Verein Zürcher Museen

Joseph Beuys hat das Kunsthaus Zürich zum Museum des Monats gemacht

Zürich (ots) - Unter dem Titel «Joseph Beuys. Difesa della Natura» zeigt das Kunsthaus Zürich erstmals einen vielschichtigen Werkkomplex des deutschen Künstlers Joseph Beuys. Der einzigartige Zugang zu dieser menschenzentrierten Ausstellung erfolgt über die Installation «Olivestone», die im Kontext einer wichtigen Schaffensperiode des Künstlers steht. Diese einzigartige Vermittlungsarbeit veranlasste den Verein Zürcher Museen (VZM), das Kunsthaus Zürich zum Museum des Monats zu erküren.

 «Joseph Beuys. Difesa della Natura» unterscheidet sich von vielen anderen Kunstausstellungen dadurch, dass es weniger um die isolierte Aussage einzelner Objekte geht, als vielmehr um ein ganzes Netz von korrespondierenden Metaphern. Die grossflächige Präsentation ist ein Beispiel dafür, dass Philosophie, wenn sie mit Chiffren spielerisch umgeht, tief berühren kann. Zu sehen sind gegenwärtig über 100 Exponate wie Skulpturen, Objekte, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien und Videos von und über Joseph Beuys, die aus der Sammlung der Baronin Lucrezia De Domizio Durini und ihres verstorbenen Ehemannes »Bubi» Durini stammen. Dieses Kulturerbe des deutschen Bildhauers und Aktionskünstlers ist dem Kunsthaus unlängst als Schenkung zugeeignet worden.

Die mit einer Vielzahl von Objekten und Dokumenten verdeutlichte «Verteidigung der Natur» transportiert das vom Künstler propagierte Menschenbild und Naturverständnis. «Olivestone» - das majestätische Werk im Zentrum der Ausstellung - steht in subtiler Verbindung zu den zahlreichen Aktionen des Künstlers in den italienischen Abruzzen. Zum Beispiel Beuys beim Bepflanzen von 7000 vom Aussterben bedrohten Sträuchern und Bäumen auf einem 15 Hektaren grossen Gelände. Oder eine kleine Koje, in der sich die Rose der Demokratie entfaltet. Und hier eine schmiedeiserne Hacke mit einem Brandzeichen auf dem Olivenholzstiel; dort ein Stapel mysteriöser Kartonschachteln mit der Aufschrift «F.I.U. Ofesa della Natura», die für «Free International University» steht. Dazwischen stehen spannende, banale und verblüffende Monumente und Kleinode, die erst im Zusammenspiel die visuelle Poesie des Künstlers zum Schwingen bringen.

 Baronin Lucrezia De Domizio Durini, die das Schaffen des Künstlers in seinen letzten 15 Legensjahren eng begleitet hat, meint in einem virtuellen Gespräch mit dem Ausstellungmacher Tobia Bezola, Beuys habe keine neue Methode erfunden. Er habe sich indessen sein Leben lang für die Verbesserung von bestehenden gesellschaftlichen Mechanismen engagiert und uns zum Respekt vor jenen Prinzipien aufgerufen, die das Verhältnis des Menschen zur Natur bestimmen. Sein sozialutopisches Manifest, das kaum in Worte gefasst werden kann, geht vom erweiterten Begriff der plastischen Arbeit aus, die in Form eines neuen sozialen Organismus' allen Menschen zugänglich sein soll. Beuys erklärte: «Ich versuche über unsere gemeinsamen Probleme zu sprechen, weil wir Teil eines einzigen Organismus sind». Sein Konzept der «Soziale Plastik» hat als basisdemokratischer Gegenentwurf zum Materialismus unserer Zeit zweifellos an Bedeutung gewonnen.

 Die Ausstellung bestätigt eines: Josef Beuys vereinigt in sich alles, was Kunst ausmacht. Er war Genie, Philosoph, Schamane, Wissenschaftler, Handwerker und Bauer. Er hat die heute mehr denn je aktuelle Diskussion über ökologische und soziale Probleme vor über 20 Jahren antizipiert.

Die Sonderausstellung «Joseph Beuys. Difesa della Natura» dauert bis 14. August 2011      

Kontakt:

Yves Schumacher, Geschäftsführer, Verein Züricher Museen,
Tel.: +41/44/991'14'14
E-Mail: yves.schumacher@ysc



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