Green Cross Schweiz

Gedenktag zu den syrischen Chemieangriffen vom 21. August 2013
Green Cross ruft zur sofortigen internationalen Unterstützung für die Opfer auf (BILD)

Green Cross: Gedenktag zu den syrischen Chemieangriffen vom 21. August 2013. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.ch/pm/100056567 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "OTS.Bild/Green Cross"

Zürich (ots) - Vor einem Jahr, am 21. August 2013, waren mehrere Wohngebiete von Damaskus, die Ghoutas, das Ziel eines schweren Chemiewaffenangriffs, bei dem schätzungsweise 1'400 Zivilisten getötet und viele mehr verletzt wurden. Die Welt war schockiert, und unter dem internationalen Druck stimmte die syrische Regierung der Zerstörung ihres deklarierten Chemiewaffenarsenals unter Führung der OPCW zu. Ein Jahr nach den Angriffen scheint die internationale Entrüstung über den Einsatz von Giftstoffen gegen Zivilisten in Syrien verebbt zu sein. Die weiterhin belagerten Ghoutas haben keine nennenswerte internationale Hilfe erhalten, und die Überlebenden leiden immer noch an den schweren Nachwirkungen der Giftstoffexposition. Green Cross ruft zur sofortigen internationalen Unterstützung für die Opfer auf und verweist darauf, dass die internationalen Bemühungen zur Durchsetzung des Verbots aller Massenvernichtungswaffen in der Region intensiviert werden müssen.

Green Cross realisierte vor kurzem zusammen mit der syrischen Partnerorganisation Al-Seeraj in Ghouta ein erfolgreiches Nothilfeprojekt. Im Rahmen des Projekts wurden dringend benötigte Medikamente gegen die weitere Ausbreitung von Krankheiten innerhalb einer durch die Chemieangriffe ohnehin geschwächten Bevölkerung bereitgestellt. Doch die kranken und traumatisierten Menschen benötigen weit mehr Unterstützung. "In den belagerten Gebieten spielt sich eine wahre humanitäre Katastrophe ab", sagt K. A., eine 27-jährige Frau, die während des Angriffs auf Zamalka im östlichen Ghouta alle ihre Familienmitglieder verlor. Sie blieb trotz all des Schreckens in ihrem belagerten Stadtteil und widmet sich nun mit ihrer ganzen Kraft als medizinische Helferin der leidenden Bevölkerung.

Seit Anfang 2008 unterstützt Green Cross soziale und medizinische Hilfsprojekte in der nordirakischen Region Halabja, welche durch die von der Regierung Saddam Husseins befohlenen tödlichen Giftgasangriffe traurige Berühmtheit erlangte. Diese Projekte befassen sich mit den langfristigen Auswirkungen dieser Chemieangriffe auf die soziale, psychische und physische Gesundheit und zeigen, wie wichtig es ist, die Opfer auch lange Zeit nach dem Vorfall zu unterstützen.

Falah Muradkhin, ein Überlebender der Angriffe von 1988 und heute Projektkoordinator der lokalen Partnerorganisation von Green Cross, Wadi Iraq, trauert um die Opfer der Angriffe in Ghouta und betont: "Vor 25 Jahren war die Technologie noch nicht verfügbar, um aktuelle Nachrichten und Berichte über das, was in Halabja geschah, unmittelbar an die ganze Welt zu senden. Heute ist dies jedoch anders. Die schrecklichen Bilder aus den Ghoutas wurden schnell verbreitet und von vielen Menschen gesehen. Dennoch wurde nichts unternommen, um den Opfern der Angriffe zu helfen, und weder von den Vereinten Nationen noch von den Ländern, auch europäischen, die angeblich an der Entwicklung von Syriens Chemiewaffenarsenal beteiligt waren, kam eine angemessene Reaktion." Deshalb ruft Green Cross am Gedenktag zur sofortigen internationalen Unterstützung für die vergessenen Opfer der Angriffe von Ghouta auf.

Green Cross engagiert sich auch aktiv für eine wirklich chemiewaffenfreie Welt und ruft daher die sechs verbleibenden Staaten - Angola, Ägypten, Israel, Myanmar, Nordkorea und Südsudan - auf, der Chemiewaffenkonvention (CWK) beizutreten. Angesichts des engen militärischen Zusammenhangs zwischen allen Typen von Massenvernichtungswaffen - ABC - ruft Green Cross zudem zur Schaffung einer massenvernichtungsfreien Zone als nächsten Schritt auf. "Für die Bevölkerung in dieser politisch angespannten Region wird es keine echte Sicherheit geben, solange Massenvernichtungswaffen gelagert werden", meint Dr. Stephan Robinson, Bereichsleiter (Wasser, Altlasten) bei Green Cross, abschliessend.

Weitere Auskünfte:


Dr. Stephan Robinson; Green Cross; Mobil: +41 79 625 64 67

Falah Muradkin; Wadi-Iraq; Tel.: +964 770 158 817; E-Mail:
wadisul@yahoo.com

Hisham Faham; Al-Seeraj; Tel. +1 612 224 1250; E-Mail:
hisham@alseeraj.org; Skype: Amr AL-FA (Kontaktperson für Interviews
mit Überlebenden der Chemieangriffe auf Ghouta)



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