DIE ZEIT

ZEIT: Ex-Elf-Chef Le Floch-Prigent bestätigt Schmiergeldzahlungen nach Deutschland

    Hamburg (ots) - Erstmals erklärte der ehemalige, in Paris bereits
verurteilte Vorstandsvorsitzende von Elf-Aquitaine, Loïk Le
Floch-Prigent, die Bestechungs-Hintergründe der Leuna-Affäre. "Ohne
deutsche und europäische Subventionen in Höhe von zwei Milliarden
hätten wir die Raffinerie in Sachsen-Anhalt niemals gebaut", sagte Le
Floch der ZEIT. Um die Subventionen zu erhalten, habe der Konzern
Anfang der 90er Jahre in Deutschland "afrikanische Massnahmen"
ergriffen. Auf die Frage, was das bedeute, antwortete Le Floch:
"Schmiergeldzahlungen". Sie sollten das Leuna-Geschäft
"unterstützen". Die Empfänger seien unter anderem Gewerkschaften und
Politiker gewesen. Le Floch sagte, er habe die Zahlungen für
notwendig gehalten, nachdem ein Versuch gescheitert sei, eine
Raffinerie in Schwedt zu kaufen. Le Floch äussert im ZEIT-Interview,
dass er gegen seine damaligen Konkurrenten wohl nur mit
"Lobby-Geldern" erfolgreich gewesen wäre.
    
    Bundeskanzler Helmut Kohl habe das Leuna-Geschäft unterstützt.
Aber das allein, so Le Floch, hätte nicht gereicht, um Subventionen
von zwei Milliarden Mark zu bekommen und den geplanten Bau zweier
Pipelines, die nicht in die Pläne von Elf passten, zu verhindern. Auf
die Frage, ob dabei auch Länderregierungen mit "Lobby-Massnahmen"
überzeugt worden seien, antwortete Le Floch: "Absolut".
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 24/2001 mit
Erstverkaufstag am Donnerstag, 07. Juni 2001, ist unter
Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der Wortlaut
des ZEIT-Textes kann angefordert werden.                                        

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