Verein Zürcher Museen

Das Zoologische Museum ist "Museum des Monats März"

Zürich (ots) - Die zum 175jährigen Bestehen der Universität Zürich soeben im Zoologischen Museum eröffnete Sonderausstellung "Sammelsurium der Tiere - Von der Wunderkammer zur universitären Sammlung" ist bereits ein Publikumsmagnet. Der einzigartige Ansatz der Ausstellung veranlasste den Verein Zürcher Museen, das "Haus der Tiere" zum Museum des Monats März zu erküren. Das "Sammelsurium der Tiere" ist eine Augenweide mit kulturhistorischen Dimensionen. So steht die älteste öffentliche Sammlung der Stadt Zürich auch für die systematische Sammeltätigkeit der anderen Museen. Unter dem Jubiläumsmotto "Wissen teilen" werden überraschende Einblicke in die Welt des wissenschaftlichen Sammelns von Naturalien vermittelt. Dabei widerspiegelt die Ausstellung die labile Mensch-Tier-Beziehung im Laufe der letzten 200 Jahre. Die Sonderausstellung zeigt auf überzeugende Weise auf, zu welchen erstaunlichen Resultaten die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Universitätsinstitute führen kann. Die Projektarbeit des Zoologischen Museums mit dem Historischen Seminar der Universität Zürich eröffnet eine überraschende Sicht auf die unzähligen Sammlungsobjekte. Die biografischen Recherchen und die zeitkritische Einordnung einzelner Exponate aus dem Sammlungsbestand von über 35'000 Tierarten ergeben eine neue Geschichtsschreibung des Sammelns und Konservierens. Objekte wie die unscheinbaren Kaurimuscheln aus der überwältigenden Sammlung von Mary Briner werden aus dem Schattendasein der früheren Ordnung Mesogastropodae herausgehoben und brillieren nun im Kontext der einst gültigen Zahlungsmittel fremder Kulturen. Und der uralte Wisent hinter der Vitrine wird aus der Anonymität der präparierten Rinder befreit und verkörpert eine gewichtige Schenkung des russischen Zaren an die Universität Zürich. Kaum zu fassen ist die in einem Video dokumentierte Biographie des ausgestellten Kettenrauchers Jacky. Der Schimpanse, der 1958 in den Urwäldern von Sierra Leone gefangen wurde, hat eine steile Karriere hinter sich. Nachdem er in der tierischen Grundlagenforschung der NSA für die Ausbildung für Testpiloten aktiv war, trat er Eiskunstläufer auf und verbrachte seine alten Tage als Familienmitglied eines Tierheimbesitzers im Kanton Zürich. Die Ausstellungsmacherinnen scheuten sich nicht, auch Geschichten von Tieren zu erzählen, die es gar nicht gibt. So zum Beispiel die Mythe vom Einhorn, dessen Wahrzeichen im 17. Jahrhundert in Form eines Narwalzahnes die Wunderkammer in der ehemaligen Bürgerbibliothek der Zürcher Wasserkirche zierte. Oder die Geschichte vom Hahnenei, das neben dem "gehörnten" Hirscheber-Schädel zu den Preziosen der einstigen Wunderkammer gehörten, die den Grundstock der Universitätssammlung bildeten. Die Ausstellung lädt zum Sehen, Entdecken und Staunen ein. Durch ihr breites Vermittlungsangebot fasziniert sie Kinder genauso wie naturwissenschaftlich und kulturhistorisch interessierte Erwachsene. Wer lesen mag, wird auch das Buch zur Ausstellung geniessen, das die Sammeltätigkeit aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet. Zu sehen ist das "Sammelsurium der Tiere" bis 28. September 2008. www.museumsdesmonats.ch ots Originaltext: Verein Zürcher Museen Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Yves Schumacher Verein Zürcher Museen Tel.: +41/44/991'14'14 Dr. Marianne Haffner Zoologisches Museum der Universität Zürich Tel.: +41/44/634'38'20

Das könnte Sie auch interessieren: