein solcher Urlaub sei aus familienpolitischen Gründen angezeigt und die Kommission erachte ihn als sozialpolitisch verträglich. Diese Haltung wird auch von der SKO geteilt. Die Schwesterkommission des Ständerates folgte diesem Entscheid nicht. Ins Feld geführt wurden vor allem die Kosten des Modells von rund 200 Millionen Franken und der Finanzierungsbedarf im Gegenwert von 0,06 Lohnprozenten. Da der Bundesrat eine Senkung des EO-Beitragssatzes ab 2016 beschlossen hat, sei es nicht angezeigt, den EO-Fonds und letztlich die Wirtschaft durch einen Vaterschaftsurlaub erneut stärker zu belasten. Die SGK N diskutierte im Januar 2016 das Geschäft erneut. Diesmal war der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub nicht mehr mehrheitsfähig und wird dem Nationalrat zur Ablehnung empfohlen. Der Nationalrat hat noch die Chance, dem Antrag der Minderheit der Kommission zu folgen und den Entscheid voraussichtlich in der Sondersession Ende April zu korrigieren.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf - für Frauen und Männer

Der Vaterschaftsurlaub setzt ein familienpolitisches Zeichen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und das Ziel, Frauen als eigenständige Erwerbstätige zu fördern. Zudem wäre es bedenklich, wenn das Anliegen mit einer Volksinitiative aufgegriffen werden müsste. Die SKO erwartet, dass National- und Ständerat der Initiative für den Vaterschaftsurlaub zustimmen. Das parlamentarische Prozedere sieht vor, dass in der zweiten Phase der Beratung die Möglichkeit besteht, die Vorlage zu optimieren. Im konkreten Fall für den Vaterschaftsurlaub können dann die Dauer, die Finanzierung, die Eigenleistung der Betroffenen und betriebliche Lösungen auf einander abgestimmt werden.

   -  Alles zum Thema Gleichstellung und Vielfalt 

link: http://www.sko.ch/themen/gleichstellung-vielfalt/

Die Schweizer Kader Organisation SKO

Die Schweizer Kader Organisation SKO vertritt die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Interessen der Führungskräfte in der Schweiz. Der Verband ist parteipolitisch unabhängig. Er versteht sich als Kompetenzzentrum für Führungskräfte aller Branchen und offeriert seinen Mitgliedern zahlreiche Dienstleistungen in den Bereichen Weiterbildung, KarriereService, Rechtsdienstleistung sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.

Die Mitglieder erhalten Zugang zu einem wertvollen nationalen und regionalen Kontakt- und Beziehungsnetzwerk. Die SKO hat Tradition und Gewicht: 1893 als «Schweizerischer Werkmeister-Verband» gegründet, zählt sie heute gegen 12'000 Mitglieder, und ist seit 2009 Vollmitglied der CEC European Managers, des Dachverbandes aller europäischen Kaderverbände, mit Sitz in Brüssel. Als 8. NPO und als 1. Berufsverband in der Schweiz ist die SKO seit 2005 nach dem «NPO-Label für Management Excellence» zertifiziert, herausgegeben von SQS und des Verbandsmanagement Instituts VMI der Universität Fribourg. www.sko.ch

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