Paradise Media

Kultursponsoring im Trend - Kultur und Wirtschaft nehmen sich an der Hand

    - Querverweis: Bild ist abrufbar unter:
        http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs
    
    Augsburg (ots) - In Hamburg treffen sich anläßlich des 4.
Deutschen Sponsoring Kongresses 2001 vom 9. bis 10. Oktober 2001
zahlreiche Kultur- und Kunstmarketing-Verantwortliche mit
hochkarätigen Vertretern der Wirtschaft, um über neue Synergien und
Konzepte der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur zu
sprechen.
    
    Die Kürzung scheinbar sicherer öffentlicher Haushaltsmittel ist
nur ein Argument für die bereitwillige Inanspruchnahme privater
Fördermittel seitens der Kulturbetriebe. Kultursponsoring ist demnach
häufig ein Zauberwort vor allem für Politiker, die Kulturetats
verschlanken, d.h. ihre Trägerverantwortung schmälern wollen.
    
    Obwohl die sich daraus ergebenden Chancen lange Zeit als marginal
erachtet wurden, so findet doch im kulturellen Sektor immer mehr ein
Umdenken im ökonomischen Sinne statt - und dies eben gewiß nicht nur
gezwungenermaßen. Die Akquisition privater Fördermittel wird dabei
zunehmend zum gezielten Beschaffungsinstrument kultureller
Institutionen und erfordert dementsprechendes Marketing-Know-How mit
der Perspektive für Gegenleistungen.
    
    Künstlerische Prozesse sind  keine ökonomischen Prozesse.
Angesichts dieser Trennung kann jedoch Neues entstehen. "Wir wollen
weniger Kunstkonsum subventionieren als in künstlerische Kreativität
und Innovationskraft investieren", kommentiert Dr. Bernhard Freiherr
von Loeffelholz (Vorstand der Jürgen-Ponto-Stiftung) die
kulturpolitische Haltung der Dresdner Bank. "Sponsoring", so
Loeffelholz weiter, "ist im Grunde ein Scharnier zwischen dem
gemeinnützigen oder öffentlichen Bereich und dem
privatwirtschaftlichen Bereich."
    
    Der Link ist der einheitliche thematische Zusammenhang von
gesponsertem Kulturprojekt und sponsernden Unternehmen. Daher kommt
es in Zukunft vielmehr auf eine effiziente Zusammenführung der
heterogenen Interessen beider Partner - Wirtschaft und Kultur - an,
mit dem Ziel der integrierten Kommunikation. In diesem Zusammenhang
werden langfristig von der Wirtschaft eigene  Kultur-Förderprogramme
im Rahmen der Kommunikationspolitik zunehmen. Kommunikativ
verwertbare Formen des Sponsoring gewinnen aufgrund dieser
Entwicklung weiterhin an Bedeutung und die Übergänge von der
ideologischen Kunst zur Kunst im ökonomischen Kontext werden ständig
fließender. Die Schnittstellen dafür sind bereits in der Werbung am
offensichtlichsten. Letztendlich geht es aber nicht mehr allein um
den Wirtschaftsfaktor der Kultur, sondern auch um den Kulturfaktor
der Wirtschaft.
    
    Diesen erfolgreichen Spagat schaffte jüngst die Partnerschaft des
gerade festlich eröffneten Museum Kunst Palast in Düsseldorf mit dem
Energieriesen E.ON, der Millionenbeträge für den Bau als auch den
weiteren Betrieb bereitstellte. Auf dem Hamburger :sponsoring forum
2001 wird der Marketingdirektor des museum kunst palast, Bert
Antonius Kaufmann, die Sponsoringstrategie und das partnerschaftliche
Konzept dieses beispielhaften Projektes präsentieren.
    
    Die professionelle Mittelbeschaffung ist, wenn sie zum
langfristigen Erfolg führen soll, eine stark marketingorientierte
Tätigkeit. Bisher wurde jedoch solchen aus der Ökonomie kommenden
Denk- und Handlungsweisen seitens der Kulturbetriebe kaum Beachtung
geschenkt. Mittlerweile ist eine Finanzierung vieler
Non-Profit-Organisationen ohne professionelle Sponsoren-Akquisition
nicht mehr denkbar. Die meisten größeren Unternehmen haben inzwischen
Mitarbeiter, die sich exklusiv um den Bereich Sponsoring kümmern.
Entsprechend steigt auch andererseits die Wertschätzung der
Spendenprofis -  "Fundraiser" genannt.
    
