Fraport AG

Erfreuliche Verkehrs- und Geschäftsentwicklung
Fraport AG zieht Bilanz für 2010
Kapazitätserweiterung und Service-Initiative werden 2011 prägen

Frankfurt (ots) - Die Verkehrs- und Geschäftsbilanz für das vergangene Jahr, die die Fraport AG am Freitag vorlegte, ist von deutlichem Wachstum geprägt. Sowohl bei den Passagieren als auch bei der Fracht hat der Standort Frankfurt kräftig zugelegt. Mit 2,23 Millionen Tonnen wurde mehr Cargo am Flughafen Frankfurt umgeschlagen als jemals zuvor. Das entspricht einem Plus von 21,5 Prozent.

Auch bei den Passagieren verzeichnete Fraport trotz Aschewolke, Pilotenstreik und unerwartet harter Winterbedingungen zu Beginn und Ende des Jahres einen Zuwachs von 4,1 Prozent. Insgesamt nutzten gut 53 Millionen Fluggäste den Airport. Bei den fünf Flughäfen mit Fraport-Mehrheitsbeteiligung (einschließlich Frankfurt) waren es 88,6 Millionen Passagiere, und damit 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

"Die Finanzkennzahlen des Unternehmens weisen das Jahr 2010 als das erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte aus", hob Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens hervor. "Das operative Ergebnis (EBITDA) ist mit rund 711 Millionen Euro gegenüber dem bisherigen Höchstwert in 2008 von annähernd 601 Millionen Euro deutlich nach oben gesprungen. Und das Konzernergebnis hat mit rund 272 Millionen Euro gegenüber 2007, als es mit gut 228 Millionen Euro den bisherigen Rekordwert erreichte, um fast 19 Prozent zugenommen."

Die erfreuliche Entwicklung führte Schulte auf die überraschend kräftige Erholung der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr und die starke Entwicklung der internationalen Flughafen-Beteiligungen zurück. "Wir sind gut durch die Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre gekommen, haben wichtige Hausaufgaben erledigt und sind mit unseren Projekten der Kapazitätserweiterung voll auf Kurs", unterstrich Schulte die Entwicklung im Jahr 2010. So sei die Nordwestlandebahn im Zeit- und Budgetrahmen und werde wie geplant zum Winterflugplan 2011/2012 in Betrieb gehen.

Das Kapazitätsplus durch die neue Landebahn wird schrittweise erschlossen. Für den Winterflugplan 2011/12 sind acht zusätzliche Flugbewegungen je Stunde vorgesehen, die gemäß internationaler Regularien durch den Flughafen-Koordinator vergeben werden. Die Inbetriebnahme der Terminalerweiterung A-Plus, die die Kapazität des Terminals 1 um sechs Millionen Passagiere jährlich erhöht, wird für Juli 2012 avisiert. 12.000 Quadratmeter für neue Shops und Restaurants ausschließlich im Transit werden die Retail-Flächen am Flughafen um ein Drittel erweitern, deutlich mehr Sicherheitskontrolllinien werden den Reisevorgang für die Passagiere schneller und angenehmer machen.

"Das operative Wachstum am Flughafen Frankfurt drückt sich auch deutlich in der Beschäftigtenstatistik aus", führte Schulte weiter aus. Derzeit besetze das Unternehmen mehr als 2.000 Stellen in operativen Bereichen wie den Bodenverkehrsdiensten oder den Sicherheitskontrollen bis hin zu kaufmännischen Verantwortlichen und Ingenieuren, Planern und Technikern, die in der weiteren Infrastruktur-Entwicklung eingesetzt werden.

Mit gut 940 Millionen Euro Auftragsvolumen hat die Fraport AG auch 2010 wieder einen erheblichen Beitrag zu Auftragslage und Beschäftigung von Unternehmen nicht zuletzt der Rhein-Main-Region geleistet. An sie sind 64 Prozent aller Bestellungen mit einem Volumen von mehr als 605 Millionen Euro gegangen. Mehr als 90 Prozent aller Aufträge lagen unter 10.000 Euro und waren deshalb, wie Schulte herausstellte, mittelstandsfreundlich.

Besonderes Augenmerk richtete er auf das externe Geschäft der Fraport AG, das inzwischen 20 Prozent zum Umsatz und annähernd 34 Prozent zum EBITDA des Konzerns beiträgt. "Unsere Beteiligungsflughäfen Lima und Antalya wachsen seit Jahren zweistellig. Lima ist unser Showcase für Südamerika, wo wir mitbieten werden, wenn zum Beispiel in Brasilien Flughäfen in die Privatisierung gehen", sagte Schulte. Auch der Flughafen Pulkovo in St. Petersburg, den die Fraport AG seit dem vergangenen Jahr betreibt, hatte 2010 ein Passagierwachstum von mehr als 24 Prozent auf 8,4 Millionen Fluggäste im Vergleich zu 2009 verzeichnet.

Fortschritte gibt es auch bei der am Flughafen Frankfurt im vergangenen Jahr aufgelegten Service-Initiative "Great to have you here!". 25 Prozent zusätzliche Kontrollstellen werden seit Mitte vergangenen Jahres eingerichtet. Der Erfolg der Maßnahme zeigt sich schon jetzt: Die Wartezeiten haben sich bei den Passagierkontrollen auf im Durchschnitt weniger als zehn Minuten verringert. Mehr und komfortablere Ruhe- und Wartebereiche sowie ein erweitertes Informationsangebot für die Passagiere durch nutzerfreundlich überarbeitete Info-Kioske und zusätzliche Service-Assistenten sollen den Reisekomfort und die Aufenthaltsqualität erhöhen.

In diesem Jahr stehen verkürzte Wege durch Elektromobile und ein Shuttle für zeitkritische Umsteigeverbindungen zwischen den Flugsteigen A und C, eine neue komplett hinterleuchtete Beschilderung und die deutlich freundlicher gestaltete Vorfahrt am Terminal 1 sowie zusätzliche Kinderspielflächen auf dem Programm. Für den Winterdienst werden zwei neue Schneeräumzüge angeschafft und die Enteisungskapazitäten weiter erhöht.

"2011 wird ein Schlüsseljahr in der Entwicklung des Flughafens", hob Schulte hervor. "Einerseits feiern wir hier am Standort unser 75-Jahre-Jubiläum. Die Anfänge des Flugbetriebs hier gehen auf den Luftschiffhafen zurück, der 1936 eröffnet wurde. Andererseits schlagen wir mit der Kapazitätserweiterung ein neues Kapitel des Wachstums unseres Flughafens auf. Dieses Jahr 2011 ist insoweit ein Scharnier zwischen Vergangenheit und Zukunft."

Für 2011 erwartet Schulte ein Wachstum bei den Passagieren um vier bis sieben Prozent. Der Umsatz solle, so Schulte weiter, auf mehr als 2,3 Milliarden Euro ansteigen und das EBITDA zwischen zehn und 15 Prozent zunehmen. Wegen des erfolgreichen Geschäftsjahres 2010 werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 1. Juni eine Erhöhung der Dividende um zehn Cent auf 1,25 Euro je Aktie vorschlagen.

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