Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST)

Tierarzneimittelverordnung und Schächtverbot: Zwei Stellungnahmen der Gesellschaft Schweizer Tierärzte

    Bern (ots) - Die neue Tierarzneimittelverordnung (TAMV) ist in     Kraft getreten: gesteigerte Lebensmittelsicherheit für die     Konsumenten

    Die Gesellschaft Schweizerischer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) begrüsst, zusammen mit den beiden Fachsektionen Schweizerische Vereinigung für Wiederkäuermedizin (SVW) und Schweizerische Vereinigung für Schweinemedizin (SVSM), dass der Einsatz von Tierarzneimitteln (TAM) neuen Regeln unterworfen wird. Die neue TAMV erhöht das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten in schweizerische Lebensmittel aus tierischer Herkunft, indem durch einen korrekteren Umgang mit Tierarzneimitteln die Lebensmittelsicherheit verbessert wird. Diese grössere Lebensmittelsicherheit ist aber mit einem bedeutenden administrativen und finanziellen Mehraufwand verbunden.

    Die am 18.08.2004 durch den Bundesrat verabschiedete und gestern in Kraft getretene TAMV unterstützt die Ziele, welche bereits im Frühjahr 2003 in der Branchenvereinbarung zwischen der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte (GST) und dem Schweizerischen Bauernverband (SBV) festgehalten wurden und auch von den beiden GST-Fachsektionen für Nutztiere mitgetragen werden.

    Die TAMV hat die Erhöhung der Sicherheit von schweizerischen Lebensmitteln tierischer Herkunft zum Hauptziel (Konsumentenschutz). Dieses Ziel soll durch vermehrte Prävention (prophylaktische Massnahmen, Beratung, Überwachung und Information) und damit durch Aufrechterhaltung einer einwandfreien Tiergesundheit erreicht werden. Falls dennoch TAM eingesetzt werden müssen, soll deren Einsatz unter fachkundiger tierärztlicher Anleitung sinnvoll und nachvollziehbar gestaltet werden.

    Zur Erreichung der Nachvollziehbarkeit und eines restriktiven prophylaktischen oder therapeutischen TAM-Einsatzes werden in der TAMV u.a. strenge Anforderungen an die Verschreibung, die Abgabe und die Anwendung, sowie an die Dokumentations- und Buchführungspflicht festgelegt. Die Erfüllung dieser Anforderungen dient zudem der Vermeidung von Rückständen in Nahrungsmitteln und damit der Hebung der Produktequalität und des Vertrauens in diese Produkte.

    Die  "TAM-Vereinbarung", die in der TAMV vorgesehen ist und welche mindestens zwei jährliche Betriebsbesuche vorschreibt, eröffnet dem Tierarzt/der Tierärztin die Möglichkeit, zusammen mit den ProduzentInnen den TAM-Verbrauch zu besprechen und sie bezüglich Verbesserungspotential zu beraten.  

    Diese Massnahmen bewirken allerdings in der tierärztlichen Praxis und in der Landwirtschaft einen Mehraufwand, beim Tierarzt bedingt durch das Verfassen schriftlicher Anwendungsanweisungen, das Führen von Krankengeschichten, die Etikettierung von Medikamenten sowie eine detaillierte Warenflusskontrolle in der tierärztlichen Apotheke. Zudem ist für die fachliche Betreuung von Betrieben, die Fütterungsarzneimittel verabreichen oder  Futtermitteln Arzneimittel beimischen, eine dreitägige Fortbildung vorgeschrieben, die alle fünf Jahre aufzufrischen ist.

    Schächtverbot: Tierärzte befremdet über die Aussagen von Moritz     Leuenberger

    Die Gesellschaft Schweizer Tierärzte (GST) und die Fachsektion Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (STVT) sind befremdet über die Aussagen von Bundesrat Moritz Leuenberger betreffend das Schächtverbot

    Anlässlich des 5. Internationalen Kongresses der Europäischen Gesellschaft für katholische Theologie in Freiburg sagte Bundesrat Leuenberger: "Das Schächtverbot ist nicht eine Massnahme des Tierschutzes, sondern eine Einschränkung der Religionsfreiheit." Ein Tier erleidet während und nach dem Schächtschnitt grosse Schmerzen und grosse Angst. Das Schächtverbot ist sehr wohl eine Massnahme des Tierschutzes. Die Kernfrage in der Diskussion um das Schächten ist nicht, ob das Schächtverbot dem Schutz der Tiere dient, sondern lediglich, ob in der Güterabwägung der Tierschutz oder die Religionsfreiheit, beides in der Bundesverfassung verankerte Rechtsgüter, höher gewichtet wird.    

    Die Tierärzte setzen sich aus tierschützerischen Gründen für die Beibehaltung des Schächtverbotes ein.

ots Originaltext: GST
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Kontakt:
Charles Trolliet
Verantwortlicher für Kommunikation der GST
Mobile: +41/79/205'32'91

Zur Thema TAMV :
Dr. Martin Brügger
TAM-Beauftragter der GST
Tel. +41/41/811'44'41

Dr. FVH Andreas Luginbühl
TAM-Verantwortlicher SVW
Tel. +41/26/493'10'60

Dr. FVH Xaver Sidler
TAM-Verantwortlicher SVSM
Tel. +41/41/930'14'44

Zur Thema Schächten:
Thomas Kalbermatter
Aktuar der Schweizerische Tierärztliche
Vereinigung für Tierschutz (STVT)
Tel. +41/41/228'61'37



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