ProTier - Stiftung für Tierschutz und Ethik

Stopp Pelz! Ein Aufruf von ProTier zum Welttierschutztag am 4. Oktober 2013 (BILD)

Stopp Pelz! Ein Aufruf von ProTier zum Welttierschutztag am 4. Oktober 2013 (BILD)
Tiere, wie dieser Silberfuchs, werden auf Pelztierfarmen in engen Käfigen gehalten. Eine artgerechte Pelztierhaltung ist nicht möglich./ Weiterer Text ueber ots und auf http://www.presseportal.ch. Die Verwendung dieses Bildes ist fuer redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung unter... mehr

Ein Dokument

Zürich (ots) - Den diesjährigen Welttierschutztag nimmt die Stiftung für Tierschutz und Ethik/ProTier zum Anlass um auf das millionenfache Leid der Pelztiere aufmerksam zu machen.

Pelz - der grausame Modetrend ist zurück. Pelzmäntel und -jacken, Pelz an Kragen und an modischen Accessoires soweit das Auge reicht. Pelz wird nicht mehr klassisch schwer und schwülstig getragen, vielmehr prägt modisch geschnittene und bunt eingefärbte Kleidung aus Pelz das aktuelle Modebild. Und, nicht mehr nur die High Society kann sich Pelz leisten - Pelz an Billigkleidung ist zum erschwinglichen Massenprodukt geworden. Kaum eine Winterjacke ohne Kapuze oder Bordüren aus Fellbesatz. Hinter diesem Wandel steckt eine milliardenschwere Pelzindustrie. Sie hat Pelz bewusst aus dem Luxussegment genommen und Jedermann und -frau als billige Massenware zugänglich gemacht. Viele Konsumenten und Konsumentinnen sind sich nicht einmal bewusst, dass sie Echtpelz tragen. Pelz als Verzierung, sogenannte Verbrämungen, oder gefärbter Pelz, wird oft gar nicht als "richtiger Pelz" wahrgenommen. Doch auch für jedes, noch so kleine Stückchen Pelz musste ein Tier leiden und getötet werden. Gerade bei kleinen Pelzbesätzen ist das Tierleid dahinter oft noch grösser, da in der Produktion auf die Gesamtqualität des ganzen Felles weniger Wert gelegt werden muss.

Rund 65 Millionen Pelztiere werden weltweit, jährlich der Mode geopfert. Ihr kurzes Leben in Farmhaltungen ist eine Qual, voller Leid und Schmerz. Sie haben keinen Platz um elementarste, arttypische Verhaltensweisen auszuleben. Nerze beispielsweise sind Einzelgänger, auf Pelztierfarmen werden sie in Gruppen gehalten, was die Tiere hochgradig stresst. Es kommt zu Kämpfen und Verletzungen. Nach einem kurzen aber qualvollen Leben in engen und teilweise verdreckten Käfigen werden die Pelztiere vergast, per Stromschlag getötet oder einfach erschlagen. Es kommt vor, dass Tiere bei der anschliessenden Häutung noch leben.

ProTier fordert die Konsumentinnen und Konsumenten dazu auf, das immense Leid von Pelztieren nicht zu unterstützen und keine Kleidung und keine Accessoires mit Pelz zu kaufen.

Steigende Nachfrage aus Asien läst Umsatzzahlen steigen

85% der verkauften Pelze stammen aus der Farmhaltung, 15% aus Fallenfang. 2010 wurden über 50 Millionen Pelztiere für Pelzfarmen "produziert", seither ist die Produktion stetig gestiegen. Die weltweite Produktion verteilt sich wie folgt: Europa 60%, China 25%, Nordamerika 10% und Russland 5%. Europa ist zugleich auch der grösste Exporteur von Pelz.

Die weltweiten Umsatzzahlen für Pelz steigen kontinuierlich. 2011/12 lagen diese laut IFTF (International Fur Trade Federation) bei rund: 15 Milliarden US Dollar. Im Jahr 2001/2002 hatte die Branche noch einen Umsatz von 10,9 Mrd. US Dollar. Das bedeutet eine Wertsteigerung von 44% im Zeitraum der letzten 10 Jahre. Der grösste Importeur von Pelz ist China, mit rund einem Viertel der Pelzverkäufe. Die Nachfrage nach Pelz steigt im asiatischen Raum stetig an. In dieser Region haben sich die Verkäufe im letzten Jahrzehnt verdreifacht. Damit übertreffen sie mittlerweile die Nachfrage in anderen Ländern: Europa mit 28 Prozent, Eurasien (Russland, Türkei, Ukraine, Kasachstan) mit 27,7 Prozent und schliesslich Amerika (Nord und Süd) mit etwas mehr als 7 Prozent.

Halbherzig umgesetzte Deklarationspflicht

Im März 2013, ist mit einer Übergangsfrist von einem Jahr, die "Verordnung über die Deklaration von Pelzen und Pelzprodukten" in Kraft getreten. Jeder Verkäufer von Pelzprodukten ist zu dieser Deklaration gesetzlich verpflichtet. Dem Käufer soll damit ermöglicht werden, sich bewusst für oder gegen Pelzprodukte, beziehungsweise bestimmte Herstellungsarten von Pelz, zu entscheiden. Der Erlass enthält aus Tierschutz- und Konsumentensicht jedoch gravierende Mängel. Mit Formulierungen wie: "Kann aus Fallenjagd oder Jagd ohne Fallen oder aus jeder möglichen Haltungsart, insbesondere auch aus der Käfighaltung stammen" wird keine wirkliche Transparenz geschaffen. Die Konsumenten sind damit nicht besser informiert. Das immense Tierleid in der Pelzproduktion wird weiterhin verschleiert. Der einzige Weg, die Qual der Pelztiere zu beenden, ist der konsequente Verzicht auf Kleidung und Accessoires, wie Schuhe und Taschen, mit Pelz.

Hinweis: Standaktion zum Thema Pelz

ProTier informiert über Pelz und das Leid von Pelztieren: Stopp Pelz!-Standaktion am Samstag, 5. Oktober 2013 Hirschenplatz (im Niederdorf), 8001 Zürich, Zeit 10 - 16h

Aktivitäten: Information zum Thema Pelz, Abgabe von Stopp-Pelz-Flyern und Stickern, Selber-Pressen von Stopp Pelz!-Buttons, Demonstration zu "Wie unterscheide ich Echtpelz von Kunstpelz?", Video von Pelztierfarmen, Informationen zur neuen Deklarationspflicht von Pelzen und Pelzprodukten....

Pressemitteilung und Bilder zum Download unter:

http://www.presseportal.ch/go2/Pressemitteilung_Bilder

Kontakt:

ProTier - Stiftung für Tierschutz und Ethik
Alfred Escher-Strasse 76
8002 Zürich
Frau Barbara Kerkmeer
Tel. 044 201 25 03 oder 079/510 73 15
Email: tierschutz@protier.ch
Website: www.protier.ch



Weitere Meldungen: ProTier - Stiftung für Tierschutz und Ethik

Das könnte Sie auch interessieren: