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A.T. Kearney: Öl-und Gas-Förderer in der Nordsee kämpfen ums Überleben

A.T. Kearney: Öl-und Gas-Förderer in der Nordsee kämpfen ums Überleben. Dr. Tobias Lewe. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/15196 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/A.T. Kearney"

Düsseldorf (ots) - Studie prognostiziert der Branche wegen hoher Verschuldung ein Schicksalsjahr

"In diesem Jahr trennt sich die Spreu vom Weizen: wenigen finanzstarken Unternehmen steht eine große Zahl potenzieller Kaufkandidaten gegenüber, denen durch den niedrigen Ölpreis und hohe Schulden die Puste ausgeht", so Dr. Tobias Lewe, Leiter des Energiebereichs in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika bei A.T. Kearney.

Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Studie zum M&A-Geschehen im globalen Öl- und Gassektor, den die Managementberatung seit 2003 jährlich veröffentlicht. Die Untersuchung analysiert die gesamte Wertschöpfungskette der Branche von den großen internationalen Ölfirmen, nationalen und unabhängigen Förderunternehmen bis hin zu Zulieferern, Dienstleistern und Finanzinvestoren.

Bei den Öl- und Gasunternehmen, die in der Nordsee fördern, ist die Situation der Studie zufolge besonders dramatisch. Weil Exploration und Förderung hier überdurchschnittlich teuer sind und vor allem viele kleinere Anbieter den Markteinstieg zu Hochpreis-Zeiten "auf Pump" finanziert haben, drohen jetzt Liquiditätsengpässe und infolge schlechter Finanzkennzahlen ausfallende Kreditzusagen. Die Praxis des sogenannten Reserve Based Lendings (RBL), bei denen Unternehmen den Wert ihrer Reserven beleihen, zwingt sie bei dauerhaft niedrigen Ölpreisen zusätzlich zum Verkauf von Firmenanteilen. Die Berater von A.T. Kearney erwarten daher in den kommenden Monaten signifikante Fusionen und Übernahmen unter den Öl- und Gasunternehmen in der Nordsee.

"Eine weitere Abwärtsspirale bei den Unternehmen, die in der Nordsee fördern, lässt sich nur vermeiden, wenn die Unternehmen ihre Kostenstruktur durch weitere Einsparungen, mehr Kooperation und Standardisierung weiter nachhaltig verbessern", so Lewe. Er empfiehlt neben einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Betreibern und Zulieferern auch die gemeinsame Nutzung nicht-kompetitiver Ressourcen wie Logistik und Transport. "Hier kann der Öl- und Gassektor viel von anderen Branchen wie der Automobilindustrie lernen - etwa Standardisierung, modulares Design oder Produktion just in time", so der Energie-Experte.

Auch weltweit sieht die aktuelle M&A-Studie von A.T. Kearney die Branche angesichts steigender Schuldenlast in einer Ära grundsätzlicher Marktbereinigung. Erst vor wenigen Tagen hatten zwei US-amerikanische Ölförderunternehmen, Goodrich Petroleum und Energy XXI, wegen hoher Verschuldung Gläubigerschutz beziehungsweise Insolvenz angemeldet. Dies mache deutlich, dass auch die zum Teil aggressiven Kostensenkungsmaßnahmen der vergangenen Zeit nicht den erwünschten Effekt hatten und nun ein grundsätzlicher Strategiewechsel gefragt sei, so die Berater. Fusionen und Übernahmen eröffneten innovationsfreudigen und finanziell gut aufgestellten Anbietern allerdings auch in turbulenten Zeiten interessante Optionen. "Viele Firmen, darunter auch nationale Öl- und Gasförderer, können von der Marktsituation profitieren, zusätzliche Reserven und ihre Produktion ausbauen", sagt Richard Forrest, der die Beratungssparte Energie und Prozessindustrie bei A.T. Kearney global verantwortet. Er geht davon aus, dass der Fokus der Unternehmen in nächster Zeit auf strukturellen Kostensenkungen und einer Aufwertung des Portfolios liegt. Damit stünden selektive Akquisitionen und weitere Desinvestitionen auf der Agenda - allerdings keine Mega-Merger.

"Von vielen schwachen und nicht wettbewerbsfähigen Betreibern wird das kommende Jahr schwierige Entscheidungen und eine große Portion Überlebenswillen abfordern", prognostiziert Tobias Lewe. "Kreative Strategen haben dagegen gute Chancen, ihr Unternehmen in einem umfassenden Transformationsprozess erfolgreich für die Zukunft auszurichten."

Über A.T. Kearney

A.T. Kearney zählt zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen für das Top-Management und berät sowohl global tätige Konzerne als auch führende mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen. Mit strategischer Weitsicht und operativer Umsetzungsstärke unterstützt das Beratungsunternehmen seine Klienten bei der Transformation ihres Geschäftes und ihrer Organisation. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Wachstum und Innovation, Technologie und Nachhaltigkeit sowie die Optimierung der Unternehmensperformance durch das Management von Komplexität in globalen Produktions- und Lieferketten. A.T. Kearney wurde 1926 in Chicago gegründet. 1964 eröffnete in Düsseldorf das erste Büro außerhalb der USA. Heute beschäftigt A.T. Kearney rund 3.500 Mitarbeiter in über 40 Ländern der Welt. Seit 2010 berät das Unternehmen Klienten klimaneutral.

Weitere Informationen finden Sie unter www.atkearney.de und auf Facebook: www.facebook.com/atkearney.de.

Die Studie können Sie hier (www.atkearney.de) herunterladen.

Kontakt:

Regina Körner
Director Marketing & Communications
A.T. Kearney GmbH
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