Neue Luzerner Zeitung

Media Service: Billett-Tarife sollen vors Volk: Der Fahrgast-Verband Pro Bahn toleriert die Preisschübe nicht mehr: Er fordert, dass das Volk die Tarifebestimmt - und erntet Zustimmung.

Luzern (ots) - Die SBB gehören zu 100 Prozent dem Bund - und damit dem Volk. Genau dieses soll jetzt die Möglichkeit haben, über die Billettpreise an der Urne abzustimmen. Dies fordert die Fahrgastorganisation Pro Bahn, nachdem am Freitag bekannt wurde, dass die Tickets Ende Jahr schon wieder teurer werden. Konkret sollen die Preiserhöhungen immer dann vors Volk kommen, «wenn die Anhebung das Niveau der Teuerung übersteigt», sagt Pro-Bahn-Präsident Kurt Schreiber gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag». Er findet es nicht in Ordnung, «dass die Preise einfach erhöht werden können, wenn der Bundesrat das sagt». Der Souverän soll indes nicht nur über die national gültigen Tarife entscheiden können, auch bei den einzelnen Tarifverbunden sei dies angezeigt, fordert der Pro-Bahn-Chef weiter. Der VCS stellt sich hinter die Forderung des Fahrgastverbandes: «Das ist eine gute Idee», kommentiert Sprecher Gerhard Tubandt. Allerdings dürfe die unternehmerische Freiheit der SBB nicht eingeschränkt werden, und deshalb sollen Tarifabstimmungen gemäss Tubandt nur dann durchgeführt werden, wenn der Preisaufschlag motiviert ist - wie dies im Moment der Fall ist. Die Stiftung für Konsumentenschutz unterstützt die Pro-Bahn-Forderung zwar nicht; Geschäftsführerin Sara Stalder will dennoch, dass das Volk vermehrt an der Urne über den ÖV bestimmen kann. «Man müsste das Volk zum Beispiel fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, viel Geld zu investieren, nur damit die Züge einige Minuten Fahrzeitgewinn erzielen.» Die SBB teilen in einer Stellungnahme mit, dass man durchaus guter Dinge ist, Abstimmungenüber Preiserhöhungen zu gewinnen.

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