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Positiv und problematisch - das Anlegerschutzverbesserungsgesetz muss sich jetzt bewähren

    Hamburg (ots) - Es ist weiterhin fraglich, ob das Ende Oktober in Kraft getretene Anlegerschutzverbesserungsgesetz (AnSVG) zu mehr Transparenz führen wird, so das Fazit des zweiten „euro adhoc IR- Forum 2004“. Die Informationsveranstaltung fand gestern Abend in München statt. Über 60 Investor-Relations-Fachleute waren auf Einladung der dpa-Tochter news aktuell in die Räume der Börse München gekommen, um über das Thema „EU-Marktmissbrauchslinie und Anlegerschutzverbesserungsgesetz - Mehr Transparenz für den Finanzplatz Deutschland oder Über-Regulierung aus Brüssel?“ zu diskutieren. Moderiert wurde die Veranstaltung von Roland Freund, Geschäftsführer und Chefredakteur der dpa-AFX.

Nach einem Eingangsreferat zu den gesetzlichen Neuerungen von Elisabeth Roegele, Referatsleiterin Bereich Wertpapieraufsicht bei der BaFin, hielt Jochen Gutzy seine Keynote zum Thema: „Das AnSVG im Urteil des Finanzmarktes“. In einer Kurzstudie hatte die Wirtschaftsmedienberatung MÄRZHEUSER I GUTZY im Auftrag von euro adhoc 61 IR-Manager befragt. Danach fühle sich die Mehrzahl der Emittenten ausreichend über das neue Gesetz informiert. Fast die Hälfte der Befragten rechne sogar mit einer leichten Verbesserung der Transparenz am Finanzplatz Deutschland.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass das AnSVG positive und problematische Aspekte hat. „Erst die Zukunft wird zeigen, ob das Gesetz durchgängig praktikabel ist“, meinte Dr. Marc Feiler, Justiziar der Börse München. Noch bestehe eine Verunsicherung bei den Emittenten. Nach seinem Empfinden habe aber die Zahl der Ad-hoc-Meldungen bereits zugenommen. „Ob sich der Trend fortsetzen wird, wenn die Quartalsberichterstattung vorbei ist, muss man sehen“, so Feiler.

Allein die steigende Zahl an Ad-hoc-Meldungen werde allerdings nicht zu mehr Transparenz führen, war sich das Podium einig. „Es hängt davon ab, inwieweit die Journalisten es schaffen, das ’Mehr’ an Informationen zu verarbeiten“, meinte Martin Hesse von der Süddeutschen Zeitung. Er sehe die Gefahr, dass die Unternehmen gegenüber Journalisten zurückhaltender werden. In diesem Zusammenhang riet Bernhard Wolf, Leiter Investor Relations der GFK- Gruppe, allen IR-Fachleuten, die Journalisten kontinuierlich zu informieren. „Transparenz muss gepflegt werden, damit keine Überraschungen entstehen“, ist Wolf überzeugt. Eine Hilfe wird dabei der BaFin-Leitfaden zum AnSVG sein. Dieser werde im März 2005 erscheinen, kündigte Roegele an.

Das nächste „euro adhoc IR-Forum 2004“ findet am 25. November in Frankfurt am Main statt.


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