Schweizerisches Rotes Kreuz / Croix-Rouge Suisse

Ohne die Pflegehelferinnen des Roten Kreuzes geht gar nichts

    Bern (ots) - Haben die Pflegehelferinnen SRK eine Zukunft oder sind sie Auslaufmodell? Das Schweizerische Rote Kreuz organisierte am Donnerstag in Bern eine Podiumsveranstaltung zu dieser Frage. Frau Ständerätin Christine Egerszegi zeigte sich überzeugt, dass es die Pflegehelferinnen braucht.

    Vor 50 Jahren bildete das Schweizerische Rote Kreuz die ersten Pflegehelferinnen SRK aus. Als Auftakt zu diesem Jubiläumsjahr fand am 2. April in Bern das Podium «Die Pflegehelferin - vom Schatten ins Licht» statt. Verschiedene Persönlichkeiten, unter anderen Ständerätin Christine Egerszegi und Elsbeth Wandeler, Geschäftsleiterin des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, haben dabei ihr Augenmerk auf die Bedeutung der Rotkreuz-Pflegehelferinnen und Pflegehelfer im Gesundheitsbereich gerichtet - heute und morgen.

    Zurzeit bilden die Pflegehelferinnen und Pflegehelfer SRK in den Spitexorganisationen und Heimen für ältere und behinderte Menschen eine der grössten Personalgruppen (25 bis 30%). Sie übernehmen die Grundpflege und achten darauf, dass es den betreuten Personen an nichts fehlt. Ohne sie könnten viele Heime nicht auskommen, anerkannte am Donnerstag die Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi zu Beginn der Veranstaltung. Auch Elsbeth Wandeler zeigte sich vom Nutzen der Pflegehelferinnen SRK überzeugt.

    Obwohl die Pflegehelferinnen und Pflegehelfer SRK wichtige Aufgaben übernehmen, werden sie von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Auch die Behörden scheinen ihnen in der zur Zeit laufenden Überarbeitung der Bildungssystematik wenig Beachtung zu schenken, Angesichts der anspruchsvollen Arbeit sei der Lohn der Pflegehelferinnen tief, betonte Christine Egerszegi, die auch Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Gesundheitspolitik ist. Denn sie betreuen kranke Menschen, was manchmal nicht einfach sei.

    Die mangelnde Anerkennung ist in keiner Weise gerechtfertigt, denn die Arbeit der Pflegehelferinnen ist nicht nur für die Patienten und ihre Angehörigen, sondern auch für die Arbeitgeber sehr wertvoll, sagte SRK-Präsident Prof. Dr. René Rhinow. Dies gilt vor allem in Zeiten, in denen ein Mangel an diplomiertem Pflegepersonal besteht. Nach Ansicht der Teilnehmerinnen des Podiums liegt die fehlende Wahrnehmung daran, dass diese Arbeit hauptsächlich von Frauen geleistet wird: Diese haben neben ihrer Arbeit und den Erziehungsaufgaben keine Zeit und Energie, für ihre Interesse einzutreten. Auch die älteren und kranken Menschen, die von den Kompetenzen der Pflegehelferinnen profitieren, haben keine Lobby. Das Rote Kreuz möchte hier Abhilfe schaffen: Aus Anlass des Jubiläums des Kurses Pflegehelfer/-in SRK werden verschiedene Aktionen organisiert und eine nationale Interessengemeinschaft gegründet. Der neue Verein wird am 15. Oktober 2009 im Rahmen eines Fests mit 400 Gästen im Zelt des Zirkus Monti in Bern aus der Taufe gehoben.

    Die Zukunft der Pflegehelferinnen SRK innerhalb der neuen Bildungssystematik ist ungewiss. Sicher sei jedoch, dass sie weiterhin gebraucht werden, wie Christine Egerszegi betonte. Zum einen wird die Alterung der Bevölkerung dazu führen, dass mehr Menschen auf Langzeitpflege angewiesen sind. Zum anderen werden immer weniger alte und kranke Menschen zu Hause gepflegt. Zudem stellt die Begleitung der Patienten immer höhere Anforderungen. Im Hinblick auf die neue Bildungssystematik im Gesundheitsbereich wies die Ständerätin darauf hin, dass auch Personen ohne akademische Ausbildung weiterhin die Möglichkeit haben sollten, in der Pflege zu arbeiten. Jede und Jeder verdient eine Chance.

    2008 absolvierten 3600 Personen den Kurs Pflegehelfer/-in SRK, der von allen 24 Rotkreuz-Kantonalverbänden angeboten wird. In den letzten 50 Jahren hat das Schweizerische Rote Kreuz 75 000 Pflegehelferinnen und Pflegehelfer ausgebildet. Heute erhalten sie ihre Kursbestätigung nach 120 Unterrichtsstunden und einem mindestens zwölftägigen Praktikum in einem Spital, einem Heim oder im Spitexbereich. Diese Vorgaben gelten landesweit.

    Webdossier: http://www.redcross.ch/info/dossier/dossier-de.php?dossier_id=33

Kontakt:
Christine Rüfenacht, Verantwortliche Kommunikation des Nationalen
Sekretariats der Rotkreuz-Kantonalverbände, 031 387 72 31



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