Schweizerisches Rotes Kreuz / Croix-Rouge Suisse

Die Hälfte der Menschen in Syrien auf der Flucht
Das SRK engagiert sich für Flüchtlinge in Syrien und in der Schweiz

Bern (ots) - Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist besorgt über die humanitäre Katastrophe rund um den Bürgerkrieg in Syrien und fordert den Bund auf, für syrische Flüchtlinge vermehrt das Instrument der humanitären Visa anzuwenden. Das SRK unterstützte bisher über 1000 syrische Flüchtlinge bei der Einreise in die Schweiz. Dabei handelt es sich überwiegend um Frauen, Kinder und Jugendliche im Rahmen des Familien-Nachzugs. Auch in der Kriegsregion selbst ist das SRK aktiv.

Der Bürgerkrieg in Syrien forderte innerhalb dreier Jahre mehr als 100'000 Todesopfer. Fast drei Millionen Frauen, Männer und Kinder mussten aus Syrien in die Nachbarländer flüchten, mehr als doppelt so viele wurden im Land selber vertrieben. Laut dem UNHCR ist somit fast die Hälfte der Bevölkerung auf der Flucht. Mit dem Vormarsch der IS-Kampftruppen hat sich die Situation der Kriegsflüchtlinge in Syrien, im Irak und in der ganzen Region massiv verschärft. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist sehr besorgt über diese humanitäre Katastrophe und fordert den Bund auf, in dieser Notlage das Instrument der humanitären Visa vermehrt anzuwenden. Dazu SRK-Direktor Markus Mader: "Die Nachbarländer Syriens haben mit der Aufnahme von sehr vielen Flüchtlingen eine grosse Belastung auf sich genommen. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit und der Solidarität, dass auch wir dazu beitragen, den Menschen in dieser Notsituation Schutz zu gewähren, erst recht, wenn sie durch ihre Verwandten schon einen Bezug zur Schweiz haben. Das SRK ist bereit, sein bisheriges Engagement noch zu verstärken. Ich hoffe, dass andere Institutionen das auch tun."

Leistungen des SRK im Inland

Syrische Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhielten vom Bund von September bis November 2013 die Möglichkeit, ihre Familienangehörigen mit Visaerleichterungen in die Schweiz und somit in Sicherheit zu bringen. Wo nötig erhielten sie Unterstützung und Beratung durch das SRK, um finanzielle und administrative Hürden zu überwinden. Insgesamt reisten bis Mitte August 1027 syrische Flüchtlinge mit Hilfe des SRK ein. Davon sind über 50 Prozent Jugendliche und Kinder. Aus Sicht des SRK ist es wichtig, dass dieses Engagement im Geist des Roten Kreuzes vor allem besonders verletzlichen Menschen zugute kommt. Die Kosten für Flüge und subsidiäre Garantien werden durch ein grosses Legat einer Person getragen, deren Familie im 2. Weltkrieg nach ihrer Flucht in die Schweiz durch das SRK aufgenommen und betreut worden war.

Auch im Resettlement-Programm des Bundesamts für Migration ist das SRK aktiv: Hier unterstützt das SRK 24 syrische Flüchtlinge im Auftrag des Kantons Uri. Dazu erstellte das SRK ein Erst-Integrationskonzept, das derzeit erfolgreich umgesetzt wird. "Wir fordern den Bundesrat auf, das Kontingent der Resettlement-Flüchtlinge deutlich zu erhöhen", sagt SRK-Direktor Mader.

Leistungen des SRK in der Kriegsregion Das SRK ist nicht nur in der Schweiz aktiv. Seit Beginn des Konfliktes in Syrien im 2012 hilft das SRK gemeinsam mit den lokalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, die Auswirkungen der Gewalt zu lindern und unterstützt insbesondere syrische Flüchtlingsfamilien:

   - In Syrien selber finanzierte das SRK die Verteilung von 
     Nahrungsmittelpaketen durch das IKRK mit und lieferte Ambulanzen
     an den Syrischen Roten Halbmond.
   - In Jordanien und in der Türkei gab das SRK Hilfsgüter wie 
     Decken, Kochutensilien, Hygieneartikel und Heizapparate an 
     Flüchtlingsfamilien ab.
   - Die grosse Mehrheit der Flüchtlinge ist in Jordanien privat 
     untergebracht und muss für den Lebensunterhalt selber aufkommen.
     Während anderthalb Jahren unterstützte das SRK 1700 besonders 
     verletzliche Familien mit Barbeiträgen, damit sie Miete, Heiz- 
     und andere Lebenskosten bezahlen können. 

-Im Libanon unterstützt das SRK die medizinische Nothilfe des Libanesischen Roten Kreuzes, das verwundete und kranke Kinder, Frauen und Männer versorgt, die über die Grenze kommen. Die Flüchtlinge erhalten Erste Hilfe, werden ins Spital transportiert und bei Bedarf mit Blut versorgt.

   - Selbst in Bulgarien treffen via Türkei Tausende syrische 
     Flüchtlinge ein. Das SRK unterstützt zusammen mit dem 
     Bulgarischen Roten Kreuz Familien, die in Auffanglagern oder 
     Privatwohnungen untergebracht sind, mit Hilfsgütern für den 
     täglichen Bedarf. 

Insgesamt gab das SRK für die Nothilfe in Syrien und in den umliegenden Ländern bisher 5 Millionen Franken aus.

Spendenkonto: 30-4200-3 SRK, Bern (Vermerk "Nothilfe Syrien")

Kontakt:

Markus Mader, Direktor SRK, Tel 031 387 72 26 


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