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Höhere F&E-Ausgaben sind kein Garant für Unternehmenserfolg

    Neue Innovationsstudie von Booz Allen Hamilton / Zwei Schweizer Firmen unter den globalen Top 20 der F&E-Investoren: Novartis und Roche / Schwellenländer steigern Investitionen um rd. 20 % / IT & Elektronik Spitzenreiter mit einem Viertel der gesamten F&E-Ausgaben

    Zürich (ots) - Zwischen der Höhe der Investitionen eines Unternehmens für Forschung und Entwicklung (F&E) und dem Unternehmenserfolg besteht kein nachweisbarer direkter Zusammenhang. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt die aktuelle globale Innovationsstudie der Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton.

    Performance lässt sich nicht mit hohen Forschungsausgaben erkaufen

    Die Aussagen der Untersuchung stehen damit im Gegensatz zur bislang herrschenden These, dass ein grösseres F&E-Budget automatisch zu einer besseren Performance des Unternehmens führe. Die klare Botschaft der Berater: Es gibt keinen Königsweg zu nachhaltigem Innovationserfolg. "Performance lässt sich nicht mit hohen Forschungsausgaben erkaufen", so Dr. Roland Haag, Partner bei Booz Allen Hamilton in Zürich und Experte im Bereich Pharma, Chemie, Gesundheitswesen. "Entscheidend ist nicht, wie viel man investiert, sondern vielmehr die Frage, wie das Geld eingesetzt wird."

  Mit der Studie "Global Innovation 1'000"(1) liegt erstmals ein Ranking der 1'000 Unternehmen mit den höchsten F&E-Ausgaben vor. Und diese boomen. Seit 1999 stiegen diese Investitionen im Schnitt jährlich um 6,5%, zwischen 2002 und 2004 jährlich sogar um 11%. Unter den Top Twenty befinden sich Novartis (18 - Listenplatz in Klammern) und Roche (19). Unter den Top 100 weltweit tauchen weitere zwei Schweizer Konzerne auf: Nestlé (70) und Syngenta (93). Bei der Höhe der F&E-Ausgaben ist die Schweiz damit in der Spitzengruppe insbesondere im Bereich Gesundheit/Chemie überproportional vertreten.

    Viel hilft nicht viel - aber Geiz rächt sich

    Jene 10% der untersuchten Unternehmen, die am wenigsten für Forschung & Entwicklung ausgeben, liegen bei Gewinn und Kapitalrendite deutlich hinter ihren Wettbewerbern. Betrachtet man dagegen die Top Ten-Unternehmen, so fällt auf, dass deren Performance keine statistisch signifikanten Unterschiede zum Mittelfeld aufweist, das weniger für F&E aufwendet.

    Erfolg von Innovation steht und fällt mit der Qualität der Prozesse

    "Da der Trend in fast allen Industrien zu immer kürzeren Produktlebenszyklen und immer neuen Angeboten geht, können sich Unternehmen besonders durch schnelle und effektive Innovationsprozesse von ihren Wettbewerbern abheben", so Dr. Haag weiter. "Wichtig ist, die Hebelwirkung der F&E-Ausgaben durch optimale Prozesse in F&E und in der Zusammenarbeit mit anderen Funktionen zu verstärken. Die Schweizer Pharmakonzerne Novartis und Roche sind dafür gute Beispiele. Sie haben die Entwicklungszeit neuer Medikamente deutlich reduziert und so einen wichtigen Beitrag dafür geschaffen, dass ihre F&E überdurchschnittliche Ergebnisse erzeugt."

    Ein weiteres gutes Beispiel ist Apple: Die F&E-Ausgaben des Unternehmens in 2004 liegen mit 5,9% weit unter dem Durchschnitt der Computerindustrie. Und die investierten 489 Millionen Dollar bilden einen Bruchteil der Ausgaben grösserer Wettbewerber. Apple konzentriert die Entwicklungsressourcen rigoros auf einige wenige Projekte mit hohem Potenzial. So ist eine wahre Innovationsmaschine entstanden, die den iMac, das iBook, den iPod und iTunes hervorbrachte.

