Eidg. Steuerverwaltung ESTV

ESTV: Entwicklung der Mehrwertsteuer (MWST) im 3. Quartal 2002 (provisorische Ergebnisse) - Steigende Nettosteuerforderungen trotz stagnierender Umsätze

      Bern (ots) - 09. Apr 2003 (ESTV) Der steuerbare Umsatz sank im 3.
Quartal 2002 um -0.2%. Da sich die Steuern auf den
Dienstleistungsimporten kräftig erhöhten, resultierte dennoch eine
Zunahme der Netto- Steuerforderungen um 4.5%.

    Im 3. Quartal 2002 sank der steuerbare Umsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal leicht um -0.2%. Lediglich der Primärsektor erreichte ein Wachstum von 4.2%. Im Tertiärsektor verharrte der steuerbare Umsatz auf dem Niveau des Vorjahresquartals (+0.0%), während er im Sekundärsektor - wie stets seit dem 4. Quartal 2001 - schrumpfte (-0.6%). Der Gesamtumsatz weitete sich um 2.5% aus. Hier spielten die Exportumsätze, die um 13.3% in die Höhe schossen, eine wichtige Rolle, nachdem sie im 2. Quartal 2002 noch gefallen waren.

    Im Tertiärsektor erreichte das Kredit- und Versicherungsgewerbe, das allerdings nur in wenigen Segmenten der Mehrwertsteuerpflicht unterliegt, eine kräftige Expansion der steuerbaren Umsätze (+13.2%). Auch in der Branche Immobilien, Vermietung, Informatik, Forschung und Entwicklung und sonstige Dienste für Unternehmen waren zweistellige Zuwachsraten (+11.3%) zu verzeichnen. Das Gesundheits- und Sozialwesen verzeichnete mit +5.8% ebenfalls eine deutlich positive Wachstumsrate des steuerbaren Umsatzes. Der Handel (-1.9%) und das Gastgewerbe(-2.7%) blieben hinter dem Durchschnitt des Tertiärsektors zurück. Innerhalb des Handels machte sich der Rückgang im Automobil- und Tankstellensektor mit -3.2% stärker bemerkbar als im Grosshandel (-1.9%) und im Detailhandel (-1.2%). Im Gastgewerbe schlug vor allem der Einbruch in der Hotellerie (-7.5%) negativ zu Buche. Noch unvorteilhafter entwickelte sich der steuerbare Umsatz im Sektor Verkehr und Nachrichtenübermittlung mit (-18.7%). Dieses Ergebnis ist namentlich auf die sehr schwache Umsatzperformance im Bereich Luftverkehr und Fernmeldedienste zurückzuführen. Aber auch die Schifffahrt und die Reisebüros mussten zweistellige Einbussen hinnehmen.

    Im Sekundärsektor verzeichneten die meisten Branchen einen Rückgang des steuerbaren Umsatzes. Besonders drastisch fiel dieser bei der Erzeugung und Bearbeitung von Metall (-30.0%), bei den Geräten der Elektrizitätserzeugung und -verteilung (-13.8%) und bei der Branche medizinische und optische Geräte, Präzisionsinstrumente und Uhren (- 10.1%). Dem negativen Trend im Sekundärsektor konnten sich die Energie- und Wasserversorgung (+16.0%) und das Baugewerbe (+4.7%) sowie einige kleinere Industriebranchen wie die Tabakverarbeitung (+2.4%), die Herstellung von Bekleidung und Pelzwaren (+2.9%) und die Herstellung von Automobilen, Anhängern und Zubehör (+3.7%) entziehen. Alle diese Branchen erwirtschafteten auch im Exportgeschäft höhere Umsätze. Dank kräftigen Zuwachsraten im Exportgeschäft und bei den ausgenommenen Umsätze gestaltete sich das 3. Quartal 2002 auch für die chemische Industrie positiv.

    Die Netto-Steuerforderung erhöhte sich im 3. Quartal 2002 gegenüber dem 3. Quartal 2001 um +4.5% oder um 62 Mio. Franken. Verantwortlich für den Zuwachs der Netto-Steuerforderungen sind die Steuern auf den Dienstleistungsimporten, die mit +24.9% stark anstiegen.

Abrechnungsbasis

    Die Ergebnisse stützen sich auf die der ESTV durch die Steuerpflichtigen bis 21. Februar 2003 zugestellten gültigen Abrechnungen; sie sind provisorisch.

    Der steuerbare Umsatz umfasst sämtliche Warenlieferungen und Dienstleistungen, welche in der Schweiz erbracht werden. Die Mehrwertsteuer, welche auf den Importen lastet und von der Eidgenössischen Zollverwaltung erhoben wird, ist nicht in der Netto- Steuerforderung der Tabellen enthalten.

    Seit dem 1. Januar 2001 anzuwendende Steuersätze:

- Normalsatz 7.6% - reduzierter Satz 2.4% - Sondersatz für Beherbergung 3.6%

Auskunft: Martin Daepp, Eidgenössische Steuerverwaltung, Tel. 031 / 322 73 88

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