Verein Zürcher Museen

Spielzeugmuseum Sammlung Depuoz ist Museum des Monats

Zürich (ots) - Das Spielzeugmuseum Sammlung Depuoz wurde vom Verein Zürcher Museen (VZM) zum "Museum des Monats Oktober" erkoren. Mit dieser Auszeichnung wird die kulturhistorische Bereicherung der Zürcher Museumslandschaft durch das Sammlerehepaar Claudia und Christian Depuoz gewürdigt. Die gegenwärtige Ausstellung "Faszination Bahnhof. Fernweh - Heimweh" ist ein Musterbeispiel dafür, dass lustbetontes Sammeln und museologische Erkenntnisarbeit nicht im Widerspruch stehen müssen. Das Spielzeugmuseum Sammlung Depuoz an der Englischviertelstrasse in Zürich ist eine kulturhistorische Spezialsammlung, die zu Zeitreisen in die eigene Kindheit einlädt. Der Schwerpunkt liegt auf Spielsachen aus Deutschland und Frankreich, die vorwiegend aus der Zeit von 1750 bis 1914 stammen. Christian Depuoz erklärt den Fokus seiner Sammlertätigkeit: "Nichts gegen schöne Bastelarbeiten, aber wir konzentrieren uns seit jeher auf industriell gefertigte Spielsachen, welche die Schenkkultur des 19. Jahrhunderts widerspiegeln." In den Vitrinen sind rund 1500 Spielsachen aus einem Sammlungsbestand von über 2500 Objekten ausgestellt. Die in verschiedenen Lebensbereichen gruppierten Objekte machen den Besuchenden bewusst, dass industriell gefertigte Spielsachen niemals Fantasieschöpfungen der Kinder waren, sondern ins Kinderzimmer projizierte Erlebniswelten der Erwachsenen. Ob Eisenbahnen, Puppenhäuser oder Krämerläden - es sind durchwegs zeittypische Begehrlichkeiten der Väter und Mütter, Reminiszenzen an ihre eigene Kindheit oder Angelpunkte auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Die bis 4. Februar 2008 dauernde Sonderausstellung "Faszination Bahnhof. Fernweh - Heimweh" zeigt eine Vielzahl von fantasievoll gestalteten Bahnhöfen. Es sind vor allem städtische Repräsentationsbauten, die den ungebremsten Fortschrittsglauben der Gründerjahre repräsentieren - ins Kinderzimmer gespiegelte Monumente der neuen Mobilität und der nationalen Verbundenheit. Daneben sind aber auch kleinere Landbahnhöfe zu sehen. Die Sonderaustellung fällt mit dem Gedenkjahr von Johann Heinrich Alfred Escher (1819 - 1882) zusammen. Der Eisenbahnkönig war nach In-Kraft-Treten des Eisenbahngesetzes von 1858 Schrittmacher einer folgereichen Entwicklung. Bis 1890 wurden in der Schweiz insgesamt 25 Eisenbahngesellschaften gegründet. Durch den Bau der Bahnhöfe entstanden neue Wirtschaftszentren, während umfahrene Orte bedeutungslos wurden. Die Insignien der neuen Mobilität wurden miniaturisiert, in die Kinderzimmer verfrachtet oder auf Musterkarten gedruckt. Die präsentierten Bahnhöfe sind grösstenteils Leihgaben des Zürcher Sammlers Dr. Ruedi Arn. Die Ausstellung belebt die Bahnhöfe mit reizvollen Spielzeugfiguren und -einrichtungen: Reisende, Zeitungsverkäufer und Automobile stehen neben Richtungsanzeigern, Toiletten mit Spülkästen, Waagen und anderen Errungenschaften aus dem Zeitalter der neuen Mobilität. Das Museum des Monats Oktober ist eine Reise wert. Englischvierteilstrasse, retour, 1. Klasse! www.spielzeugmuseum.ch ots Originaltext: Verein Zürcher Museen Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Christian Depuoz Mobile: +41/79/272'32'33 Yves Schumacher Verein Zürcher Museen Tel.: +41/44/991'14'14 E-Mail: yves.schumacher@ysc.ch

Das könnte Sie auch interessieren: