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SFA: Nichtraucherschutz in Restaurants und Bars zahlt sich aus

Lausanne (ots) - In Italien, Irland und Norwegen sind Restaurants rauchfrei, in den meisten Schweizer Gastrobetrieben hängt noch immer dicke, verrauchte Luft. Ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung fordert rauchfreie Luft. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol und andere Drogenprobleme (SFA) unterstützt diese Forderung und zeigt auf, dass die Behauptung der Gastrobranche, der Umsatz ginge bei konsequentem Nichtraucherschutz zurück, durch aktuelle Forschungsergebnisse widerlegt ist. Wer heute in der Schweiz eine Bar oder ein Restaurant betritt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schädlichem Zigarettenrauch ausgesetzt: Nur zwölf Prozent der dem Verband Gastrosuisse angeschlossenen Betriebe verfügen über Räume, die frei von Tabakqualm sind. Ein Grossteil der Bevölkerung stört sich an diesem Zustand: Laut Tabakmonitoring des Bundesamts für Gesundheit fühlen sich 76 Prozent der Bevölkerung in Restaurants und Bars durch den Rauch anderer belästigt. Auch unter den Rauchenden stört sich eine Mehrheit (55 Prozent) daran. Besonders stark exponiert sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Service, die täglich stundenlang Schadstoffe einatmen und damit ein markant erhöhtes Risiko tragen, an Lungenkrebs zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden. Viele Servicemitarbeitende fordern zum Schutz ihrer Gesundheit ein Rauchverbot in Restaurants und Bars, wie eine Umfrage der Hotel & Gastro Union zeigt. Sie können sich dabei auf das Gesetz berufen: Es verpflichtet alle Arbeitgeber, ihr Personal vor dem Passivrauchen zu schützen. Ein Grossteil der Gastrobetriebe ist dieser Verpflichtung bisher nicht nachgekommen. Ein Rauchverbot würde Gäste vom Besuch abhalten, die Umsätze verringern und so Arbeitsplätze gefährden, lautet das Standardargument der Branche. Keine Einbusse beim Umsatz Ein Blick auf die aktuelle Forschungslage zeigt nun aber, dass dieses Argument unhaltbar ist. Von rund 100 seriösen Studien, welche die ökonomischen Auswirkungen von Rauchverboten in der Gastrobranche beleuchten, gibt keine einzige einen Hinweis auf negative Folgen. Eine breit angelegte neue Studie, an der SFA-Forschungsleiter Gerhard Gmel beteiligt war, zeigt am Beispiel von 446 Gemeinden in Ottawa (Kanada), dass die Einführung rauchfreier Zonen keinen Einfluss auf den Umsatz der Restaurants und Bars hat. Im Bericht der Stadtbehörden von New York ist nachzulesen, dass zehn Monate nach der Einführung des Gesetzes für rauchfreie Arbeitsplätze die Steuereinnahmen von Restaurants und Bars um 8,7 Prozent angestiegen waren - der Nichtraucherschutz hatte die Umsätze also deutlich erhöht. Eine aktuelle Schweizer Studie belegt, dass in Basel der rauchfreie Teil eines Cafés ebenso gut besucht wurde wie der Raucherteil. Der Umsatz war in beiden Teilen gleich gross, die Trinkgelder fielen im Nichtraucherbereich aber 22 Prozent höher aus. Zahlreiche Schweizer Wirte, die in letzter Zeit auf rauchfreie Räume umgestellt haben, machen damit sehr gute Erfahrungen. Die SFA fordert rauchfreie Luft in allen Gastrobetrieben. Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung (71 Prozent) raucht nicht und will auch nicht passiv rauchen - denn jeden Tag stirbt in der Schweiz ein Mensch an den Folgen des Zigarettenrauchs anderer. Für die Gastrobranche wären rauchfreie Räume, wie sie in letzter Zeit in Norwegen, Irland und Italien mit Erfolg eingeführt wurden, keine Bedrohung, sondern eine Chance: Sie gewänne neue Kundschaft, indem sie dem weit verbreiteten Wunsch, Restaurant- oder Barbesuche ohne Rauch zu geniessen, ebenso Rechnung trüge wie den Rechten des eigenen Personals. ots Originaltext: SFA/ISPA Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Janine Messerli Tel. +41/(0)21/321'29'74 E-Mail: jmesserli@sfa-ispa.ch Diese Medienmitteilung finden Sie auch auf der Internetseite der SFA: http://www.sfa-ispa.ch/index.php?IDtheme=64&IDarticle=1116&IDcat24vis ible=1&langue=D Neue Informationen finden Sie in folgenden SFA-Schriften: - http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload/flyer_Tabac_D.pdf - http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload/Tabak_D.pdf

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