Alpen-Initiative

Tunnelsicherheit durch griffige Massnahmen statt eine zweite Röhre

    Altdorf (ots) - Der Verein Alpen-Initiative hat zum Gedenken an die 11 Opfer der schweren Brandkatastrophe im Gotthard-Strassentunnel vor einem Jahr elf grosse Kerzen am Südportal in Airolo aufgestellt. Die Alpen-Initiative fordert kurzfristig wirksame Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit statt der Scheinlösung zweite Röhre.

    Die Alpen-Initiative bedauert den tragischen und traurigen Unfall. Eine derartige Katastrophe war aber aufgrund der sehr grossen Zahl von Lkw-Fahrten am Gotthard wahrscheinlich und wird es auch in Zukunft bleiben, solange nicht der Strassengüterverkehr konsequent verringert und auf die Schiene verlagert wird. Wer sich für unbeschränkten Lastwagenverkehr im Tunnel einsetzt, übernimmt bewusst die Verantwortung für weitere schwere Unfälle und Menschenleben!

    Das heutige Dosiersystem darf nicht zu einer schleichenden Aufweichung der sicherheitsbedingten Mengenbeschränkung für Lastwagen führen. Aus Gründen der Sicherheit und der Umweltverträglichkeit muss die Zahl der Lastwagen am Gotthard von heute bis zu 4000 auf  maximal 2000 pro Tag reduziert werden. LKW-Fahrten durch den Gotthardtunnel sollen reservationspflichtig werden. Das Reservationssystem ist als Alpentransitbörse auszugestalten. Die alpenquerenden Fahrten müssen dann im Voraus im Internet gebucht werden, die Nachfrage regelt den Preis. Nur auf diese Weise kann ein sicherer, umweltverträglicher und gleichzeitig staufreier Alpentransit gewährleistet werden.

    Durch eine zweite Tunnelröhre wird die Sicherheit für die Benutzer nicht erhöht. Dadurch wird nur das Verkehrsaufkommen weiter zunehmen - nicht nur im Tunnel. Damit ist auf der ganzen A2 mit mehr Unfällen zu rechnen.

    Diverse Studien, in denen die Unfallraten verschiedener Tunnels verglichen werden, zeigen:

    - Die Unfallrate in zweiröhrigen Tunnels ist im Durchschnitt eher
        höher als diejenige in einröhrigen Tunnels.

    - Die Unfallrate ist sowohl innerhalb der Gruppe der einröhrigen
        wie auch innerhalb derjenigen der zweiröhrigen Tunnels sehr
        unterschiedlich hoch; bei beiden schwankt sie im gleichen
        Grössenbereich um mehr als den Faktor 10.

    - Die Tunnelsicherheit hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab
        (Verkehrsaufkommen, Beleuchtung, Tempo, Pannenstreifen,
        Tunnellänge, Anteil Schwerverkehr etc.).

ots Originaltext: Alpen-Initiative
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Fotos: bei Keystone und Reuters erhältlich
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