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20mal mehr Premix-Getränke in der Schweiz

    Lausanne (ots) - Der Import von Premix-Getränken hat laut Eidgenössischer Alkoholverwaltung im letzten Jahr um rund das 20fache zugenommen. Die süffigen alkoholischen Limonaden sind als trendige Lifestyle-Getränke aufgemacht und kommen deshalb besonders bei Jugendlichen gut an. Sie sind allerdings nicht so harmlos, wie sie aussehen: Was zuckersüss die Kehle runterrinnt, hat zumeist 5,6 Volumenprozent Alkohol und fällt unter das Alkoholgesetz. Das heisst: Verkauf erst ab 18 Jahren. Mit der Durchsetzung dieser Jugendschutzbestimmungen happert es an den Verkaufsstellen aber noch gewaltig.

    Die enorm hohen Importzahlen weisen auf eine massiv steigende Nachfrage hin. Waren im Jahr 2000 noch 1,7 Millionen Fläschchen à 275 ml der süssen Drinks (Premixes und Alcopops) importiert worden, zählte man im letzten Jahr 28 Millionen. Das sind umgerechnet 430'165 Liter reinen Alkohols.

    In Anbetracht der zunehmenden Tendenz Jungendlicher zum Rauschtrinken sind diese Zahlen problematisch. Je früher und je mehr Alkohol konsumiert wird - das zeigen Studien - umso eher treten später Alkoholprobleme auf. Die süssen Premixes und Alcopops sind oft auch Einstiegsgetränke für Mädchen, welche die traditionellen Alkoholika wie zum Beispiel Bier nicht mögen.

    Gerade auf Jugendliche hat die Werbung für alkoholische Getränke einen Einfluss: Das zeigen Länder mit entsprechenden Werbeverboten. Dort steigen die Jugendlichen später in den Alkoholkonsum ein, und es wird insgesamt weniger konsumiert. All diese Fakten sprechen klar gegen die vom Bundesrat geplante Liberalisierung der Alkoholwerbung in privaten Radio- und Fernsehstationen.

ots Originaltext: SFA Lausanne
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