NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND

Die Slum-Mumien von Lima: Tausende von Inka-Mumien in Peru gefunden

    Hamburg (ots) - NATIONAL GEOGRAPHIC-Forscher legt riesigen
Inka-Friedhof frei / 2.200 Mumien unterhalb eines Slumviertels in
Lima geborgen / Der Friedhof gilt als einer der größten in Peru
    
    Ein von der NATIONAL GEOGRAPHIC SOCIETY unterstütztes
Archäologieprojekt hat in einem Slumviertel der peruanischen
Hauptstadt Lima einen jahrhundertealten Inka-Friedhof freigelegt. Im
Laufe der Grabungen wurden rund 2.200 der für die damalige Periode
typischen Mumien ausgegraben und erforscht. Die immense Anzahl der
Funde bietet eine unvergleichliche Möglichkeit, weitere Geheimnisse
über das Reich der Inka zu entschlüsseln. Der als
Puruchuco-Huaquerones bekannte Friedhof stammt aus der Zeit des
Späten Horizonts (1438 - 1532). Das acht Hektar fassende Areal gilt
als zweitgrößter je in Peru gefundener Inka-Friedhof und als größter,
der aus einer einzigen Zeitperiode stammt. NATIONAL GEOGRAPHIC
DEUTSCHLAND bringt in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 5/02, EVT 29.
April 2002) eine ausführliche Dokumentation und veröffentlicht
erstmals Fotos der sensationellen Funde.
    
    Das Forschungsvorhaben war ein Wettlauf mit der Zeit. Tupac Amaru
ist eine rasch wachsende Slumsiedlung. In den Jahren 1956 und 1985
waren in diesem von der peruanischen Regierung als schutzwürdig
eingestuften Gebiet bereits einige der Mumiengräber geöffnet worden.
Jetzt gefährdeten Planierungsarbeiten die kostbaren Gräber, und viele
der in zwei Meter Tiefe liegenden Mumien begannen durch vermehrt
eindringendes Abwasser zu verwesen.
    
    Im Laufe von drei Grabungskampagnen legte Archäologe Guillermo A.
Cock und sein Team zahlreiche Mumienbündel, sogenannte "falsas",
frei. Sie beherbergen manchmal mehrere Tote, denen reiche
Grabbeigaben wie Töpferwaren, Schmuck, Tierfelle oder Mais zur
Herstellung von "chica" einem gegorenen Getränk, mit auf den Weg
gegeben wurden. Ihren Namen verdanken sie dem Inka-Brauch, am oberen
Ende des Mumienbündels Scheinköpfe aus Stoff und Baumwolle
anzubringen, die den Mumien vermutlich eine menschliche Form geben
sollten. Manche trugen zudem Masken oder Perücken. Eine der
beeindruckendsten Mumien, von den Forschern scherzhaft
"Baumwollfürst" genannt, war in etwa 135 Kilogramm rohe Baumwolle
gebettet. Im Inneren des Bündels fanden die Archäologen die
sterblichen Überreste eines Mannes und eines Kleinkinds. Durch eine
DNS-Analyse der Knochen soll jetzt ermittelt werden, ob es sich bei
den Toten um Vater und Kind gehandelt hat, berichtet NATIONAL
GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND.
        
ots Originaltext: National Geographic Deutschland
Internet: www.newsaktuell.ch

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