Verein Zürcher Museen

Museum des Monats September: Mönche und Kommunisten in der ZB

    Zürich (ots) - Die Zentralbibliothek Zürich präsentiert gegenwärtig zwei Ausstellungen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Einerseits «Gelehrte Mönche im Kloster Rheinau. Inkunabeln, Drucke und Handschriften» und anderseits «Theo Pinkus. Buchhändler, Kommunist, Querdenker (1909-1991)», kuratiert von der Stiftung «Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung». Der Verein Zürcher Museen hat die ZB einstimmig zum «Museum des Monats September» erkoren.

    Ausschlaggebend für Wahl zum «Museum des Monats» war einerseits die Leistung der Zentralbibliothek, zwei Zürcher Kulturbereiche zu thematisieren, die dem Publikum den sozialen Spiegel verschiedenster Epochen vorhält. Gleichzeitig lobt der VZM die ausserordentlich vielseitige Vermittlungsarbeit, die beide einrittsfreien Ausstellungen auszeichnen.

    Kunstschätze aus dem Kloster Rheinau

    Die Ausstellung «Gelehrte Mönche im Kloster Rheinau» zeigt im Predigerchor erlesene Preziosen aus dem 1862 aufgelösten Benediktinerkloster. Die damals in zehn vierspännigen Wagen abtransportierten Bücher bildeten einen wichtigen Grundstock des Bestandes der 1914 gegründeten Zürcher Bibliothek. Der Schatz umfasst insgesamt 270 mittelalterliche Codices, nahezu 1'000 neuzeitliche Handschriften und ungefähr 13'000 Drucke. Davon hat die Zentralbibliothek eine repräsentative Auswahl getroffen, zu der namentlich Werke aus dem Zeitraum zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert gehören. Eine besondere Attraktion bilden dabei über 500jährige, reich illuminierte Wiegendrucke aus der Anfangszeit der Buchdruckerkunst. Daneben werden erstmals verschollen geglaubte Musikfragmente präsentiert, die 1988 in Rheinau während der Orgelres-taurierung wieder entdeckt wurden. Bemerkenswert ist die Vermittlungsarbeit der ZB insofern, als der Öffentlichkeit ganz verschiedene Zugänge zur Ausstellung im Rahmen von Vorträgen und wöchentlichen Führungen ermöglicht werden. Schwerpunkte der Begleitveranstaltungen bilden unter anderem kirchengeschichtliche und kunsthistorische Betrachtungen sowie naturwissenschaftliche und musikologische Aspekte. Die Ausstellung dauert bis 27. Februar 2010.

    Theo Pinkus (1909-1991). Buchhändler - Kommunist - Querdenker

    Theo Pinkus - von Linken verehrt, vom Bürgertum verfemt - schrieb Geschichte. Die Ausstellung findet anlässlich des 100. Geburtstags dieses stadtbekannten Buchhändlers, Antiquars, Publizisten und Utopisten statt, der sich zusammen mit seiner Frau Amalie unermüdlich für eine neue, sozialistische Weltordnung engagierte. Neben biographischen Stationen seines bewegten Lebens präsentiert die Ausstellung stadtgeschichtlich wichtige Dokumente aus seinem Nachlass und stellt sein Wirken ins Spannungsfeld des Kalten Krieges. Eine Vielzahl der ausgestellten Dokumente stammt aus der vom Ehepaar Pinkus aufgebauten «Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung» mit einem Bestand von rund 50'000 Werken. Die Ausstellung überrascht mit politisch brisanten Rückblenden und belegt, dass Pinkus nicht nur die Bundespolizei mit 1600 Akteneinträgen beschäftigte, sondern auch in der DDR von der Stasi als verdächtig eingestuft wurde. Neben Führungen bietet die ZB fünf Begleitveranstaltungen, an denen sich namhafte Historiker, Sozialwissenschafter und Ökonomen aus dem In- und Ausland beteiligen. Der Eintritt ist kostenlos, die Ausstellung dauert bis 19. Dezember 2009. www.museumdesmonats.ch

ots Originaltext: Verein Zürcher Museen
Internet: www.presseportal.ch

Kontakt:
Anne Marie Wells
Zentralbibliothek Zürich
Tel.: +41/44/268'32'40

Yves Schumacher
Verein Zürcher Museen
Tel. +41/44/991'14'14



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