    Sponsoring ist jedoch im Gegensatz zu Fundraising immer ein
Geschäft auf Gegenseitigkeit, eine echte Partnerschaft zwischen
Wirtschaft und der Kultur. Noch gibt es viel zu wenige professionelle
Kulturmanager, welche die Bedürfnisse beider Seiten verstehen und vor
allem auch konzeptionell und organisatorisch in die Tat und reale
Projekte umsetzen können. "Echtes Kultursponsoring im Sinne von
ökonomischer Umsetzung macht nur Sinn", so Dr. Michel Friedman
(stellvertretender Vorsitzender des Zentralrates der Juden in
Deutschland), "wenn eine mittelfristige, wenn nicht langfristige
Strategie dahinter steht."
    
    Neue Qualifikationsanforderungen an die Leistungen, die neben der
künstlerischen Befähigung auch Management und Kostenbewußtsein
mitbringen müssen, sind gefordert. Immer mehr wird die Trennung von
künstlerischer und wirtschaftlicher Verantwortung vollzogen. Diesen
Ansatz, weg von der monarchischen Führungsmodellen bundesdeutscher
"art culture", forcierte vor allem Thomas Köhler, (Direktor
Kommunikation des Kunstmuseums Wolfsburg), ebenfalls Referent des
:sponsoring forum 2001.
    
    Als größte und jährlich stattfindende Veranstaltung in diesem
Bereich bietet der 4. Deutsche Sponsoring Kongress 2001 jede Menge
Marketing-Know-How für Kulturschaffende, welche neue und sinnvolle
Methoden der Mittelbeschaffung suchen. Dabei können die
Kongressteilnehmer auf das Wissen und die jahrelange
Sponsoring-Erfahrung erstklassiger Referenten aus Kultur und
Wirtschaft zurückgreifen. Auf der Rednerliste stehen erfahrene
Kulturmanager wie Mag. Brigitte Kössner von der Initiative Wirtschaft
für Kunst aus Wien und Peter Gartiser, Geschäftsführer der Münchner
Pantos Werbeagentur GmbH. Gartiser erarbeitete beispielsweise das
Marketing-Konzept der Neuen Pinakothek der Moderne in München und
konnte mehr als 30 Mio DM an Sponsoring- und Fördermitteln aus der
Wirtschaft erzielen.
    
    Im Rahmen des Kongresses verleiht der kommunikationsverband.de am
9. Oktober 2001 im Gastwerk Hotel Hamburg den Internationalen
Sponsoring Award 2001 an die besten und "strategisch bestmöglich
vernetzten" Sponsoringkonzepte aus Sport, Kultur, Sozialem. Die Jury
wird es sich nicht leicht machen, den Sponsoring-Award 2001 im
Bereich Kultursponsoring zu vergeben. Die Anzahl der Einreichungen zu
diesem Award stimmen allerdings immer noch nachdenklich. Mehr als 50
Prozent der eingereichten Konzepte stammen nach wie vor aus dem
Bereich Sport. Daß dieses nicht so bleiben wird, kündigt Hubert G.
Feil, Beiratsvorsitzender des Deutschen Sponsoring Kongresses an:
"Der Trend geht eindeutig zur gesellschaftspolitischen Verantwortung
von Unternehmen. Kulturengagements werden in naher Zukunft schon aus
Gründen der nicht mehr finanzierbaren teuren Sportengagements stark
zunehmen. Die Kulturorganisationen müssen sehr schnell lernen, die
sich daraus ergebenden Chancen für neue Projekte in Kunst und Kultur
zu nutzen."
    
ots Originaltext: :paradise media
Internet: www.newsaktuell.ch

Informationen zum 4. Deutschen Sponsoring Kongress 2001 gibt es im
Internet unter www.sponsoringforum.de. Das Kongressprogramm kann
angefordert werden bei :paradise media in Augsburg:
Tel. 0821 - 333 36,
Fax  0821 - 333 09,
Email: info@sponsoringforum.de.



Weitere Meldungen: Paradise Media

Das könnte Sie auch interessieren: