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SFA - Neue Zahlen zum Cannabiskonsum zeigen Handlungsbedarf

    Lausanne (ots) - Der neue Bericht der Arbeitsgruppe "Cannabismonitoring", an welcher die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) beteiligt ist, legt Daten zum Cannabiskonsum für das Jahr 2004 vor. Die Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit zeigt: 13 Prozent der 13- bis 29-Jährigen sind aktuell Konsumierende, ein Drittel davon kämpft mit Folgeproblemen wie Konzentrationsschwierigkeiten und sozialen Sanktionen. Die Ergebnisse machen es deutlich: Cannabisprävention und -beratung sind nach wie vor höchst notwendig und müssen weiter ausgebaut werden - politisch besteht Handlungsbedarf.

    Die Arbeitsgruppe "Cannabismonitoring", ein Verbund von Wissenschaftlern verschiedener Institutionen, unter anderen der Stiftung SFA, legt die Resultate der ersten systematischen, repräsentativen Längsschnittstudie zum Cannabiskonsum in der Schweiz vor. Sie zeigen: Rund 46% der 5000 befragten 13- bis 29-Jährigen in der Schweiz haben in ihrem Leben schon Cannabis konsumiert, gut 13 Prozent dieser Altersgruppe sind aktuell Konsumierende, d.h., sie haben in den letzten 6 Monaten vor der Befragung Cannabis konsumiert. Mit diesen Werten belegt die Schweiz im internationalen Vergleich eine Spitzenposition. Vergleicht man die Ergebnisse der repräsentativen Befragung für das Cannabismonitoring mit jenen anderer Studien, zeigt sich: In den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts stieg der Konsum stark an, während das Einstiegsalter in den Cannabiskonsum sank. In den letzten vier Jahren dürfte sich der Cannabisgebrauch auf hohem Niveau stabilisiert haben. Etwa ein Drittel der aktuell Konsumierenden (32.1%) zwischen 13 und 29 Jahren haben Probleme wegen ihrem Cannabiskonsum. Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung in dieser Altersgruppe sind das 4.3%. Diese Personen geben in der Befragung an, unter Folgeproblemen zu leiden: Sie haben Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten, Angst, die Kontrolle über den Konsum zu verlieren oder erfahren soziale Sanktionen im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum.

    Prävention und Beratung für Jugendliche müssen verstärkt werden Die Ergebnisse dieser Studie machen es deutlich: Die Prävention im Bereich Cannabis muss gerade bei Jugendlichen stärker gewichtet werden. Besonders wichtige Ziele sind: frühe Konsumeinstiege möglichst zu verhindern sowie jugendliche Problemkonsumierende frühzeitig zu erfassen und ihnen Hilfe zu leisten. Die SFA engagiert sich seit langem in der Cannabisprävention und -beratung. Eine wirksame Prävention ist aber auch auf das Engagement der Politikerinnen und Politiker angewiesen, die ihre Verantwortung wahrnehmen und die Cannabisdiskussion wieder aufnehmen müssen. Politisch steht die SFA für eine Entkriminalisierung des Cannabiskonsums ein, da Prävention und Beratung erleichtert werden, wenn Konsumierende nicht mehr kriminalisiert werden. Für Konsumierende mit Problemen sinkt die Hemmschwelle, sich Hilfe zu holen. Entkriminalisieren heisst aber weder Cannabis legalisieren, noch banalisieren! Die SFA will weder, dass Minderjährige kiffen, noch dass in der Öffentlichkeit Cannabis konsumiert wird. Regeln und Sanktionen sind also notwendig. Sie sollen aber nicht ans Strafgesetz delegiert, sondern mit angemessenen Disziplinarmassnahmen durchgesetzt werden. Verantwortung und Handlungskompetenzen liegen hier bei der ganzen Gesellschaft. Sie kann dabei auf die Unterstützung der SFA zählen.

    Die Stiftung SFA stellt verschiedene Präventions- und Informationsbroschüren zum Thema Cannabis zur Verfügung und bietet auch Informationen und Beratung auf dem Internet an: www.sfa-ispa.ch

ots Originaltext: SFA
Internet: www.presseportal.ch

Kontakt:
Janine Messerli
Tel.      +41/21/321'29'74
E-Mail: jmesserli@sfa-ispa.ch



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