    Schwellenländer holen rapide auf

    96,8% der "Global Innovation 1'000" haben ihren Firmensitz in Nordamerika, Europa oder Japan. Sie werden auch in den kommenden Jahren die Hauptakteure in Sachen Innovation bleiben. In Schwellenländern fallen F&E-Ausgaben noch relativ niedrig aus. So wenden Firmen mit Sitz in China oder Indien im Schnitt nur 1% der Erträge für F&E auf - nordamerikanische Unternehmen 4,9%, europäische 4%, japanische 3,8%. Ihre F&E-Ausgaben steigen aber rasant: zwischen 1999 und 2004 um 21,2%. Diese Quote liegt weit über den Steigerungsraten der USA (6,6%), Europa (6,2%) und Japan (4,8%).

    Weitere Erkenntnisse der Studie:

- Die Top 10 des Jahres 2004 in abnehmender Reihenfolge: Microsoft, Pfizer, Ford, DaimlerChrysler, Toyota, General Motors, Siemens, Matsushita Electric, IBM und Johnson & Johnson.

- Hochgradige Konzentration der F&E-Ausgaben: Während die "Global Top 1'000" im Jahr 2004 384 Mrd. Dollar investierten, gaben die folgenden 1'000 Unternehmen zusammen nur 26 Mrd. aus. Das entspricht gerade einmal 6,8% der Ausgaben der Top 1'000.

- Durchschnittliche Investition der "Global Innovation 1'000" Unternehmen: 4,2% des Ertrags. Dieser Wert blieb über die letzten fünf Jahre relativ stabil.

- Patente generieren nicht automatisch Gewinn. Die Ergebnisse einer weiteren Studie zeigten keinen Zusammenhang zwischen der Anzahl von Patenten, die ein Unternehmen anmeldete, und seiner Performance.

- "IT & Elektronik" Spitzenreiter: Diese haben einen Anteil von 25% an den F&E-Gesamtausgaben der "Global Innovation 1'000", gefolgt von "Gesundheit" (20%) und "Automobil" (18%).

- Grösstes jährliches F&E Wachstum in den letzten fünf Jahren: die Bereiche "Software & Internet" mit 14,9% sowie "Gesundheit" mit 12,4%.

- Langsamstes F&E-Wachstum: "Telekommunikation" mit 2,2% und "Chemie/Energie" mit 1,5%.

    (1) Design der Studie "Global Innovation 1'000" von Booz Allen Hamilton Für die Studie identifizierte Booz Allen Hamilton die Top 1'000 der globalen Unternehmen, die ihre F&E Ausgaben veröffentlichen. In einem zweiten Schritt analysierte die Studie für die vergangenen sechs Jahre die wichtigsten Finanz-, Umsatz-, Ertrags-, Kosten- und Profitabilitätskennzahlen und brachte diese in Zusammenhang mit den historischen Ausgaben für F&E. Die Zuordnung der Firmen zu Regionen folgt der Angabe des Unternehmenssitzes. Die F&E-Ausgaben, die Roche etwa in Japan tätigt, fliessen somit in die Region Europa ein.

    Zu Booz Allen Hamilton

    Mit rund 16'600 Mitarbeitenden und Büros auf sechs Kontinenten zählt Booz Allen Hamilton zu den weltweit führenden Strategie- und Technologieberatungen. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner 250 aktiven Partner. Sechs Büros sind im deutschsprachigen Raum: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Wien und Zürich. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich der Umsatz weltweit auf 3,3 Mrd. US$, im deutschsprachigen Raum auf 190 Mio. Euro.

    Zu Booz Allen Hamilton in der Schweiz

    Die internationale Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton ist seit über zwanzig Jahren für Klienten in der Schweiz tätig. Die zunehmende Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen und vertiefte Kundenbeziehungen führten zur Gründung der Booz Allen Hamilton AG in der Schweiz und der Eröffnung des Zürcher Büros im Dezember 1997. Seither konnte das Geschäft im Schweizer Markt kontinuierlich ausgebaut werden und das Büro befindet sich auf anhaltendem Expansionskurs.

ots Originaltext: Booz Allen Hamilton
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