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SFA - Biersteuer: Einen Vollrausch für 3 Franken findet der Ständerat verantwortbar

Lausanne - (ots) Die Erkenntnisse der Forschung, die internationalen Erfahrungen und das Gebot des Jugendschutzes sind eindeutig: Um dem grassierenden Rauschtrinken zu begegnen, braucht es eine Erhöhung der heute extrem tiefen Biersteuer. Dafür treten die Schweizer Suchtfachverbände und die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) ein. Eine Ständeratsmehrheit stellt sich mit ihrem Entscheid zum Biersteuergesetz taub. Immerhin hat der Rat den Antrag auf weitere Senkung abgelehnt. Das Rauschtrinken unter Jugendlichen nimmt massiv zu. Bei den 15- und 16-Jährigen trinken sich jeder fünfte Junge und jedes zehnte Mädchen mindestens dreimal pro Monat einen Rausch an. Bier ist dabei das meist konsumierte Getränk. In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Anteil der Schüler und Schülerinnen verdoppelt, die ein- oder mehrmals wöchentlich zu Alkohol greifen. Für die beiden Schweizer Suchtfachverbände und die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) ist in dieser Situation völlig klar, wie politisch reagiert werden muss: Mit einer spürbaren Erhöhung der Biersteuer. Dass Steuererhöhungen auf den Alkoholkonsum Jugendlicher wirken, hat das Beispiel Alcopops nachdrücklich demonstriert: Nachdem die Steuer von 45 Rappen auf Fr. 1.80 gestiegen ist, hat der Konsum massiv nachgelassen. Internationale Erfahrungen bestätigen diesen Zusammenhang. Der Steuersatz für Bier ist jedoch mit Fr. 5.30 pro Liter reinen Alkohols extrem tief im Vergleich zum Steuersatz für Spirituosen (Fr. 29.-). Bier ist heute oft billiger als alkoholfreie Süssgetränke; bei Coop kostet eine Colaflasche (5dl) mit Fr. 1.25 deutlich mehr als eine Dose Bier (5dl), die schon ab 75 Rappen zu haben ist. Mit anderen Worten: Junge Menschen können sich schon für Fr. 3.- einen Vollrausch antrinken. Der Ständerat findet das verantwortbar. Er hat bei der Beratung des Biersteuergesetzes alle Warnungen der Fachleute in den Wind geschlagen und aus Präventionssicht ein verheerendes Signal gesetzt. Aus fachlicher Perspektive ist dieser Entscheid verantwortungslos und skandalös. Damit fördert der Ständerat das Rauschtrinken Jugendlicher statt es zu drosseln. ots Originaltext: SFA / ISPA Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) Janine Messerli Sprecherin Tel. +41/(0)21/321'29'74 Internet: www.sfa-ispa.ch Fachverband Sucht (FS) Markus Theunert Generalsekretär Mobile +41/(0)79/238'85'12 Internet: www.fachverbandsucht.ch

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