Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST)

Tierproduktion und Antibiotika: Stellungnahme der GST

Bern (ots) - Die Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte GST verfolgt mit grossem Interesse die Debatte über den Nachweis von Antibiotikarückständen in jeglichem Fleisch, welches für den Konsum bestimmt ist. In der Tat setzt sie sich seit Jahren für den korrekten und verantwortungsvollen Umgang mit Tierarzneimitteln ein, hat bereits verschiedene Strategien zur Behebung des Problems unterbreitet und ist in den betroffenen Fachkreisen sowie auf politischer Ebene wiederholt aktiv geworden. Die Vorwürfe der Passivität und die Unterstellung der Beihilfe können von Seiten der Tierärzte nicht akzeptiert werden. Bereits 1995 hat die Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte ihre Mitglieder auf den korrekten und verantwortungsvollen Umgang mit Tierarzneimitteln, insbesondere Antibiotika, aufmerksam gemacht. Seitdem hat sie sich wiederholt zu dem Thema geäussert: - Zahlreiche Kurse wurden für die Tierärzte organisiert und entsprechendes Dokumentationsmaterial erstellt. - Eine fast 100-seitige Broschüre über das Verbot von antimikrobiellen Leistungsförderern wurde 1999 herausgegeben - Stellungsnahmen zum neuen Heilmittelgesetz wurden gemacht - Die Herausgabe eines neuen Handbuches für die landwirtschaftlichen Schulen wurde von tierärztlicher Seite stark unterstützt All diese Aktivitäten sind in der Botschaft "Gsundi Tier - gsundi Choscht - gsundi Lüt" zusammengefasst, deren Ziel es ist, die Bedeutung der Prävention von Krankheiten bewusst zu machen. Durch die gezielte Verbesserung der Aufzuchtsbedingungen, der Haltung und den auf unbedingt notwendige Fälle reduzierten Einsatz von Medikamenten werden konkrete Massnahmen vorgeschlagen. Durch die Annahme des von der GST vorgeschlagenen "Branchenvertrages" durch den Vorstand des Bauernverbandes hat das Konzept weiter Gestalt angenommen. Erklärtes Ziel dabei ist, den Tierarzt in Massnahmen einzubinden, welche darauf abzielen, Krankheiten vorzubeugen und sicherzustellen, dass falls Behandlungen nötig sind, diese Massnahmen angewendet werden, um jegliche Rückstände in Nahrungsmitteln zu vermeiden. Die Grossverteiler haben sich diesem Ziel angeschlossen und der GST ihre Unterstützung zugesagt. Auf politischer Ebene ist die GST bei Beratungen zum neuen Heilmittelgesetzaktiv engagiert, auch wenn in der Redaktionsphase des Gesetzestextes kein Tierarzt zu Rate gezogen wurde. Sie hat ebenfalls wiederholt darauf hingewiesen, dass die Verzögerungen bei der Herausgabe von den Verordnungen im Veterinärbereich grosse Gefahren mit sich bringen. Mit gewissem Erstaunen nimmt die GST deshalb die Vorwürfe ihrer "Inaktivität" diesbezüglich zur Kenntnis. Sie weist diese entschieden zurück. Was den finanziellen Aspekt angeht, so ist die GST überzeugt, dass es für den Tierarzt interessanter ist, sich für die Gesundheit eines Viehbestandes einzusetzen und damit dem Auftreten von Krankheiten vorzubeugen, als Medikamente zu verkaufen. Es ist deshalb an der Zeit, dass diese vorbeugende und beratende Tätigkeit von den Produzenten anerkannt und honoriert wird, und dass diese den Tierarzt als unumgängliches und positives Element und nicht als zusätzlichen Kostenfaktor in der Produktion ansehen. Der Einsatz von Medikamenten darf nur nach erstellter Diagnose von fachlicher Seite erfolgen. Ausschliesslich Tierärzte haben dazu eine Ausbildung, wie eine Studie über die Verteilung von Tierarzneimitteln zeigt, die von der Wettbewerbskommission im Rahmen der derzeitigen Untersuchung angefordert wurde. Es ist klar, dass die Auswahlmöglichkeiten, die weit davon entfernt sind, kostensenkend zu sein, sich als Preisanstieg auf das Produktionsniveau auswirken. Die Verteiler sowie auch die Konsumenten müssen bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Die Tierärzte werden weiterhin ihre Aktivitäten in die in den letzten Jahren definierte Richtung verfolgen und sie zählen dabei auf alle anderen fachlich Beteiligten (Hersteller, Verteiler, Konsumenten), um das gesteckte Ziel schnell zu erreichen: "Gsundi Tier - gsundi Choscht - gsundi Lüt". ots Originaltext: Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte (GST) Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: Die in dieser Mitteilung zitierten Dokumente und weitere können im Sekretariat der GST Länggassstrasse 8 Postfach 6324 3001 Bern Tel. +41/31/307'35'35 Fax +41/31/305'35'39 E-Mail: info@gstsvs.ch bezogen werden.

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