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Grünes Licht für Vogelfänger in Deutschland?

    Zürich (ots) - Der Fang von Sing- und Zugvögeln zur Käfighaltung könnte in Deutschland bald wieder möglich sein. Eine entsprechende Änderung des Naturschutzgesetzes wurde bereits von der Länderkammer, dem Bundesrat, beschlossen, in Kürze soll im Bundestag abgestimmt werden.

  „Dies ist ein klarer Verstoss gegen die Europäische Vogelschutzrichtlinie, die den Fang von Vögeln zur Käfighaltung verbietet", erklärt Rita Dubois, Geschäftsführerin der Schweizerischen Gesellschaft für Tierschutz/ProTier. Die Haltung von Stieglitzen, Gimpeln und Finken ist in einigen Gebieten Deutschlands, allen voran dem Harz und den Grenzregionen zu Belgien, zwar immer noch weit verbreitet, allerdings dürfen die Vogelliebhaber bislang nur Zuchtvögel besitzen. Seit Jahrzehnten schon werden keine Genehmigungen mehr zum Fang von Wildtieren erteilt. Von der geplanten Neuregelung sind aber auch fast alle anderen einheimischen Säugetiere, Amphibien und Reptilien sowie zahlreiche Insekten betroffen. „Die Natur würde zum Selbstbedienungsladen für Tierhalter, Schmetterlings- und Käfersammler erniedrigt", sagt Rita Dubois.

    Die endgültige Entscheidung liegt jetzt beim Bundestag, dessen Fraktionen in den ersten Novembertagen abschliessend über das neue Naturschutzgesetz beraten. Deutsche Tierschützer haben bereits angekündigt, umgehend ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof einzuleiten, sollte der Vogelfang in Deutschland wieder ermöglicht werden.

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